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Ostholstein Raubüberfall? Volleyballnetz über Straße gespannt
Lokales Ostholstein Raubüberfall? Volleyballnetz über Straße gespannt
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08:49 05.11.2013
Die Tat ereignete sich auf der Plöner Straße bei Bosau. Quelle: Grafik: Wenzel
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Bosau

Gefährlicher Anschlag oder versuchter Überfall? Unbekannte spannten in der Nacht zum Sonntag ein Volleyballnetz über die Plöner Straße bei Bosau. Trotz der finsteren Nacht sah ein Autofahrer das schwarze Netz rechtzeitig und konnte bremsen, bevor er hineinfuhr. Zuvor hatte er zwei Männer im Unterholz gesehen.

Der Autofahrer ist ein Polizeibeamter der 1. Einsatzhundertschaft aus Eutin, der nach Dienstschluss auf dem Weg nach Hause ist. Um 2.30 Uhr sieht er plötzlich das Netz vor sich auftauchen. Der Beamte informiert zunächst seine Kollegen von der Polizeizentralstation Eutin und sichert dann die Straße ab. So verhindert er, dass andere Autofahrer in das Netz hineinfahren. Die Männer aus dem Unterholz sind da längst verschwunden. Ob sie etwas mit der Netzattacke zu tun haben und was ihre Motive gewesen sein könnten, darüber herrscht Unklarheit. Klar ist nur: Das Netz hätte einen schweren Unfall verursachen können.

Das Netz, ein handelsübliches Volleyballnetz, war nach Polizeiangaben mit der oberen, mit Metall verstärkten Kante in 2,30 Meter Höhe zwischen zwei Bäumen gespannt. Die Halteleinen waren um die Stämme geschlungen. Die obere Netzkante hing in einer Höhe, unter der ein normaler Pkw durchgefahren wäre. Ein Auto wäre aber in das darunterhängende, etwa 70 Zentimeter bis einen Meter hohe Netz gefahren. Die untere Kante war nicht festgebunden, sondern hing lose über der Straße, teilte die Polizei mit. Das Netz wurde sofort von den Polizeibeamten losgeknotet und sichergestellt.

Ob es sich bei der Tat um einen Anschlag handelte oder ob hier sogar ein Autofahrer gestoppt werden sollte, um ihn zu überfallen, ist unklar. Für die Polizei ist die ungewöhnliche Tat rein rechtlich zunächst ein gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr. „Für alles andere haben wir keine Anhaltspunkte“, sagt Polizeisprecher Stefan Muhtz. Einen ähnlichen Fall hat es nach seiner Erinnerung in den vergangenen Jahren im Bereich der Polizeidirektion Lübeck (Lübeck und Ostholstein) nicht gegeben.

Ein ähnlicher Fall ereignete sich Ende August dieses Jahres aber in Schloss Holte-Stukenbrock bei Gütersloh. Dort geriet ein Autofahrer ebenfalls nachts in ein über die Fahrbahn gespanntes Beachvolleyballnetz, das zwischen einem Verkehrsschild und einem Einkaufswagen hing. Beim Aufprall auf das Netz flog der Einkaufswagen wie von einer Peitschenschnur geschleudert gegen das Auto. Nach Angaben einer Polizeisprecherin aus Gütersloh verliefen der Ermittlungen in diesem Fall ergebnislos.

Im Bosauer Fall ermittelt die Polizeistation Hutzfeld. Sie hat ganz in der Nähe der Bäume, an denen das Volleyballnetz hing, noch einen weiteren Tatort. Gestern stellten die Beamten fest, dass am Ortseingang von Bosau eine schwarz-gelbe Bodenschwelle zur Geschwindigkeitsreduzierung abgeschraubt worden war. Die gestohlene Schwelle hat einen Wert von 300 Euro. Ob diese Tat mit der Netzattacke zusammenhängt, ist unklar.

Hinweise in beiden Fällen erbittet die Polizeistation Hutzfeld, Telefon 045 27/510.

Eine Straftat
Das sagt der Gesetzgeber: „Wer die Sicherheit des Straßenverkehrs dadurch beeinträchtigt, dass er Anlagen oder Fahrzeuge zerstört, beschädigt oder beseitigt, Hindernisse bereitet oder einen ähnlichen, ebenso gefährlichen Eingriff vornimmt (. . .) , wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.“

Susanne Peyronnet

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