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Reetdachhäuschen für die Retter

Scharbeutz Reetdachhäuschen für die Retter

Bis zum Jahr 2017 werden die mobilen Wachstationen am Strand von Scharbeutz ersetzt.

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Glückliche Gesichter bei der Einweihung der neuen DLRG-Wachstation an Scharbeutzer Strand: Christoph Niemann (stellvertretender Vorsitzender) und der DLRG-Ortsvereinsvorsitzende Uwe Justen, Bürgermeister Volker Owerien im Elektro-Beach-Buggy, der DLRG-Landesgeschäftsführer Thies Wolfhagen und im Hintergrund die Rettungsschwimmer Lisa Nakaten, Lukas Nuding und Fabian Rinke.

Quelle: Manuela Boller

Scharbeutz. Massives Holz als Grundlage, ein Reetdach obendrauf und zum Strand hin Panoramafenster für die nötige Rundumsicht: Das bietet die jetzt eingeweihte neue Wachstation am Scharbeutzer Strand – und vor allem: sichere Arbeitsbedingungen für die Retter der DLRG. Insgesamt sechs mobile Wachposten sollen bis 2017 durch fest installierte Reetdachhäuschen ersetzt werden.

Der Scharbeutzer Bürgermeister Volker Owerien (parteilos) dankte bei der offiziellen Einweihung am Strand insbesondere dem Tourismusausschuss der Gemeinde. Man habe sich nach intensiven Beratungen für den Bau der festen Stationen mit je zwölf Quadratmetern Fläche aus nachwachsenden Rohstoffen entschieden. Die mobilen Wachstationen seien abgängig gewesen. Die Neuanschaffung einer einzigen mobilen Station hätte mit 36000 Euro zu Buche geschlagen. Die Feststation kostete nach Angaben des Verwaltungschefs 49000 Euro. Die Mittel für die ersten drei neuen Stationen seien im Haushalt 2016 eingestellt, im Jahr 2017 sollen die restlichen folgen. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 294000 Euro.

Warum so teuer? Diese Frage beantwortete Bürgermeister Owerien mit den umfangreichen Vorschriften und Auflagen, die es zu erfüllen galt. Gebaut wurde nämlich im Küstenstreifen und Naturschutzgebiet, so dass viele amtliche Hürden genommen werden mussten. Owerien dazu: „Allein das Podest aus Massivholz kostete 23 000 Euro.“

Vorgeschrieben wurde auch, den Zugang nicht über eine Leiter, sondern über eine Treppe aus Holz mit rutschhemmender Oberfläche zu gestalten, „und die Treppe durfte nicht vis-à-vis der Tür angelegt werden.“ Die Gemeinde wolle eine hohe Sicherheit der Badegäste auch in der Vor- und Nachsaison gewährleisten, der 2008 erworbenen und immer wieder überprüften europäischen Zertifizierung entsprechen sowie die Arbeitsbedingungen der ehrenamtlichen DLRG-Retter verbessern. Der Bürgermeister fasste zusammen: „Das Geld ist im Sinne des Schutzes des Badegastes sehr gut angelegt. Hier wurde eine hochwertige und ansprechende Infrastruktur geschaffen, die sich harmonisch ins Landschaftsbild einfügt.“

Voll des Lobes dankte DLRG- Landesgeschäftsführer Thies Wolfhagen für „dieses hervorragende Ergebnis“. Die Entscheidung für feste Stationen sei zur rechten Zeit gekommen. Seit rund 20 Jahren dienten jedes Jahr Ehrenamtliche aus dem gesamten Bundesgebiet der Badesicherheit am Strand. Daraus habe sich der Ortsverein Haffkrug-Scharbeutz gebildet mit inzwischen rund 350 Mitgliedern. Die übrigens auch bürgerschaftliches Engagement vor Ort zeigen mit den Schwimmkursen jeden Montag, bei denen 50 bis 100 Kinder bewegt würden. Wolfhagen: „So sichern wir unseren Nachwuchs . . .“ Der DLRG-Landesgeschäftsführer lobte die Gemeinde als Vorreiterin: „Badesicherheit ist bei anspruchsvolleren Gästen ein Plus im Vergleich zu Mitbewerbern, und der professionelle Standard der Arbeitsbedingungen bietet für die Retter einen großen Anziehungspunkt. So bindet man Ehrenamtliche.“

Alle 600 Meter ein Wachposten

10 DLRG-Wachstationen sichern das Badevergnügen am Ostseestrand von Haffkrug und Scharbeutz, bisher vier feste und sechs mobile. Etwa alle 600 Meter sei ein Wachposten vorgesehen, so Bürgermeister Volker Owerien. Im Bereich der Kammer seien die Abstände zwischen den Stationen geringer aufgrund der besonderen Strömungs- und Windverhältnisse, die unvorsichtige Badegäste schnell gefährden könnten.

5 Rettungsboote und mehrere geländegängige Quads sowie ein Elektrofahrzeug gehören zur weiteren Ausstattung der DLRG-Retter in diesem Bereich.

Von Pfingsten bis Mitte September haben die DLRG-Rettungsschwimmer ein wachsames Auge auf die Badegäste der Ostsee.

Weitere Informationen: Wie und ab welchem Alter man Rettungsschwimmer werden kann, erfahren Interessierte im Internet unter der Adresse www.DLRG.de und dort unter dem Stichwort „Lernen“.

Manuela Boller

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