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Ostholstein Regenbogen-Café bietet geschützen Raum für Gespräche
Lokales Ostholstein Regenbogen-Café bietet geschützen Raum für Gespräche
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12:37 11.03.2018
Initiatorin Brigitte Reinke (l.) und Sarah Schulze von „mitten-drin“, die sie auch sonst im Alltag unterstützt, planen das nächste Treffen. Quelle: Foto: Binder

Die Idee habe sie schon seit einigen Jahren beschäftigt, erzählt die 50-Jährige, die seit etwa vier Jahren offiziell als Frau lebt. Als sie diesen Schritt gemacht habe, hätte sie sich ein Angebot wie das Regenbogen-Café sehr gewünscht, erinnert sich die Oldenburgerin. Mit so vielen Aspekten habe sie sich damals befassen müssen – angefangen bei der Frage, wie Familie, Freunde und Kollegen auf ihre Entscheidung reagieren würden, bis hin zu Formalitäten wie der Namensänderung.

Café öffnet einmal im Monat

Die Teilnehmer des Oldenburger Regenbogen-Cafés treffen sich jeweils am letzten Freitag im Monat (für März wird es wegen des Karfreitags einen Ausweich-Termin geben) von 16 bis etwa 18 Uhr in den Räumen der Volkshochschule. Der nächste Termin ist am 23. Februar.

Dass sie bis nach Kiel habe fahren müssen, um sich mit Menschen in ähnlichen Situationen auszutauschen, habe sie nicht mehr hinnehmen wollen, sagt Brigitte Reinke. Mit dem Regenbogen-Café habe sie einen geschützten Raum schaffen wollen, in dem sich Schwule, Lesben, Inter- oder Transsexuelle treffen und sich unterhalten könnten. Nach wie vor gebe es viele Vorurteile in der Gesellschaft, so Reinke, das habe sie auch schon am eigenen Leib zu spüren bekommen. Immer wieder bekomme sie blöde Sprüche zu hören.

Sie selbst geht mittlerweile offensiv mit ihrer Transsexualität um – doch das erfordere auch Mut, den man erst einmal sammeln müsse. Darum sei es wichtig, dass es Angebote wie das Regenbogen-Café

gebe. Wer sich (noch) nicht traue, offen mit der eigenen Sexualität umzugehen, könne dort in einer vertraulichen Atmosphäre von sich erzählen, sagt die Initiatorin.

Und sie hoffe auch, dass sie Menschen helfen könne, die in einer ähnlichen Situation seien wie sie selbst vor noch nicht allzu langer Zeit. „Ich wusste ja lange gar nicht, was mit mir los ist“, sagt die 50-Jährige, „das musste ich auch selbst erstmal verstehen.“

Bei der Organisation der Treffen wird Brigitte Reinke unterstützt von der Lübecker Beratungsstelle „NaSowas“ und von der Behindertenhilfe „mitten-drin“, die die Oldenburgerin auch sonst im Alltag unterstützt. Die Räume stellt die Volkshochschule zur Verfügung. „Ich freue mich, dass das Projekt jetzt tatsächlich angelaufen ist“, sagt die Initiatorin. „Das macht mich auch stolz.“

Auch Sarah Schulze von „mitten-drin“ wertet das Eröffnungs- Treffen des Regenbogen-Cafés als Erfolg. „Wir haben schon ganz viele positive Rückmeldungen bekommen“, erzählt sie.

Während „NaSowas“ in erster Linie Jugendliche berät, steht das Regenbogen-Café Menschen aller Altersgruppen offen. Beim ersten Termin „waren wir eine total nette Gruppe“, berichtet Brigitte Reinke.

Besonders habe sie gefreut, dass auch Teilnehmer aus Nachbarorten nach Oldenburg gekommen seien. Sie hoffe, dass der Bekanntheitsgrad des Cafés noch wächst und sich das Projekt hierzulande etabliert.

„Vielleicht können wir dann irgendwann sogar ein zweites Café in Ostholstein eröffnen.“

Jennifer Binder

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