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Ostholstein Regionalldeich Wallnau ist jetzt sicher
Lokales Ostholstein Regionalldeich Wallnau ist jetzt sicher
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16:18 09.11.2018
Der Regionaldeich Wallnau ist jetzt gesichert. Wolfgang Jensen (r.) vom LKN ist erleichtert. Quelle: GERD-J. SCHWENNSEN
Wallnau a. F

Der „blanke Hans“ hätte beinahe zugeschlagen. Anfang 2017 bedrohte das Sturmtief „Axel“ den Regionaldeich Wallnau im Nordwesten Fehmarns. In einer Sofortmaßnahme wurde er zunächst winterfest gesichert. Im September startete der eigentliche Ausbau. In dieser Woche ist die Deichverstärkung für 3,1 Millionen Euro auf einer Länge von 820 Meter abgenommen worden – rechtzeitig bevor die nächsten Herbst- und Winterstürme hereinbrechen.

Für das Team von Wolfgang Jensen und Ann-Christin Bohnsack vom Instandhaltungs-Baubetrieb Ostsee war das „Deichbaufest“ im Betriebshof Bojendorf daher ein großer Tag. Denn der Landesbetrieb Küstenschutz (LKN) hatte diese große Herausforderung nicht als Neubaumaßnahme in eigener Regie angepackt, sondern die Bauleitung an die erfahrenen Experten vor Ort übergeben.

„Wir waren alle mit Herzblut dabei“, bekannte Jensen. Kein Wunder: Er selbst hatte zuvor die neuralgische Gefahrenstelle jahrzehntelang im Auge gehabt, konnte den Regionaldeich aber immer nur mit Bordmitteln reparieren. Ein Deichbruch hätte jedoch das Hinterland bis zum Landesschutzdeich unter Wasser gesetzt. Bedroht waren unter anderem der Campingplatz und das Wasservogelreservat.

Die „Axel“-Sturmnacht Anfang Januar 2017

Dann kam die berüchtigte „Axel“-Sturmnacht. Auf rund 300 Meter Länge wurde der Deich im Januar 2017 stark beschädigt. Er drohte zu brechen. „An einigen Stellen hätte schon eine einzige Wühlmaus gereicht“, beschrieb Bürgermeister Jörg Weber (SPD) hinterher im LN-Gespräch die brenzlige Situation. In Kiel reagierte der damalige Umweltminister Robert Habeck (Grünen) schnell. Das Land stellte rund 2,5 Millionen Euro bereit.

Kleine Fußnote am Rande: Als Schriftsteller hatte sich Habeck 2001 gemeinsam mit Ehefrau Andrea Paluch auf den Spuren von Theodor Storms „Schimmelreiter“ begeben. Es entstand der gemeinsame Roman „Hauke Haiens Tod“, in dem sie eine verhängnisvolle Jahrhundert-Sturmflut an der Nordsee literarisch nachempfanden.

An dieser Stelle wäre der Deich fast gebrochen. Quelle: GERD-J. SCHWENNSEN

Zurück zum Küstenschutz vor Wallnau: „Die Ostsee ist keine zahme Badewanne“, sagte Jensen. Auch die Mitarbeiter der Hamburger Fachfirma Heinrich Weseloh, die sonst eher den Flussdeichbau an der Elbe kennen, haben das zu spüren bekommen. Die Rammarbeiten oder der Einbau von Stahlspundwänden erforderte eine ausgeklügelte Logistik. Die Geotextil-Sandcontainer der Wintersicherung, die vom Puttgardener Unternehmen von Schönfels verwendet worden war, konnten eingebaut werden. Dazu kommen riesige Findlinge – die dokumentieren, wie aggressiv die Ostsee sein kann: Denn sie sind durch die Wucht der Wellen allesamt irgendwann an die Küste angespült worden.

Sichere Flanke mit 3,10 Meter Höhe

In Höhe des Parkplatzes Heyden wurde der frühere Trampelpfad zum Deich durch eine breitere Zuwegung ersetzt, die jetzt im Notfall auch Rettungs- und Deichschutz-Einsätze erleichtert. Die Höhe des Regionaldeiches bleibt bei 3,10 Meter. „Er ist jetzt überströmbar. Wallnau hat nun eine sichere Flanke und ist safe“, sagte LKN-Geschäftsbereichsleiter Frank Barten (Husum). Im südlichen Bereich in Höhe das Wasservogelreservates wurde er übrigens als Lehmdeich konzipiert .

Begünstigt wurde der Bau des „neuen“ Regionaldeiches dadurch, dass kein aufwendiges Planfeststellungsverfahren nötig war. Es gab „charismatische Gespräche“, sagte Barten schmunzelnd. Für Fehmarn hat die Deichverstärkung sogar einen Nebeneffekt: Tourismusdirektor Oliver Behncke freut sich über sichere Radwege auf dem Deich – auch wenn er offiziell gar nicht als Radweg ausgewiesen sei.

Gerd-J. Schwennsen

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