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Ostholstein Rehkitz von freilaufendem Hund zu Tode gehetzt
Lokales Ostholstein Rehkitz von freilaufendem Hund zu Tode gehetzt
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11:58 07.04.2016
So ist es richtig: Auf öffentlichen Flächen und Wegen sowie in den Wäldern muss der Hund an die Leine. Quelle: Fotos: Thomas Klatt, Ln-Archiv
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Grube

Ein idyllischer Frühlingsmorgen um 10 Uhr in der Feldmark nördlich von Grube. Doch die Idylle trügt: Ein schwarzer Hund hat Witterung aufgenommen, verfolgt ein Rehkitz, reißt es. Beamte der Polizei Grube können das Junge später nur noch tot auffinden. Den Vorgang hat eine Spaziergängerin aus Grube mit ihrem Handy gefilmt.

Freilaufende Hunde hatten erst vor wenigen Wochen im Großraum Lübeck einen Frischling totgebissen sowie Schafe und Rehe angefallen. Immer häufiger werde die gesetzliche Leinenpflicht missachtet, so der Vorwurf aus der Kreisjägerschaft. Dies sei besonders in der jetzigen Brut- und Setzzeit fatal.

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Gruber Polizei ermittelt — Jäger empört über Missachtung der Anleinpflicht — Hundeschul-Expertin gibt Tipps für richtigen Umgang mit Vierbeinern.

Frischlinge, Rehkitze oder Hasenjunge seien in dieser Zeit besonders schutzbedürftig, führt Carsten Höper, Vorsitzender der Kreisjägerschaft Oldenburg, aus. Im Hinblick auf ihren Nachwuchs seien Bachen jetzt nicht nur für frei laufende Hunde, sondern auch deren Begleiter besonders gefährlich. Immer wieder habe die Jägerschaft Rehkitze oder deren Muttertiere abseits von Wegen gefunden, deren Tod auf freilaufende Hunde zurückzuführen sei. Carsten Höper ist sauer: „In touristisch stark frequentierten Regionen ist dies noch häufiger der Fall. Manche Urlauber scheinen zu glauben, dass sie mit der Bezahlung ihres Urlaubsquartieres auch andere Rechte für ihre Hunde erworben haben.“

Wer seinen Hund frei herumlaufen lasse, handle auch anderen Menschen gegenüber fahrlässig. „Das Wild kann auf die Straße gehetzt werden und dort einen Verkehrsunfall verursachen“, warnt Höper.

„Hundehalter, die ihre Tiere frei herumlaufen lassen, bringen mich so richtig auf die Palme“, ist auch von Silke Looks, Betreiberin der gleichnamigen Hundeschule in Oldenburg zu hören. Die Anzahl derer, die gegen die Leinenpflicht verstoßen, nimmt aus ihrer Sicht gravierend zu: „Verantwortungsbewusste Hundehalter sind zunehmend in der Minderheit. Ich kenne einige, die sich mittlerweile mit Pfefferspray bewaffnen, um sich im Notfall gegen freilaufende Hunde verteidigen zu können.“

Für unverantwortliche Hundehalter hat sie kein Verständnis: „Wer seinen Hund auf fünf oder zehn Metern nicht unter Kontrolle hat, wird ihn auch nicht unter Kontrolle haben, wenn er 30 Meter entfernt ist und ein Stück Wild vor der Nase hat.“ Jeder könne seinen Hund erziehen. „Wenn er das alleine nicht hinbekommt, soll er sich professionelle Hilfe holen.“ In einer Hundeschule könnten Hundehalter lernen, wie man das Ziel erreiche, dass einem der Hund gehorche.

Dazu zählten auch Tipps, wie man einen jagenden Hund mittels Ablenkung „umleiten“ könne. Silke Looks: „Als Hundehalter muss ich bestimmen können, was erlaubt ist und was nicht.“ Wer dazu nicht in der Lage sei, habe „gefälligst die Pflicht, seinen Hund an der Leine zu führen“. Lernen könne man auch, Anzeichen des Jagdinstinktes rechtzeitig bei seinem Hund zu deuten. „Dafür muss aber die Aufmerksamkeit ganz beim Hund sein.“ Nach ihrer Erfahrung sei kein Hund zu alt oder zu „verzogen“, um sein Verhalten ändern können.

Für Hundehalter, die sich ihres Vierbeiners nicht hundertprozentig sicher sind, hat Carsten Höper deshalb nur einen Tipp: „Hunde an die Leine nehmen und auf den Wegen bleiben.“

Von Thomas Klatt

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