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Ostholstein Reiterhöfe fordern Reitwegenetz
Lokales Ostholstein Reiterhöfe fordern Reitwegenetz
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23:15 12.02.2016
Urlaub auf dem Pferd fristet in Ostholstein eher ein Nischendasein — ganz anders auf Fehmarn. Quelle: *Jelonnek

Die Pferde- und Reiterinsel Fehmarn stützt sich auf zwei Eckpfeiler: den sogar international erfolgreichen Reitsport — und den lukrativen Reittourismus. Inselweit 38 Mitgliedsbetriebe haben sich zum Verein „Reiten auf Fehmarn“ zusammengeschlossen. Die Reiterhöfe auf der Insel sind ein starker Faktor und damit — so Tourismusdirektor Oliver Behncke — weit vom „Nischendasein“ entfernt, den die Entwicklungsgesellschaft Ostholstein (Egoh) Ende 2015 für den Reittourismus in Ostholstein beklagte.

„Wir könnten damit im Inselosten starten.“

Vorsitzende Nadine Witt

Doch Fehmarns Reiterhöfe sind nicht wunschlos glücklich. Ein ganz starkes Anliegen bleibt es, schrittweise ein Reitwegenetz aufzubauen — möglichst sogar küstennah. Denn Straßenasphalt ist weder für Pferd noch für Reiter ein Hit, außerdem stört der in der Saison oft sehr starke Verkehr.

Der aktuelle Vorstoß der Vorsitzenden Nadine Witt kommt daher nicht ganz zufällig. Denn in den vergangenen Jahren ist auf Fehmarn auf private Initiative und mit Förderung über die „Aktiv-Region“ ein rund 25 Kilometer langes Radwegenetz der „Fehmarn Wege GmbH“ entstanden. Doch als „Leuchtturmprojekt“, das Ende 2014 von Umweltminister Robert Habeck (Grünen) offiziell eingeweiht wurde, ist es lediglich für Radfahrer und Fußgänger geöffnet.

Reiter sind dagegen auf den wassergebundenen Wegen tabu. Aus triftigem Grund: „Pferdehufe sind extrem schädlich und für die Deckschicht echtes Gift“, betont Lars Carstensen, einer der Gesellschafter.

Mitgesellschafter Peter Haltermann warnt davor, direkt neben diesen Wegen ohne deutliche Abgrenzungen Reitwege anzulegen: „Wenn deren Grünstreifen nicht mehrfach im Jahr gemäht werden, gehen die Reiter doch gleich auf den Radweg. Wer kommt dann für die Schäden auf?“

Genau das ist die Crux. Die meisten Reiterhöfe sind als Kommanditisten an der „Fehmarn Wege GmbH“ beteiligt, viele haben selbst Land für das Wegenetz abgegeben. Mehrere Vereinsmitglieder versicherten daher auf der Jahresversammlung von „Reiten auf Fehmarn“ glaubhaft, dass sie auf ihren Pferden keine unbegleitete Reitausflüge zulassen.

Probleme bereiten aber die auswärtigen Reiter, die direkt mit dem Gespann auf einen Parkplatz vorfahren und dann möglichst strandnah losreiten. Carstensen: „Wen rufen wir hinterher an, wenn einer oder mehrere durchgaloppieren?“

Gerne hätte der Verein im Inselosten mit 134 Pferden und Ponys auf den Höfen einen ersten Versuch mit Reitwegen gestartet. Doch mit welchen Standards? Und zu welchen finanziellen Bedingungen? Als in dieser Woche auf der Jahresversammlung des Vereines „Reiten auf Fehmarn“ immer mehr Fragen auftauchten, startete Bürgermeister Jörg Weber (SPD) einen Rettungsversuch.

Das Thema mit viele Fragezeichen soll jetzt erst einmal im kleinen Kreis geprüft werden. Dazu werde er ins Rathaus einladen.

Gerd-J. Schwennsen

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