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Ostholstein Rekordspende der LN-Leser
Lokales Ostholstein Rekordspende der LN-Leser
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15:27 16.02.2016
Neustadt

Nicht schnacken, sondern spenden. Hunderte Leser der LN-Ostholstein-Ausgaben beteiligten sich seit Anfang Dezember an der Aktion „Hilfe im Advent“. Der Zuspruch war riesig. Einige überwiesen fünf Euro, andere 20, 50, 100 oder sogar 500 Euro. Knapp 31800 Euro kamen so zusammen, die Sparkasse Holstein rundete diesen Betrag am Donnerstag nochmal auf letztlich 32000 Euro auf.

Kontaktadressen

Kinderschutzbund Ostholstein (c.bensel@kinderschutzbund-oh.de)

Jugendmigrationsdienst des CJD Eutin (katarina.cernik@cjd-nord.de)

Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes (susanne.voss@drk-oh.de)

Migrationsbeauftragter des Kreises Ostholstein Uwe Wille (u.wille@ kreis-oh.de)

Ein Rekord, ein tolles Ergebnis, aber auch ein Zeichen: Viele Menschen in Ostholstein wollen Flüchtlinge unterstützen. Ebenso ist dies ein deutliches Signal, dass die beteiligten Verbände und Organisationen gute Arbeit leisten. Zusammen mit Ehrenamtlern engagieren sich der Kinderschutzbund Ostholstein, der Jugendmigrationsdienst des CJD Eutin, der Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes sowie Uwe Wille als Kreis-Migrationsbeauftragter. Das gemeinsame Ziel: die neuen Nachbarn integrieren.

„Wir sind sehr dankbar. Es ist ein Spiegelbild der Gesellschaft. Es gibt viele, die die Migranten unterstützen wollen. Eine Spende ist eine Möglichkeit sich der Herausforderung zu stellen, die Menschen aufzunehmen“, sagte Uwe Wille. Besonders erfreut zeigte sich auch Susanne Voss vom DRK. „Das ist ein super Ergebnis. Ich dachte, dass es gewisse Ermüdungserscheinungen gäbe, da immer wieder für Flüchtlinge gesammelt wird. Die Realität sieht anders aus. Einen riesen Dank an die LN-Leser, die das ermöglicht haben.“

Im Fokus der Hilfsaktion standen diesmal die jüngsten Neubürger. Viele haben Krieg erlebt und Angehörige verloren. Einige sind alleine geflüchtet, ohne Mutter, ohne Vater. Ihre Eltern haben sie geschickt und ihr letztes Geld geopfert. Angetrieben durch die Hoffnung auf ein besseres und friedliches Leben für ihre Kinder. Viele Ostholsteiner wissen um die Schicksale, haben Kleidung und Spielzeug gespendet, fahren Neubürger zu Sprachkursen, nehmen sie mit zum Sport, zeigen ihnen Schulen und Kindergärten. Das alles kostet Zeit und oft auch Geld. Und genau dort sollen die Spenden der LN-Leser eingesetzt werden.

„Wir wollen das Geld für Dinge einsetzen, die der Staat nicht unterstützt. Zusammen werden wird jeden Antrag prüfen und entscheiden, welche Vorhaben wir unterstützten“, erläuterte Martin Liegmann, Geschäftsführer des Kinderschutzbundes, am Freitag im Bilanzgespräch. Zusammen mit den drei anderen Beteiligten bietet er Ehrenamtlern an, sich bei Finanzsorgen an die Kontaktpersonen zu wenden (siehe Infostück).

Liegmann selbst würde gerne 3000 bis 4000 Euro in die Hand nehmen, um unbegleitete Jugendliche zu unterstützen. „Wenn diese 18 Jahre alt werden, sind sie plötzlich auf sich gestellt. Die Folge:

die enge Begleitung stockt. Da wollen wir einhaken und aktiv werden“, verdeutlicht er.

Ein Projekt, das Uwe Wille für unterstützenswert hält, ist in Lensahn zu Hause. Dort gibt es eine Theatergruppe. „Man könnte es als ,Interkulturelles Lerntheater‘ bezeichnen. Es geht darum, die Lebensgewohnheiten in Deutschland und Begegnungen mit Migranten aufzuzeigen, aber auch Probleme. Das Besondere ist, dass dies nicht nur für, sondern mit Migranten umgesetzt wird“, so Wille.

Die Begegnung der Menschen, das Erlernen der deutschen Sprache und die Vermittlung von Werten sei bei vielen Vorhaben entscheidend. Was genau mit dem gespendeten Geld passiert, werden wir auch in den kommenden Monaten beobachten und darüber berichten. Klar ist, die 32000 Euro bleiben in der Region.

Eine besondere Erfolgsgeschichte der Aktion „Hilfe im Advent“ lesen Sie in der kommenden Woche in Ihren LN. Dann erzählen wir, wie ein junger Flüchtling nach Ostholstein kam und einen Ausbildungsvertrag erhalten hat.

Diese Spenden gingen noch ein

Heimke Treimer (10 Euro), Ilse Schriever, Gunther Thees (beide 25 Euro), Ruth Pajung, Gabriele Kramer (beide 30 Euro), Angela und Diether Boekholt, Walter Burmeister, Angelika Bartsch, Bärbel und Jürgen Schaffrath, Alice und Günter Dieck, Gisela und Rainer Künkel, Elisabeth und Rolf Richter, Cordula Bauchacker-Tolk, Gudrun Geist, Peter Stieglitz, Aenne Westphal, Silke Saltzmann (alle 50 Euro), Sigrid und Uwe Zeidler, Sabine und Sören Kayser, Brigitta und Uwe Stock, Jutta Severmann, Mechthild Strauss, Aenne Paulsen, Marlis Kripke, Doris Martin, Renate Becker, Barbara Kulke-Teitgen (alle 100 Euro), Ulrike Peschel (150 Euro), Petra Hermer, Renate Wiese (beide 200 Euro), Sparkasse Holstein (207,09 Euro), Lotte Eilers-Sibarani (300 Euro), Georg und Heide Stammer (375 Euro), Hofladen Klostersee (800 Euro) sowie insgesamt 243 Euro von anonymen Spendern.

Sebastian Rosenkötter
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