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Ostholstein Retter simulieren Anschlag auf dem Marktplatz
Lokales Ostholstein Retter simulieren Anschlag auf dem Marktplatz
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18:08 27.10.2018
Auf dem Neustädter Marktplatz wurde ein Anschlag mit einem Sprinter simuliert, der in eine Menschengruppe vor einem Café gefahren war. Quelle: Arne Jappe
Neustadt/Eutin

Tag für Tag stehen Feuerwehren und Rettungsteams in Ostholstein vor neuen Herausforderungen. Um bestens vorbereitet zu sein, trainierten die Einsatzkräfte am späten Freitag in Neustadt, wie auf einen Terroranschlag zu reagieren ist. Nur wenige Stunden später war dann der Nachwuchs bei einer Übung der Kreis-Jugendwehren in Eutin gefordert.

In Neustadt war das Szenario für Zuschauer bedrückend echt: Der Fahrer eines Sprinters fährt in hohem Tempo aus der Reiferstraße und rammt ein anderes Fahrzeug. Die Irrfahrt endet im Außenbereich eines Cafés in einer Menschenmenge. Stühle und Tische fliegen durch die Luft, das gerammte Fahrzeug liegt auf dem Dach. Überall Verletzte, Schreie, blutüberströmte Opfer. Der Neustädter Markt ist kaum wiederzuerkennen. Doch mehr als 120 Einsatzkräften gelingt es, der Lage schnell und professionell Herr zu werden.

Ein Sprinter ist auf dem Neustädter Marktplatz in eine Menschengruppe gefahren – zum Glück nur während einer Übung. Hilfsorganisationen, Feuerwehr und Polizei trainierten so ihre Zusammenarbeit.

Alexander Wengelewski von der Feuerwehr Neustadt hatte die Idee für die Übung. Zusammen mit vielen Verantwortlichen der Hilfsorganisationen, der Polizei und der Schön-Klinik wurde das Konzept über Wochen akribisch ausgearbeitet. Mit dem Stichwort MANV (Massenanfall von Verletzten) eilen die Einsatzkräfte auf den Markt.

Organisatoren sind zufrieden

Bei solchen Lagen kommt ein Leitender Notarzt an die Einsatzstelle, sichtet alle Betroffenen und teilt sie nach Art der Verletzung einer Kategorie zu. Rot bedeutet schwere und lebensgefährliche Verletzungen. Nach und nach werden alle Patienten in Zelte gebracht, dort weiter versorgt und für den Transport in die Schön-Klinik vorbereitet.

Dort steht an diesem Abend ausreichend Personal für eine schnelle medizinische Versorgung zur Verfügung. Am Ende ist Alexander Wengelewski hoch zufrieden mit der Leistung aller Akteure und bedankt sich.

Nachwuchs macht es den Großen nach

In Eutin wollte sich am Sonnabend der Feuerwehrnachwuchs beweisen. Die Kreisjugendfeuerwehr hatte zum ersten Mal eine größere Übung für die Jugendwehren Ostholsteins in einem Waldstück bei Eutin geplant. Etwa 300 Jugendfeuerwehrkräfte nahmen mit rund 40 Fahrzeugen aus dem ganzen Kreisgebiet teil. Sie bekämpften einen simulierten Waldbrand.

Ausgedacht hatten sich das Szenario die Fachgebietsleiter für Wettbewerbe und Öffentlichkeitsarbeit, Sven Lange und Stephan Perner. „Mit Nebelmaschinen haben wir an zwei Stellen einen Brand fingiert“, erläutert Perner. Entdeckt worden sei dieser dann von der Kinderfeuerwehr Eutin, die auch den Alarm auslöste. So wurden selbst die Allerjüngsten mit eingebunden.

Die Jugendwehren und die Jugendgruppe des THW sorgten im Wald für die Wasserversorgung. Quelle: MARKUS BILLHARDT

Dann hatten die Kinder und Jugendlichen im Alter ab zehn Jahren ihren Einsatz. Sie mussten zunächst über eine Strecke von zwei Kilometern Wasserleitungen legen, Wasser aus einem See pumpen und bekamen für den Aufbau von Wasserreservoirs Unterstützung durch die Jugendgruppe vom Technischen Hilfswerk aus Plön. Aber nicht nur das Löschen eines Waldbrandes war gefordert.

Die Jugendwehren mussten Verletzte aus dem brennenden Waldstück retten. Quelle: MARKUS BILLHARDT

Vier Verletzte, junge Statisten, die dementsprechend geschminkt wurden, mussten aufgespürt und gerettet werden. Dann galt es, diese an einer Versorgungsstelle zu transportieren, wo schon die Jugendgruppe der Malteser wartete, um schnell Erste Hilfe zu leisten. Die Gesamtleitung der Übung oblag dem Kreisjugendgruppenleiter Niklas Markmann. Das Einsatzgebiet wurde in mehrer Bereiche unterteilt, in denen die Jugendwehren Abschnittsleiter stellten. Der Nachwuchs hatte aber auch immer einen aktiven Feuerwehrmann an seiner Seite.

Ziel der Übung war es ebenfalls, dass sich Teilnehmer besser kennenlernen und darüber hinaus motiviert werden, sich stärker an Wettbewerben der Kreisjugendfeuerwehr zu beteiligen. „Die Jugendwarte waren zufrieden. Die Übung kam gut an“, zog Stephan Perner Bilanz. Da es das erste Mal war, gebe es immer Punkte, die man besser machen könne. In zwei Jahren sei mit einem anderen Szenario eine Wiederholung möglich.

Arne Jappe und Markus Billhardt

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