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Ostholstein Riesengaudi: Grabenspringen über die Kopendorfer Au
Lokales Ostholstein Riesengaudi: Grabenspringen über die Kopendorfer Au
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21:35 02.04.2016
Mal trocken, mal naß, aber immer lustig: das Grabenspringen der Landjugend Fehmarn. Quelle: Schwennsen

Nur einmal musste witterungsbedingt die Veranstaltung vor drei Jahren abgeblasen werden. Zu gefährlich war es.

Mal trocken, mal naß, aber immer lustig: das Grabenspringen der Landjugend Fehmarn.

„Jung‘s, motiviert doch eure Mädchen.“ Katharina Schmidt, Moderatorin

Ganz anders am Sonnabendnachmittag. Sonne satt auf der Sonneninsel. Knochentrocken war‘s zudem in der Gemarkung zwischen Petersdorf und Gollendorf, keine Schlammschlacht wie im manchem Vorjahr. Ein Pluspunkt für die Teilnehmer und die Zuschauer.

Knietief stand zudem das Wasser. Mit Sandsäcken versuchte die Landjugend Fehmarn, den Pegel am Nachmittag zu halten. Aus einem ganz einfachen Grund: Damit bei einer unfreiwilligen Bauchlandung jeder so richtig klatschnass wird — und trotzdem weicht fällt.

Denn genau das macht die große Attraktion aus: Der Wettkampf zwischen echten Könnern, die schon Titel gewonnen haben, und unerschrockenen Anfängern, die rasch ihr blaues — pardon: nasses — Wunder erleben. Gestern waren die Könner in der Mehrzahl. Das Publikum und die dreiköpfige Jury mussten lange auf das erste Bad in der Au warten.

Umso größer fiel dann der Jubel aus. Denn es erwischte ausgerechnet Jan-Ludwig Lafrenz (Albertsdorf), der zuletzt drei Jahre lang in Folge beim Grabenspringen triumphierte. Er nahm es gelassen hin, wechselte die Kleidung — und machte weiter. Am Ende reichte es sogar noch zum dritten Platz.

Insgesamt neue junge Männer trauten sich diesmal den Sprung mit einem Surfmast zu — im Vorjahr warne es noch 14. Darunter war mit Thomas „Oma“ Mackern (25) sogar ein Argentinier, der momentan in Dänschendorf eine landwirtschaftliche Ausbildung absolviert. „Ich weiß noch nicht, was mich heute erwartet“, hielt er sich vor dem eigentlichen Springen noch zurück. Am Ende reichte es für einen Sonderpreis.

Grabenspringen über die Kopendorfer Au: Manch „alter Hase“, der schon länger dabei ist, ist durchaus wählerisch bei seinem Outfit. Barfuß oder doch lieber in Gummistiefeln, mit einem sommerlichen T-Shirt oder modischer Kopfbedeckung? Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Weil diesmal die Männer unter sich blieben, fehlte mangels Frauen-Power im Teilnehmerfeld aber der ganz besondere modische Chic. Dafür gab‘s teilweise spektakuläre Sprünge, äußerst knappe Landungen auf dem gegenüberliegenden Ufer und nicht minder Aufsehen erregende Bauchlandungen. Einer tauchte mit dem Kopf sogar ganz unter Wasser ab — und schwamm danach freudestrahlend ans Ufer zurück.

Als alles schon vorbei war, folgten noch einige Zugaben. So konnte es Ex- Meister Jan Hermann Kruse aus Großenbrode nicht lassen: „Ich habe mir Ostern den Rücken verrenkt“, gestand er. Und traute sich dann noch einen Sprung zu, wenn auch weitaus weniger beherzt als in den Vorjahren. Andere übten sich im Synchronspringen oder gaben dann doch noch dem Druck des Publikums nach, das lautstark mehr Wasserlandungen einforderte. Außer Konkurrenz holten das einige dann auch noch nach.

Sieger wurde übrigens der Jüngste: Basti Muhl (17) aus Wulfen gewann knapp vor Niels Micheel (29) aus Alberode bei Kassel und Titelverteidiger Lafrenz (22).

Von Gerd-J. Schwennsen

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