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Ostholstein Riesiges Schutzgebiet am Bungsberg geplant
Lokales Ostholstein Riesiges Schutzgebiet am Bungsberg geplant
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16:31 16.11.2016
Im Herbst zeigt sich der Bungsberg von seiner schönsten Seite. Quelle: Monika Grebien

12600 Fußballfelder, 90 Quadratkilometer oder aber 9000 Hektar, dies ist die Größe des geplanten Landschaftsschutzgebietes „Bungsberg mit Vorland“, das als Entwurf einer Kreisverordnung in der Diskussion steht. Das sogenannte Vorland reicht bis an die Ortsgrenzen von Wangels, Lensahn, Harmsdorf und Kasseedorf. Vorgestellt wurde der Entwurf im Ausschuss des Kreistags für Natur, Umwelt, Bau und Verkehr.

Holger Schädlich Quelle: Binder

„Das neue Schutzgebiet ist völlig unnötig.“

Hierdurch möchte der Kreis die Planungshoheit über dieses Gebiet behalten – auch im Hinblick auf den neuen Regionalplan, aus dem die neuen Windenergie-Nutzungsflächen hervorgehen werden. Nils Hollerbach aus der Fachdienstleitung Bauordnung des Kreises bestätigt auf LN-Nachfrage: „Damit sind auf diesem Gebiet neue Windkraftprojekte untersagt oder aber nur mit Sondergenehmigung möglich.“

Betroffen wären davon gleich mehrere Projekte wie in Kniphagen, Mönchneversdorf oder auch Bergfeld. In den Unterlagen wird Windkraft jedoch nicht als eines der Themen genannt, für die Ausnahmegenehmigungen beantragt werden können. Doch noch ist es nicht so weit. Von jetzt an bis zum 25. November läuft ein kurzfristiges öffentliches Beteiligungsverfahren. Noch vor Weihnachten soll die Veröffentlichung des endgültigen Landschaftsschutzgebietes durch das Land vollzogen werden.

Kritisch bringt sich der Kreisbauernverband Ostholstein/Lübeck in das Verfahren ein. Geschäftsführer Holger Schädlich sagt: „Wir haben unsere Bedenken an den Kreis geleitet und hoffen, dass sie dort ernst genommen werden.“ Die Ausweisung eines Landschaftsschutzgebietes sei laut Schädlich überflüssig. Es erschwere zudem alle landwirtschaftlichen Bauvorhaben. Denn auch das geht aus den Unterlagen hervor: Jegliche Veränderung auf der riesigen Fläche ist genehmigungspflichtig.

In diese Richtung argumentiert auch die Interessengemeinschaft Natur- und Landschaftsschutz Ostholstein aus Sierhagen. Deren Sprecher Theo Kleingarn erläutert: „Dieses flächendeckende Verbotsgebiet erzeugt eine ablehnende Haltung gegenüber dem Naturschutz.“ Die Interessengemeinschaft sei interessiert an eigenverantwortlichem Naturschutz. Kleingarn führt aus: „Wenn ein Landwirt aus einer Apfelbaumwiese ein Feuchtbiotop mit einem Froschteich schaffen möchte, muss er dafür eine Sondergenehmigung beantragen.“ Aber auch die normalen Haushalte in diesem Gebiet seien betroffen. Jede bauliche Veränderung, wie beispielsweise der Bau eines Carports, sei genehmigungspflichtig. Oder auch eine Scheune oder ein Silo auf landwirtschaftlichen Höfen.

Positiv sei laut Kleingarn, dass beispielsweise Fracking unterbunden werde. Aber selbst beim Thema Breitbandversorgung seien die Zehn-Meter-Masten nur mit einer Ausnahmegenehmigung zu realisieren.

Verboten ist laut Entwurf auch die Verlegung unterirdischer Leitungen als Ersatz für oberirdische Leitungen. Erdkabel anstelle von Freilandleitungen wären damit schon vorweg vom Tisch.

Die Vorlage gibt's im Internet

Die Vorlage mit einer Karte des Schutzgebietes gibt es unter www.kreis-oh.de im Ratsinformationssystem. Hier muss der besagte Ausschuss (14. November) angeklickt und in der Tagesordnung die PDF-Datei beim Punkt 10 geöffnet werden.

Peter Mantik

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