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Ostholstein Ringen um Bosaus Zukunft: Plön denkt an Übernahme
Lokales Ostholstein Ringen um Bosaus Zukunft: Plön denkt an Übernahme
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21:50 17.10.2017
Wohin wendet sich die die Bosauer Gemeindeverwaltung, wer übernimmt Einwohnermelde- und Bauamt? Quelle: ECKHARD MEIER

In Plön scharrt bereits Bürgermeister Lars Winter (SPD) vernehmlich mit den Hufen. Anlass ist das kommende Ende der Amtszeit des Bosauer Bürgermeisters und geschäftsführenden Bürgermeisters für das Amt Großer Plöner See, Mario Schmidt (57, parteilos). Der hatte bei seiner Wiederwahl 2012 angekündigt, dass nach seiner dritten Amtszeit Schluss ist. Die endet am 31. März 2019. Zeit für Bosau, sich über die Zukunft seiner Verwaltung Gedanken zu machen.

10 Gemeinden sind im Amt Großer Plöner See zusammengefasst. Die Stadt Plön hat 9000 Einwohner, mit den von ihr mitverwalteten Gemeinden Ascheberg und Bösdorf sind es insgesamt 13500.

Gegründet 2007

Das Amt Großer Plöner See entstand 2007 aus der Gemeinde Bosau und dem Amt Plön-Land. Bosaus Bürgermeister Mario Schmidt übernahm die Geschäftsführung. 2012 verließen Ascheberg und Bösdorf das Amt. Es hatte damit gerade noch 8060 Einwohner.

Klar ist: Das kleine Bosau mit 3400 Einwohnern hat kein Recht, einen eigenen hauptamtlichen Bürgermeister zu beschäftigen. Das war auch schon früher so. Dank der Konstruktion mit dem Amt Großer Plöner See wurde aber die Mindestgröße von 8000 Einwohnern knapp erreicht. Mit den ersten Überlegungen zum Auslaufen von Schmidts Amtszeit sind drei Optionen ins Spiel gebracht worden: verbleiben im Amt Großer Plöner See in seiner jetzigen Gestalt mit einem Leitenden Verwaltungsbeamten, Anschluss an die Stadt Plön (grob formuliert) oder Fusion mit der Nachbargemeinde Ahrensbök.

Der Amtsausschuss mit den Vertretern der zehn Gemeinden des Amtes Großer Plöner See neigt dazu, den Fortbestand des Amtes unter Vorsitz eines ehrenamtlichen Amtsvorstehers und mit einem Leitenden Verwaltungsbeamten an der Spitze anzustreben. Plön bliebe damit außen vor, Bosau bekäme einen ehrenamtlichen Bürgermeister.

Die SPD-Fraktion, schon vor fünf Jahren eine Verfechterin einer Plön-Fusion, und Lars Winter sprechen sich jedoch dafür aus, ein ganz großes Amt Plön mit Winter an der Spitze, in Personalunion als Bürgermeister der Stadt Plön, zu bilden. „Es gibt keinen Grund, warum beide Verwaltungen nicht zusammenarbeiten sollten“, sagt Winter. Mit Amtsfusionen habe er in Neustadt-Land und Schönwalde gute Erfahrungen gemacht, und jetzt sei bei Bosau der beste Zeitpunkt dafür. „Wir würden alle gewinnen.“ Konkret stellt sich Winter vor, dass alles so bleibt, wie es ist. Nur bei der geschäftsführenden Gemeinde werde Bosau durch Plön ersetzt. „Die Stadt übernimmt die Geschäftsführung.“ Dafür trete sie in das Amt ein.

Eine Konstruktion, die die Bosauer SPD befürwortet. „Stadt und Land hätten beide über 8000 Einwohner und stünden sich dann gleichberechtigt und auf Augenhöhe gegenüber“, sagte die Bosauer SPD-Fraktionschefin Birgit Steingräber-Klinke bei einer SPD-Veranstaltung. Die Sozialdemokraten brachten aber auch die Variante ins Spiel, dass sich Bosau von Ahrensbök mitverwalten lasse. Das hätte für einige SPD-Mitglieder den Charme, wieder vollständig im Kreis Ostholstein zu Hause zu sein. Die CDU-Fraktion hat sich noch nicht festgelegt. Am besten wäre es, sagt Fraktionschef Manfred Wollschläger, „wir kriegen einen neuen Mario Schmidt“. Mit der derzeitigen Organisation des Amtes sei die CDU sehr zufrieden.

Einer Fusion mit Bosau ist der Ahrensböker Bürgermeister Andreas Zimmermann (parteilos) nicht grundsätzlich abgeneigt. Dafür müssten allerdings zwei Voraussetzungen erfüllt sein: Es müssten beide Gemeinden davon profitieren, und die Konstruktion müsse bürgerfreundlich sein.

Die Bosauer Gemeindeverwaltung mit Sitz in Hutzfeld ist klein und ausgesprochen bürgerfreundlich. Diese Außenstelle in Hutzfeld werde erhalten bleiben, versichert Bürgermeister Mario Schmidt. Dass das notwendig ist, sieht auch Zimmermann so: „Es darf nicht so sein, dass die Menschen lange Wege in Kauf nehmen müssen.“

 Susanne Peyronnet

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