Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Ostholstein Ringtausch auf dem Hochzeitshügel
Lokales Ostholstein Ringtausch auf dem Hochzeitshügel
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:13 08.05.2016
Blick von der künftigen höheren Holzplattform des Hochzeitshügels zum Timmendorfer Platz. Die Arbeiten sind in vollem Gange. Quelle: Fotos: S. Latzel

Tourismuschef Joachim Nitz hatte die Pläne erstmals im Februar 2015 vorgestellt. Auslöser waren die zahlreichen Hochzeitsgäste, die nach Trauungen im Alten Rathaus gern zusammenstehen und das glückliche Paar mit Sekt begrüßen — und sich dabei meist zwischen diversen Autos postieren müssen. Ein schönerer, entspannterer Ort solle geschaffen werden, lautete die Idee. Weitere Planungen und ein Förderantrag bei der Aktiv-Region schlossen sich an.

Zur Galerie
Die Anlage von oben. Der Hochzeitshügel soll auch für kleinere Veranstaltungen und der Öffentlichkeit zum Verweilen zur Verfügung stehen.

In diesem Frühjahr nahmen die Vorbereitungen dann Fahrt auf. Rhododendren und Eiben wurden gerodet, Stromkästen versetzt und die Begrenzungsmauer zwischen dem Hügel und dem Platz abgesenkt. Derzeit werden kleinere Wege über das Gelände gesetzt und natürlich der Mittelpunkt angelegt: zwei Ebenen aus Eichenholzplatten, zusammen 110 Quadratmeter groß, demnächst überspannt von zwei champagnerfarbenen Sonnensegeln. Fertig sein soll das Ganze Ende Mai oder Anfang Juni.

Spannend sind dabei die Details. Damit gerade Damen in Stöckelschuhen nicht ausrutschen, bieten die Plattformen das sogenannte Safe-Grip, erklärt Ingenieurin Margrit Maul vom Landschaftsarchitekturbüro Schlie: „Das Holz hat Rillen, die zum Teil mit Gummierungen gefüllt sind.“ Vom unteren Podest, das acht Meter Durchmesser hat, führen drei Stufen sowie außen herum eine Rampe zum oberen Podest mit sechs Metern Durchmesser. Für lauschige Stimmung sollen Beleuchtungskugeln in den Kiefern sorgen, und neben die Plattformen wird noch eine Hochzeitskirsche gepflanzt. An eine Skulptur aus zwei Timmendorfer Seepferdchen und verschlungenen Ringen können die Paare auf Wunsch ein Liebesschloss hängen.

Damit auf den Plattformen nicht nur Sekt getrunken, sondern auch wirklich geheiratet werden kann, müssen allerlei Vorschriften beachtet werden. „Zum einen braucht es ein festes Dach“, erklärt Nitz mit Verweis auf die Sonnensegel als Witterungsschutz. Zum anderen muss der Bereich während der Trauungszeremonie abgesperrt werden, „das könnte über Kordeln funktionieren“. Einige bürokratische Fragen müssten zudem noch geklärt werden.

Das gesamte Projekt Hochzeitshügel kostet laut Nitz 140000 Euro, wobei 60000 Euro als Fördermittel von der Aktiv-Region kommen. Der Hügel ist Teil eines Konzeptes, nach dem sich Timmendorfer Strand als künftige Hochzeitshochburg etablieren möchte. „Selbstverständlich auch mit dem Blick auf die wirtschaftlichen Aspekte“, sagt Nitz. 160 Trauungen gibt es derzeit in der Gemeinde pro Jahr, das ist ausbaufähig. Eine neue Standesbeamtin wird aktuell ausgebildet, und weitere besondere Orte für Eheschließungen wie der Hemmelsdorfer Fischereihof, das Teehaus oder die Niendorfer Seebrücke werden ins Auge gefasst. „Für den Hochzeitshügel haben wir auch schon die ersten Anfragen bekommen“, berichtet der Tourismuschef — und wer weiß, ob nicht schon bald der Hochzeitsmarsch am Timmendorfer Platz unterm grünen Blätter- und Kiefernnadeln-Dach erklingt.

Vorgaben und Freiheit

Bei standesamtlichen Trauungen im Freien müssen bestimmte Vorgaben des Personenstandsrecht berücksichtigt werden. So muss der Ort der Trauung im Bezirk des Standesamtes liegen und grundsätzlich allen Paaren für eine Heirat offen stehen. Der Ort muss außerdem für die Zeit der Trauung absperrbar sein, um die Öffentlichkeit auszuschließen, damit es keine Störungen gibt. Außerdem muss ein Trauzimmer in der Nähe sein, falls das Wetter zu schlecht ist.

Andere Vorgaben gibt es bei kirchlichen Trauungen. Freie Gestaltung von Ort und Feier gelten für — der Name deutet es an — freie Trauungen, die allerdings keine rechtsverbindliche Gültigkeit haben.

Von Sabine Latzel

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

In Niendorf ist die Saison offiziell mit dem Anbaden eröffnet worden. Das Spektakel lockte zahlreiche Schaulustige an.

07.05.2016

Anke Cosmus von der Alten Gutsgärtnerein gab Gartlern wertvolle Tipps.

07.05.2016

Kommunikation ist für den Iraker Mohammed Mohsin eine große Barriere. Ihm und anderen gehörlosen Asylsuchenden in Schleswig-Holstein hilft Monika Gascard aus Neustadt.

07.05.2016
Anzeige