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Ostholstein Roadmovie: Abenteuer am Fehmarnbelt
Lokales Ostholstein Roadmovie: Abenteuer am Fehmarnbelt
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13:56 12.08.2016
Filmdreh für das Roadmovie auf Fehmarn: Am Marienleuchter Strand kämpft das Team mit wechselhaftem Wetter. Quelle: Fotos: Schwennsen (4) / Augenschein (2)
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Marienleuchte a. F

Ein verwunschener, unbewohnter Leuchtturm direkt am Belt, seit Jahren schon dem Verfall preisgegeben. Marienleuchte – ein Zeugnis aus Fehmarns dänischer Ära. 1832 nach der Königin in Kopenhagen benannt. Aus der Zeit gefallen wie die verwaiste „Pension Horster“, in die sich das Bauwerk auf der Insel fast unbemerkt verwandelt hat.

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Klappe zu, Film läuft: Die meisten Szenen der zweiten Filmhälfte von „Monster“ werden auf Fehmarn gedreht – mitten in der Hauptsaison.

Daten und Hintergründe

26 Drehtage sind angesetzt, der Großteil der zweiten Filmhälfte entsteht auf Fehmarn. Kinostart: geplant 2017.

Unterstützt wird die Produktion von „augenschein“ (Köln) unter anderem von der Filmförderung Hamburg/Schleswig-Holstein, SR und Arte.

Kerstin Polte hat in Quebec, Karlsruhe und Zürich studiert, arbeitete unter anderem fürs Festival „Rock am Ring“.

Doch zufällige Zaungäste kommen noch mehr ins Staunen. Tatsächlich: Corinna Harfouch und Meret Becker huschen über den unwirtlichen Platz. Nächster Drehtag mit Regisseurin Kerstin Polte auf der Insel. Direkt am Meer entstehen zentrale Szenen für ihren Debütfilm „Monster“, der 2017 in die Kinos kommen soll.

Mit einer tollen Konstellation. Corinna Harfouch erhielt als erste Hauptdarstellerin das Drehbuch. „Nach drei Tagen hatten wir ihre feste Zusage“, so Produzent Jonas Katzenstein. „Sehr spannend“ fand sie es vor allem, als dann bald klar war: Meret Becker soll ihre Tochter spielen.

Zwei großartige deutsche Schauspielerinnen in einem Film, in dem drei Frauen aus drei Generationen die entscheidenden Impulse geben. Nicht ganz freiwillig: Doch die jahrzehntelange Ehe von Charlotte (Corinna Harfouch) und Paul (Karl Kranzkowski) gerät ausgerechnet ins Wanken, als mit der Pensionierung des Ehemannes das Leben doch „endlich losgehen“ soll.

Die vierköpfige Familie mit Tochter Alex (Meret Becker) und der hochbegabten Enkelin Jo (Annalee Randt) steht zusehends unter Spannung. Merkwürdige Dinge häufen sich: Gefrorene Hühnchen, Krabben und Jos Katze „Bootsmann“ fallen vom Himmel. Charlotte, deren Gedächtnis immer mehr nachlässt, und Jo brechen aus. Es beginnt ein Roadmovie voller Abenteuer – humorvoll, liebevoll und voller Lebensfreude.

Der Filmtitel „Monster“ steht übrigens für die Ängste, die die Menschen mit in ihr Leben nehmen. „Charlotte hat ihre Krankheit, die sie verheimlicht und Paul lange gar nicht bemerkt, geschenkt bekommen“, begeistert sich Corinna Harfouch für ihre Rolle: „Denn eigentlich hat sie zu lange gewartet, um etwas zu verändern.“

Erst spät hat das Team um Kerstin Polte Fehmarn entdeckt. „Klar war nur, dass der Familien-Trip am Meer landen würde. Doch zwei Wochen vorm Drehbeginn zauberte jemand das Bild vom stillgelegten Leuchtturm hervor“, erinnert sich die Regisseurin.

Keiner hat es bereut. Obwohl mit der Standortwahl eine logistische Meisterleistung begann. Katzenstein: „Wir sind jetzt mitten in der Hauptsaison, vieles ist ausgebucht. Und liegen zwischen zwei ,Tatort’- Drehterminen von Meret und Verpflichtungen der anderen Darsteller.“ Daher ist die 40- bis 50-köpfige Crew am Filmset nicht zentral untergebracht, einige haben sich in Heiligenhafen eingemietet.

Trotzdem: Sie sind erstaunt darüber, sich fast überall frei und ungestört bewegen zu können. Nur zwei jugendliche Autogrammjäger haben sich vorsichtig Meret Becker genähert. Ähnlich positive Erfahrungen hat schon das Filmteam für die ARD-Serie „Nord bei Nordwest“ am Hafen Orth gemacht.

Das Roadmovie führt auf Fehmarn sogar an leere Strände wie vor Marienleuchte, Westermarkelsdorf und Staberhuk. Im Inselwesten wurden Autoszenen mit Vollbremsung auf engen Landstraßen gedreht. Und in der St.-Johannis- Kirche zu Bannesdorf spielen laut Drehbuch Beichtstuhl und Opferstock eine Filmrolle.

Probleme bereitet in diesen Tagen nur das höchst wechselhafte Wetter. Mal ist es zu windig, dann verändern sich rasant die Lichtverhältnisse. „Vom Meer kriegt man nicht genug“, scherzt Meret Becker.

Sie ist dick eingemummt, fröstelt dennoch und verschwindet schnell wieder im Wohnwagen. Ganz anders Bruno Cathomas, der den sonderbaren, gut beleibten Pensionswirt mimt und seelenruhig mit fast nacktem Oberkörper herumläuft. Seine Figur wird noch eine ganz überraschende Bedeutung gewinnen – aber dieser Clou soll vorab nicht verraten werden.

Am späten Nachmittag lässt das Inselwetter doch eine aufregende Filmszene zu. Im Badeanzug läuft Charlotte die schmale Treppe hinterm neuen Leuchtturm hinunter und stürzt sich in die tosende Ostsee.

Bei 18, kaum 19 Grad eine spürbare Herausforderung für Corinna Harfouch. Aber sie ist Profi. . .

 Gerd-J. Schwennsen

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