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Ostholstein Rollender Protest gegen den Belttunnel
Lokales Ostholstein Rollender Protest gegen den Belttunnel
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20:25 04.11.2013
Gut sichtbar brachte Elke Zimmermann ihre Ablehnungsbekundung an der Fensterscheibe ihres Autos an.

Für das Ostsee-Wochenende des Hamburger Ehepaares Elke und Peter Zimmermann stand am Sonntagnachmittag eine besondere Ausfahrt auf dem Programm. Die beiden haben eine Ferienwohnung in einer Sierksdorfer Appartementanlage — und sie sind Mitglieder in der Bürgerinitiative „Kein Güterbahnverkehr durch die Badeorte der Lübecker-Bucht“ (KGBV). Diese hatte gemeinsam mit der Ratekauer Initiative „ Ratekau wehrt sich — keine Güterzüge durch unsere Gemeinde“ einen Autokorso organisiert, der den Protest gegen eine feste Fehmarnbeltquerung und die von den Bürgerinnen und Bürger befürchteten Konsequenzen durch die betroffenen Gebiete rollen lassen sollte.

Erst vor Kurzem haben die beiden Bürgerinitiativen ihre Teilnahme am Dialogforum zum Großprojekt aufgekündigt (die LN berichteten). „Das war eine Pseudo-Bürgerbeteiligung, weil nichts mehr verändert werden konnte“, sagte Kerstin Fischer, Sprecherin der Ratekauer. Michael Dietz, Vorsitzender der KGBV pflichtete ihr bei: „Man fühlte sich dort nicht wahrgenommen.“

Nachdem sie sich über längere Zeit auf die Arbeit im Dialogforum konzentriert haben, wollen die beiden größten Bürgerinitiativen ihre Ablehnung zum Fehmarnbelt-Tunnelbau nun wieder deutlich wahrnehmbar nach außen tragen. Der Autokorso am Sonntag sollte dafür den Auftakt bilden. „Wir waren viel zu lange ruhig, wir machen jetzt mehr“, sagte Kerstin Fischer. Im Schulterschluss mit dem KGBV wolle man gemeinsam gegen das Großprojekt angehen, mit gebündelten Kräften und dem Schwerpunkt auf dem gemeinsamen Interesse. Dafür reihten sich am Startpunkt des Konvois am Ratekauer Rathaus etwa 50 Autos in den „geschlossenen Verband“ ein und trugen ihre Haltung durch 14 Dörfer und Ostseebäder. Zwischenzeitlich waren nach Angaben der Veranstalter fast 70 Fahrzeuge auf der Strecke. Schilder in verschiedenen Größen, Flaggen und Luftballons lenkten die Aufmerksamkeit auf das Anliegen der Pkw-Demo.

Auch Elke und Peter Zimmermann waren von den Veranstaltern entsprechend ausgestattet worden und befestigten ihre Botschaft an der Fensterscheibe ihres Wagens. Die Hamburger hatten nicht gezögert, sich der Aktion anzuschließen: „Der Tourismus an der Ostseeküste hat doch eine lange Tradition. Warum kann man das nicht belassen, wie es ist. Da bricht doch eine ganze Wirtschaft zusammen“, sagte Peter Zimmermann. Sie sähen keinen Nutzen für die Region. Dazu komme die Gefährdung der Natur.

Die Frage, ob noch Hoffnung bestehe, das Projekt zu kippen, bejaht Kerstin Fischer ohne zu zögern: „Ja, da ist noch nichts in trockenen Tüchern! Solange das entsprechende Baugesetz vom dänischen Parlament noch nicht verabschiedet ist, kann man das stoppen.“

„Solange das Baugesetz vom dänischen Parlament noch nicht verabschiedet ist, kann man das stoppen.“
BI-Sprecherin Kerstin Fischer, Ratekau

Astrid Jabs

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