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Ostholstein Schriftsteller werden zu Buchhändlern
Lokales Ostholstein Schriftsteller werden zu Buchhändlern
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17:51 06.11.2018
Die fünf Autoren aus der Region Eutin und Umgebung Jan von der Bank, Julianna Grohe und Farina de Waard (von links) sowie Kira Borchers und Sarah Natusch unterstützten Buchhändler Jan Hoffmann als Kundenberater und Vorleser. Quelle: Dirk Schneider
Eutin

 Sie schreiben Spionagethriller und Historienromane, dichten Liebesgeschichten, erfinden Fantasiewelten – fünf kreative Autoren aus Eutin und Umgebung haben in der Buchhandlung Hoffmann mitgearbeitet und sind dabei mit Lesern ins Gespräch gekommen.

Der Rollenwechsel, bei dem die Schriftsteller auch die beratende Funktion des Buchhändlers übernahmen, ermöglichte den Schreibern zudem einen Blick hinter die Kulissen. „Nur die Vielzahl der unabhängigen Buchhandlungen garantiert die große Vielfalt der Literatur“, ist Jan von der Bank überzeugt. Aus diesem Grund unterstützt der erfolgreiche Eutiner Autor die Aktion, an der sich in dieser Woche bundesweit mehr als 680 Buchhandlungen beteiligen, mit Rat und Tat.

Vom Architekten zum Drehbuchautor

Im Klönschnack mit den schreibenden Kollegen Julianna Grohe, Kira Borchers, Farina de Waard und Sarah Natusch berichtete von der Bank, wie er als Seiteneinsteiger zur Schriftstellerei gekommen ist. In einer mehr oder weniger freiwilligen Schaffenspause als freier Architekt habe er an einem Talentwettbewerb des Westdeutschen Rundfunks teilgenommen und ein Skript für die TV-Surfer-Serie „Gegen den Wind“ entwickelt.

Das maritime Genre lag dem passionierten Segler, der seinen Grundwehrdienst teilweise auf der „Gorch Fock“ geleistet hatte, derart im Blut, dass er weitere Aufträge für die „Küstenwache“ sowie „Der Alte“, „Der Fahnder“, „Stolberg“ und die zweite Folge des Kieler Borowski „Tatort“ bekam und mittlerweile von der Arbeit als Drehbuchautor gut leben kann. „Privat finde ich Krimis aber eher langweilig“, gesteht von der Bank. Das Problem: Die meisten Geschichten seien bereits erzählt, da helfe es auch nicht den Schauplatz von einem abgelegenen Bergdorf auf eine einsame Insel zu verlegen.

Segeltörn mit Geheimagenten und Verfolgungsjagd über die Ostsee

Im Fernsehen funktioniere diese Regionalisierung vielleicht aufgrund der sehr unterschiedlichen Bilder. Beim Lesen konzentriere sich sein Kopfkino aber mehr auf die eigentliche Handlung. „Da ist schon etwas mehr Einfallsreichtum gefragt“, Genau dies kennzeichnet von der Banks Roman „Die Farbe der See“, in dem er seine Liebe zur Segelei und die Weltmeisterschaft der Starboote vor Kiel im Jahr 1939 als Ausgangspunkt für einen spektakulären Segeltörn mit Geheimagenten und eine Verfolgungsjagd mit Schnellbooten durch die Ostsee nutzt. Für den richtigen Kick sorgt dabei eine besondere Fähigkeit, die er seinem heimlichen Helden, einem Segelmacher und Fischersohn, angedichtet hat. Diese Mischung aus Authentizität und Fiktion mache für ihn den Reiz einer guten Geschichte aus.

Farina de Waard aus Hutzfeld/Bosau hat für ihre Erzählungen einen ganz eigenen Kosmos mit Paralleldimensionen entwickelt. Diese verschiedenen Welten sind punktuell und sporadisch mit einanderverwoben, sodass die Heldinnen – die beiden Hauptcharaktere sind weiblich – zwischen einer eigentlich recht bekannt wirkenden Welt mit allerlei Alltagsproblemen und einem düsteren magischen Reich voller ebenfalls nicht unbekannten Schwierigkeiten pendeln. Die 27-jährige Studentin entwickelte ihre ersten Figuren vor 13 Jahren, feilte an Charakteren und Handlung bis sie vor vier Jahren den ersten Roman einer sechsteiligen Reihe im selbstgegründeten Verlag auf den Markt brachte. Mittlerweile sind vier Romane aus der Reihe „Vermächtnis der Wölfe“ erschienen, wobei sich ein Prequel eingeschlichen hat. „Es fehlen also noch drei Bände, der vierte Fortsetzungsroman ist gerade in Arbeit“, berichtet de Waard.

Fünf fast fertige Bücher in der Schublade

Kira Borchers – mit 18 Jahren die jüngste Autorin in der Runde – hat bereits fünf Bücher in der Schublade. Die Malenter Schülerin hat bislang zwar erst eine Kurzgeschichte veröffentlicht, doch im Herbst 2019 erscheint ihr erstes großer Roman. „Es handelt sich um eine spannende Liebesgeschichte mit viel Aktion und einigen fantastischen Elementen, die irgendwo in England spielt“, erzählt die junge Frau. Im gleichen Genre ist Julianna Grohe unterwegs, die über einen Aufruf der LN im Jahr 2010 zur Feder gegriffen hatte. Das Ergebnis überzeugte nicht nur Familie und Freunde. „Mittlerweile habe ich drei Bücher und sieben Kurzgeschichten veröffentlicht.“ Quasi als Bindeglied zur Buchhandlung fungierte Sarah Natusch. Die Eutiner Buchhändlerin steuerte für einen magischen Sammelband die Novelle „Traumwächter“ bei.

Allein schon diese Veranstaltung mit wenigen heimischen Autoren zeige den Bandbreite des Buchmarkts, sagte Jan Hoffmann, der sich über das Engagement des literarischen Quintetts freute. Und als unabhängiger örtlicher Buchhändler sehe er seine Aufgabe auch darin, die Zusammenarbeit mit lokalen Autoren zu stärken und deren gute Werke zu fördern. „Die großen Ketten haben ein relativ einheitliches Programm“, sagte Hoffmann. „Das ist nichts Schlechtes, aber bei uns gibt es auch mal etwas Frisches, Neues, Überraschendes, Anderes.“

 

Dirk Schneider

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