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Ostholstein Rosengarten: Kaufleute wollen Verkehr verbannen
Lokales Ostholstein Rosengarten: Kaufleute wollen Verkehr verbannen
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21:10 14.03.2018
Noch rollt der Verkehr, und es gibt eine ganze Parkreihe: Über die Zukunft des Rosengartens in Eutin wird heftig debattiert. Quelle: Fotos: Benthien
Eutin

Das sah im jüngsten Stadtentwicklungsausschuss ganz anders aus. Die CDU hatte dort den Antrag gestellt, statt drei – wie in den Planungen für die Umgestaltung des Rosengartens lange vorgesehen – zehn Parkplätze einzurichten. Die SPD hatte das ohne Murren mitgetragen, ebenso die FDP. Vorausgegangen war unter anderem ein Appell von Thomas Menke, stellvertretender Vorsitzender der Wirtschaftsvereinigung Eutin (WVE), der die verlustreichen Folgen für die Kaufleute aufgezählt hatte.

Da guckte manch einer ungläubig in die Runde: Nach einem Plädoyer von Kaufleuten und Anwohnern des Rosengartens, ihre Straße doch bitte zu beruhigen und mit der Sanierung keinesfalls zehn Parkplätze auszuweisen, zeigten sich CDU und SPD windelweich: Es sei noch gar nichts entschieden.

Im Hauptausschuss meldeten sich ebenfalls Kaufleute zu Wort. Bernd Herkelmann (Herkelmann-Bikes) nannte die Verkehrssituation am Rosengarten „unerträglich“. Der Durchgangsverkehr müsse weg, auch die Parkplätze sollten weichen. „Ich wünsche mir eine Flaniermeile und eine angenehme Aufenthaltsqualität“, sagte er. „Die Parkplätze im Rosengarten werden oft von Anwohnern und Geschäftsinhabern belegt“, merkte Karin Struck (Strucks Fashion) an. Da hätten Kunden ohnehin das Nachsehen. „Wir haben uns auf die Beruhigung gefreut. Der Zugang zum See ist für uns am Rosengarten doch unser Pfund“, sagte die Geschäftsfrau.

Der Rosengarten dürfe nicht wie ein Stiefkind behandelt und von Dauerparkern blockiert werden, sagte ein anderer Anwohner. Er wünsche sich, dass der Rosengarten eine beruhigte Zone werde. Drei Stellplätze mit jeweils einer halben Stunde Parkzeit seien völlig ausreichend für Besorgungen. „Ich bin nicht einverstanden, dass hier zehn Parkplätze eingerichtet werden sollen“, sagte auch Birgit Rath de Vogtherr (Salon Rath).

Die Botschaften kamen an – ganz sicher auch mit Blick auf die Kommunalwahl am 6. Mai. „Bei uns in der Fraktion haben die Köpfe geraucht“, gab Matthias Rachfahl, Ausschussvorsitzender und CDU-Fraktionschef, zu. „Es gibt unterschiedliche Auffassungen, und ich glaube, das letzte Wort ist noch nicht gesprochen.“

Gabriele Appel (SPD) räumte ein, dass ihre Fraktion die Parkplatzfrage ebenfalls kontrovers diskutiere. „Wir haben im letzten Stadtentwicklungsausschuss der Verwaltung erst einmal einen Prüfauftrag erteilt. Was Sie heute vorgebracht haben, werden wir sicher mit ins Kalkül ziehen. Es ist noch nichts in Stein gemeißelt“, sagte sie. Margret Möller (FDP) sicherte zu, „die Fragen und Bedenken mit in die Fraktion zu nehmen. Ich habe diese Argumente bisher so noch nicht vernommen.“

Die Grünen dankten den Kaufleuten für ihr Erscheinen: „Ich bin froh, dass Sie da sind. Ihre Stimme ist bis jetzt nicht so gehört worden“, sagte Monika Obieray. Ihre Fraktion habe im jüngsten Stadtentwicklungsausschuss sehr für die Beruhigung des Rosengartens gekämpft. „Die WVE hat mit Vehemenz behauptet, ohne mehr Parkplätze gehe es dort nicht. Sie gehören ja auch teilweise zur WVE.

Erheben Sie weiter Ihre Stimme.“

Die Verwaltung sei vom Verlauf des Stadtentwicklungsausschusses überrascht worden, sagte Bürgermeister Carsten Behnk (parteilos). „Wir wollen vor der nächsten Sitzung noch einen Termin für eine Bürgerbeteiligung ansetzen“, kündigte er an.

Von Ulrike Benthien

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