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Ostholstein Sabine Kuhnert bleibt: Vorwärts bei den Festspielen
Lokales Ostholstein Sabine Kuhnert bleibt: Vorwärts bei den Festspielen
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21:10 13.08.2015
Sind um Harmonie bemüht: Arend Knoop (v. l.), Hans-Wilhelm Hagen, Sabine Kuhnert und Dominique Caron. Quelle: Christina Düvell-Veen
Eutin

Es war für die Stadt die Nachricht des Tages, Sabine Kuhnert bleibt — wie auf LN-online gestern berichtet — Geschäftsführerin der Eutiner Festspiele. Nach gut fünfstündiger Sitzung einigten sich Gesellschafter, Beirat, Geschäftsführung und Intendanz kurz vor Mitternacht darauf, dass der Vertrag von Sabine Kuhnert für ein Jahr verlängert wird.

Nach einer Beiratssitzung Mitte Juli war durchgesickert, dass ihr Vertrag mit Ende der Spielzeit auslaufen sollte. Offensichtlich gab es Disharmonien zwischen einigen Mitgliedern im Beirat, der Eutiner Wirtschaftsvereinigung als Gesellschafter und Sabine Kuhnert.

Einer, der sich offen gegen sie gestellt hatte, war der Beiratsvorsitzende Hans-Wilhelm Hagen. Der Banker argumentierte damals, es müssten neue Strukturen für die Festspiele her, da sei für die Geschäftsführerin kein Platz. Hagen, der seit Jahren für Fortbestand und Erfolg der Festspiele kämpft, sagte gestern Vormittag: „Bei aller unterschiedlichen Bewertung haben wir einen tragfähigen Kompromiss gefunden.“ Es sei nun die Pflicht aller, sich an die Reihe der getroffenen Vereinbarungen zum Wohle der Festspiele zu halten und diese voranzubringen.

Der Beirat sei während der Sitzung in seiner jetzigen Form bestätigt worden. Hans-Wilhelm Hagen begrüßt das Ergebnis der Sitzung „vor allem im Interesse der Mitarbeiter, die Sicherheit und Ruhe“

bräuchten. Es würden nun für ein erfolgreiches Bestehen der Festspiele „kaufmännische Prozesse und strukturelle Entwicklungen“ eingeleitet. Dabei sei Dr. Arno Probst, der als Mitglied im Präsidium der Industrie und Handelskammer (IHK) zu Lübeck und Mediator an der Sitzung teilgenommen hatte, auch künftig beratend tätig.

Sabine Kuhnert war im Gespräch mit den LN sichtlich froh. „Die Gewinner sind die Festspiele“, sagte die Chefin vom Grünen Hügel. Sie hatte immer deutlich gemacht, dass es ihr nicht um ihre Person gehe, sondern darum, die erfolgreiche Arbeit mit Intendantin Dominique Caron und dem Technischen Leiter Arend Knoop, die sich von Anfang an hinter sie gestellt hatten, fortzusetzen. „Ich freue mich, dass wir gemeinsam diesen Weg gehen und neue Strukturen einleiten.“ Dies sei im Interesse der Festspiele absolut notwendig. In den nächsten Wochen werde alles mit einem Zeitplan unterlegt.

Kuhnert lobte die „professionelle und konstruktive Sitzung“.

Schon zu Zeiten größter Turbulenzen hatte sie auf einen Kompromiss gehofft und damals gesagt: „Ich glaube, wir befinden uns in einem Prozess, der ein gutes Ende nehmen wird.“ Nun könne sie „mit ganzer Kraft“ die Spielzeit 2016 angehen.

Auch Beiratsmitglied Dr. Joachim Scheele ist nach der Zerreißprobe für die Festspielführung froh über die Einigung. Er setzt unter anderen auf Arno Probst. „Es wäre schön, wenn er sich weiter so unterstützend einbringen könnte, wie gestern Abend.“ Der IHK-Vizepräses war „aus Gesellschafter- und Beiratskreisen“ um die Moderation gebeten worden. Er habe gern Hilfestellung gegeben, kenne die Festspiele aber vor allem als „ständiger Besucher“. Probst betonte, wie wichtig der IHK Lübeck wirtschaftskulturelle Belange in der Hansebeltregion sind. Das zeige auch der alle zwei Jahre verliehene Hansebelt Wirtschafts- und Kultur-Preis.

WVE-Vorsitzender Klaus Hoth sagte gestern: „Ich bin heilfroh, dass wir eine Lösung gefunden haben, damit es überhaupt weitergeht.“ Man werde sehen, wie die Zusammenarbeit klappe, da ja neue Bedingungen geschaffen werden sollten. Er wolle nicht jeden Tag über Diskussionen in Sachen Festspiele lesen, räumte allerdings ein, dass diese „hausgemacht und leider zum falschen Zeitpunkt losgetreten worden sind“.

In seiner Funktion als Vertreter des Vermieters der Opernscheune und darüberhinaus Vertrauter der Familie Ulbrich, hatte sich Mirko Stemmler in Eutin eingefunden. „Die Festspiele sind bis Ende 2016 gesichert, die wichtigsten Personen — Geschäftsführerin Sabine Kuhnert, Intendantin Dominique Caron und der Technische Direktor Arend Knoop — stehen ihnen weiter zur Verfügung, das war das Entscheidende“, so sein Resümee.

„Die Vernunft hat gesiegt“, bilanzierte Arend Knoop. Seine Meinung habe von Anfang an zu 100 Prozent festgestanden: „2016 bewältigen wir nur zu dritt, im bewährten Team.“ Die Sitzung sei anfangs hitzig gewesen, er habe deutliche Worte gesprochen, „es sind dann alle aufeinander zugegangen“. Allerdings halte ein Beiratsmitglied an seiner Auffassung, den Vertrag mit Sabine Kuhnert nicht zu verlängern, fest.

„Unsere Konstellation ist ein Glücksfall, wir haben eine gemeinsame Sprache gefunden“, stellte Dominique Caron die Qualität des Festspiele-Trios heraus. Für dessen Arbeit sei in den vergangenen Wochen die Pausetaste betätigt worden, „jetzt können wir wieder auf ,Forward‘ drücken“. Die losgetretene Debatte habe sie nicht verstanden, weder deren Zeitpunkt, noch weshalb es überhaupt dazu gekommen sei. Man könne nicht im Alleingang etwas tun, ohne die Intendantin, die ja auch Gesicht der Festspiele sei, zu informieren. Und: „Wir sind hier nicht im Kindergarten, wir sind ein Unternehmen und tragen Verantwortung — Stadt, Kreis, Land und den Menschen gegenüber.“

Gewinner auf beiden Seiten
Na bitte, es geht doch: Erwachsene haben sich als solche verhalten, persönliche Befindlichkeiten zurückgestellt und im Interesse der Eutiner Festspiele einen Kompromiss gefunden. Sabine Kuhnert darf bleiben — und sie will es erfreulicherweise auch noch. Nach den Erfahrungen der vergangenen Wochen ist das durchaus nicht selbstverständlich. Mit ihr, Intendantin Dominique Caron und Arend Knoop, der viel mehr ist als „nur“ Technischer Direktor und Beiratsmitglied, steht ein wirkliches Team für 2016 bereit.
Zu den Gewinnern zählt aber auch Hans-Wilhelm Hagen. Zwar hat er die Querelen befördert, zeigt mit seiner Kompromissbereitschaft aber Größe. Kommt es zum Schwur, geht es ihm um die Sache.
Ob das für alle Kritiker gilt, darf bezweifelt werden. Für die, die gern zu kurz springen, empfiehlt sich der Blick über den Tellerrand. Auch Heinz- Dieter Sense, heute Geschäftsführender
Direktor in Bayreuth, oder Josef Hussek, Berater einer international agierenden Klassik-Agentur, waren einst nicht gut genug für Eutin.




Martina Janke-Hansen über die Vertagsverlängerung von Sabine Kuhnert.

Ulrike Benthien und Martina Janke-Hansen

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