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Ostholstein Sager will mehr Hilfe für den ländlichen Raum
Lokales Ostholstein Sager will mehr Hilfe für den ländlichen Raum
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23:05 07.08.2017
„Wer, wenn nicht wir, soll die Fläche stark machen?Reinhard Sager, Landrat
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Eutin/Berlin

 

Das Kreisstraßennetz ist groß und weit. Vor allem ist es laut Sager aber auf vielen Strecken marode. Das koste Lebensqualität. Quelle: Foto: Peyronnet

Die Forderung wird flankiert von einem Wunschkatalog des Deutschen Landkreistages an die Bundespolitik in den Jahren 2017 bis 2021. Der Landkreistag, Lobby-Organisation der deutschen Landkreise und zusammen mit dem deutschen Städte- und Gemeindebund Fürsprecher für die Gebiete außerhalb der Großstädte, hat 25 Forderungen aufgestellt. Sie reichen vom Breitbandausbau bis zu einer überall sichergestellten medizinischen Versorgung.

Sager hat eine der Kernforderungen jetzt noch einmal im NDR   präzisiert. „Wir möchten das bisherige Landwirtschaftsministerium in Berlin weiterentwickelt wissen.“ Die Landwirtschaft, sagte er den LN, sei nach wie vor wichtig, in Ostholstein sogar herausragend. „Aber Landwirtschaft ist nicht alles.“ In den Dörfern und Kleinstädte müsse eine vernünftige gewerbliche Entwicklung möglich sein.

Deshalb sei es schwer erträglich, dass viele Förderinstrumente auf die großen Städte ausgerichtet seien. Der Kreis Ostholstein zum Beispiel kümmere sich um die Kreisentwicklung und die Wirtschaftsförderung. „Wir möchten aber auch die Förderkriterien haben, damit wir damit arbeiten können.“ Dabei geht es Sager nicht nur um mehr Geld, sondern vielmehr um Geld für die richtigen Ziele.

Ein Beispiel führt er beim Ausbau des schnellen Internets an. „Die Förderrichtlinien sehen noch Kupferkabel vor, während wir Glasfaser ausbauen.“ Zudem verweist Sager auf die „Herkulesaufgabe“, die Kreisstraßen in Schuss zu halten.

Das schnelle Internet ist nur einer von vielen Ansätzen, mit denen die Landkreise den ländlichen Raum attraktiv erhalten oder machen wollen. Jobs sind ein weiterer wichtiger Punkt. „Wir müssen dafür sorgen, dass wir hier Arbeitsplätze schaffen“, sagt Sager. Daneben spreche vieles dafür in einem ländlichen Gebieten zu wohnen. Zur Lebensqualität gehöre auch hochklassige Kultur und Bildung.

Voraussetzungen, die laut Sager in Ostholstein gegeben sind.

Ein weitere Infrastrukturprojekt hat der Landkreistag auf der Agenda: Elektro-Tankstellen. „Wir wollen zu einem echten, dichten Netz kommen“, kündigt Sager an. Das sei auch unter touristischen Gesichtspunkten wichtig.

Der Forderungskatalog des Landkreistages enthält mehrere Punkte, in denen es ums Geld geht, etwa eine höhere Beteiligung der Kommunen an der Umsatzsteuer oder eine EU-Förderung, die mehr auf den ländlichen Raum zugeschnitten ist. Andere der 25 Punkte sind für die Landbewohner konkreter zu fassen und unmittelbar wichtig: die Verkehrsanbindung und den öffentlichen Nahverkehr sichern, attraktives Wohnen fördern, Strukturen der Flüchtlingsintegration verbessern, die Rolle der Kommunen in der Pflege stärken, Vermittlung in Arbeit unterstützen, Kinderbetreuung ausbauen und Krankenhäuser und Schulstandorte erhalten.

Erste Reaktionen auf die Forderungen des Deutschen Landkreistages gibt es laut Sager. So stehe die Interessenvertretung im ständigen Dialog mit Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU).

Sager will aber mehr: „Man nimmt unsere Forderungen wohlwollend auf. Aber das Handeln fehlt noch.“

 Susanne Peyronnet

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