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Sammelunterkünfte statt dezentraler Unterbringung

Wangels Sammelunterkünfte statt dezentraler Unterbringung

Amt Oldenburg-Land muss bis Jahresende noch 89 Flüchtlinge aufnehmen — In ehemalige Pensionen in Wangels und Heringsdorf sollen jeweils 50 Asylbewerber einziehen.

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„Wir sind auf jeden Wohnraum angewiesen, der verfügbar ist.“ Amtsvorsteher Gerd Heino (CDU)

Wangels. Das Amt Oldenburg-Land hat angesichts der steigenden Flüchtlingszahlen kapituliert und sich von der dezentralen Unterbringung verabschiedet. In Heringsdorf wird zurzeit ein ehemaliger Gasthof renoviert; im Januar sollen dort etwa 50 Menschen einziehen (die LN berichteten). Jetzt wurde bei einer Einwohnerversammlung in Wangels verkündet, dass auch dort eine ehemalige Pension zur Unterkunft für bis zu 50 Asylbewerber umfunktioniert wird. Schon gestern sollte die erste Familie einziehen. Ergänzend werde der Bau weiterer Sammelunterkünfte geprüft, heißt es vom Amt.

Derzeit werden im Amtsgebiet laut Leitendem Verwaltungsbeamten Michael Robien etwa 120 Asylbewerber betreut. 89 weitere Menschen müssen nach aktuellem Stand noch bis Jahresende aufgenommen werden;

für 2016 werden mindestens ebenso hohe Zahlen erwartet. Insofern müssten „jetzt alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden“, betonte Amtsvorsteher Gerd Heino (CDU) bei der Einwohnerversammlung in Wangels.

Kritik hagelte es dort vor allem, weil die Bürger erst am Abend vor dem Einzug der ersten Bewohner über die Pläne informiert wurden. Für Empörung sorgte auch, dass Michael Robien erst auf direkte Nachfrage bestätigte, dass schon gestern eine Familie ankommen sollte. Zuvor hatte er vage von einem Bezug „in den nächsten Tagen“ gesprochen.

„Ich finde, wir dürfen erwarten, dass Sie uns gegenüber offen und ehrlich sind“, forderte unter anderem Prinzessin Camilla zu Waldeck und Pyrmont. Wie viele weitere Einwohner betonte sie aber, dass sich die Kritik der mehr als 100 Anwesenden auf die Informationspolitik beziehe und nicht auf das Vorhaben als solches. Zwar gab es durchaus skeptische Fragen, ob — mit Blick auf eine fehlende Infrastruktur — der Standort sinnvoll gewählt sei. Insgesamt waren sich die Wangelser jedoch einig, dass „man natürlich den Wohnraum nehmen muss, den man kriegen kann“.

Viele der Anwesenden signalisierten bereits ihre Bereitschaft, die neuen Nachbarn zu unterstützen; etwa 20 Freiwillige haben sich noch am Abend in eine Liste für potenzielle Ehrenamtler eingetragen. Auch Pastor Tim Voß war überzeugt, dass die Wangelser die neuen Mitglieder der Gemeinde freundlich aufnehmen würden. Er betonte jedoch: „Verantwortlich für die Betreuung ist das Amt.“

50 Menschen könne man nicht allein mit Freiwilligen unterstützen — es sei wichtig, dass auch Hauptamtliche vor Ort seien. Laut Robien sind beim Amt derzeit vier Mitarbeiter für die Betreuung von Flüchtlingen zuständig. Zum Januar werde zusätzlich ein Integrationsbeauftragter eingestellt. Die Menschen würden nicht im neuen Zuhause abgesetzt und dann sich selbst überlassen, versicherte er.

Wangels Bürgermeister Eckhard Klodt (CDU) zeigte sich erfreut über die positiven Reaktionen aus der Bevölkerung. „Ich denke, wir sind auf einem guten Weg“, sagte er. Gleichzeitig forderte er aber:

„Wir leisten unseren Teil — jetzt sind andere Gemeinden dran.“ Amtsvorsteher Heino erklärte, auch in anderen Orten werde bereits verhandelt. So solle zum Beispiel in Gremersdorf — wo erst vier Asylbewerber untergebracht seien — ab Januar ebenfalls ein zusätzliches Haus angemietet werden.

Jennifer Binder

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