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Ostholstein Sana: SPD will Privatisierung der Kliniken rückgängig machen
Lokales Ostholstein Sana: SPD will Privatisierung der Kliniken rückgängig machen
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09:09 11.11.2017
„Der jetzige Zustand ist nicht mehr tragbar.Burkhard Klinke (SPD)

„Die ehemaligen Kreiskrankenhäuser in Ostholstein hätten nie privatisiert und an Sana verkauft werden dürfen“, sagt der ostholsteinische SPD-Kreistagsabgeordnete und Niclas Dürbrook (SDP-Kreisvorsitzender in Ostholstein und Mitglied des Kreistages). Darin ist er sich einig mit dem SPD-Fraktionschef im Kreistag, Burkhard Klinke. Dürbrook: „Das war ein riesengroßer Fehler von CDU und FDP, den sie bis heute nicht eingestehen.“ Mit Krankenhäusern auf Dauer Gewinn machen zu wollen sei ein gefährlicher Irrweg, bei dem am Ende Patienten und Mitarbeiter auf der Strecke blieben. „Wir müssen dringend darüber reden, wie wir uns unsere Krankenhäuser zurückholen.“

Genau das bestätigt Klinke und kündigt an, seine Fraktion werde in ihr Wahlprogramm für die Kommunalwahl im Mai 2018 die Forderung nach einer Rekommunalisierung der Kliniken schreiben. „Die Privatisierung ist ein Flop“, sagt Klinke. Sana seien große Gewinne vorhergesagt worden. Die seien ausgeblieben, nun werde versucht, das Geld über das Personal reinzukriegen. „Der jetzige Zustand ist nicht mehr tragbar“, lautet Klinkes Fazit.

Für FDP-Fraktionschef Manfred Breiter ist eine Rekommunalisierung keine Lösung. „Auch wenn man nicht zufrieden ist mit dem, was bei Sana läuft, heißt das nicht, dass die Privatisierung falsch war.“

Die Krankenhäuser wieder in Besitz und Betrieb des Kreises zu überführen, halte er für ausgeschlossen und unsinnig. „Das wäre für den Kreis eine Riesenaufgabe, die er nur schwer meistern könnte.“

Es sei ärgerlich, dass die Sana-Kliniken immer wieder in die Schlagzeilen gerieten, sagte Breiter. „Die Politik muss darauf achten, dass dort alles im Sinne der Patienten und Mitarbeiter läuft. Wir haben die Sana-Geschäftsleitung immer wieder eindringlich darauf hingewiesen.“

CDU-Fraktionschef Timo Gaarz steht zur Privatisierung, sie sei nicht das Problem, wie die Schön-Klinik in Neustadt zeige. Gaarz will nicht hinnehmen, dass Sana offenbar die Notfallversorgung im Nordkreis ausdünne. Diese sei nicht nur in einer touristisch geprägten Region wichtig. Gaarz: „Auch wenn man an den Tunnelbau denkt, brauchen wir im Norden nachts eine Notfallversorgung. Das gehört für mich zur Grundversorgung.“ Gaarz kündigte an, ein Gespräch aller Fraktionsvorsitzen mit der Sana-Geschäftsführung vorzuschlagen.

 Von Susanne Peyronnet

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