Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Ostholstein Sandaufspülung für den Strand in Großenbrode
Lokales Ostholstein Sandaufspülung für den Strand in Großenbrode
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:38 26.09.2017
Klaus Jäcker (FDP), Bürgermeister Jens Reise (CDU), Diplom-Ingenieur Bernd Opfermann und Tourismusleiter Ubbo Voss. Quelle: Fotos: Mantik (2)

Bis zum Wochenende wird die 1,4 Kilometer lange Rohrleitung von der Mole bis zum Hohen Ufer an der Promenade auf dem Strand noch verlegt. Nach dem Tag der Deutschen Einheit beginnt dann der Bagger die Binnensee-Einfahrt freizuschaufeln. Der Sand wird von dort zum Hauptbadestrand gespült. Diplom- Ingenieur Bernd Opfermann sagt: „Ich gehe davon aus, dass wir zwischen 60000 und 75000 Kubikmeter Sand spülen werden.“ Dieser werde zur Stabilisierung und Unterstützung der Buhnenfelder angelegt.

Die Gemeinde Großenbrode behebt zwei Problemfelder mit einer Maßnahme. Um die Binnensee-Einfahrt für Yachten frei zu machen, wird das Fahrwasser ausgebaggert, der Sand anschließend an den Strand gespült. Die Vorbereitungen laufen, Ende Oktober soll alles fertig sein.

„Der Strand wird stabilisiert und das Buhnen-System unterstützt." Bernd Opfermann, Ingenieur

Die Verbindung zwischen Ostsee und Binnensee wird fünfeinhalb Meter tief und 25 Meter breit ausgebaggert. Dabei kommt modernste Technologie zum Einsatz. Mit GPS-Koordinaten im Bagger ausgerüstet, gräbt die Baggerschaufel exakt dort, wo es notwendig ist. Die digitale Grafik auf dem Display im Fahrerhaus ist wie eine Blaupause. Opfermann: „Früher wurde mit einer Art Staubsauger unter Wasser agiert.“ Diese Zeiten seien vorbei. Die Binnensee-Einfahrt zur Ostsee soll danach für zehn bis 15 Jahre für Yachten und Jollen frei bleiben. Zusätzlich sei eine Stabilisierung des Strandes für etwa fünf Jahre – je nach Sturmlage, Sturmdauer und Windrichtung – gegeben. Ende Oktober soll die gesamte Maßnahme abgeschlossen sein. Opfermann: „Das Genehmigungsverfahren hat eineinhalb Jahre in Anspruch genommen. Die Beschlusslage in der Kommunalpolitik liegt zwei Jahre zurück. Die Maßnahme aber dauert nur vier Wochen.“ Kosten laut Bürgermeister Jens Reise (CDU): „750000 Euro netto.“

Der große Nachbar und touristische Kooperationspartner Heiligenhafen stand und steht vor ähnlichen Herausforderungen. Zwei Testbuhnenfelder sowie Sandaufspülungen sollen zum einen den Steinwarder-Strand mittelfristig – überprüft durch ein fünfjähriges Monitoring durch den Landesbetrieb Küstenschutz – stabilisieren. Zum anderen muss die Hafeneinfahrt für die Berufs- und Freizeit- Seefahrt mittelfristig ausgebaggert werden. Die Heiligenhafener Verkehrsbetriebe (HVB) haben das Problem erkannt und ihre Fühler zur Politik nach Berlin ausgestreckt. Zeitgleich wächst der Graswarder, die Fahrrinne wird absehbar kleiner. Andere Küstenorte wie beispielsweise Neustadt oder Niendorf haben vergleichbare Problemfelder mit ihren Häfen. „Leider gibt es für solche Maßnahmen wie bei uns keine Fördermittel“, beklagt Jens Reise (CDU), der Großenbroder Bürgermeister. Der Verwaltungs-Chef spricht damit aus, was viele Kollegen an der Küste ebenfalls denken. Reise weiter: „Für kleine Kommunen wie Großenbrode sind solche Maßnahmen kaum wirtschaftlich zu stemmen.“

Lesen Sie in der morgigen LN-Ausgabe, was bei der gestrigen Gemeindevertreter-Sitzung in Großenbrode außerdem Thema war.

 Peter Mantik

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Anzeige