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Ostholstein Scandlines bietet dem Land Absicherung an
Lokales Ostholstein Scandlines bietet dem Land Absicherung an
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20:32 30.06.2017
„Wir erhalten den Fährdienst im Wettbewerb mit dem Belttunnel aufrecht. Søren Poulsgaard Jensen CEO Scandlines
Puttgarden a. F

Es kommt Bewegung in den jahrelang zähen Streit um die künftige Straßenanbindung zum Fährhafen Puttgarden. Die Reederei Scandlines kämpft mit Rückenstärkung durch die Stadt Fehmarn für einen gleichberechtigten Zugang nach Eröffnung des Belttunnels. Doch sowohl von Femern A/S als auch von der Kieler Landesregierung fühlt sich die Reederei bisher im Stich gelassen.

Gestern ging Scandlines-Chef Søren Poulsgaard Jensen in die Offensive: „Die gleichberechtigte Straßenanbindung des Fährhafens Puttgarden und der geplanten festen Fehmarnbeltquerung ist für einen wettbewerbsneutralen zukünftigen Fährbetrieb zwischen Puttgarden und Rødby unverzichtbar.“ Das Angebot der Reederei: Um die notwendige Umplanung durch die schleswig-holsteinischen Landesbehörden abzusichern, bietet Scandlines eine finanzielle Übernahme der Planungsmehrkosten an – unter bestimmten Voraussetzungen.

Die Reederei reagierte damit auf Vorbehalte, die immer wieder von Ex-Verkehrsminister Reinhard Meyer und seinem bisherigen Staatssekretär Frank Nägele (beide SPD) vorgebracht wurden. Ihr Tenor: Das Land wolle die Reederei auf der Vogelfluglinie unterstützen, aber niemand wisse, was sie in den nächsten Jahren plane.

Die Reederei-Spitze betonte gestern, schon seit 2014 wiederholt eigene Vorschläge eingebracht zu haben. Auch die Ankündigung, den Fährdienst auf dem Fehmarnbelt im Wettbewerb mit der geplanten Beltquerung aufrechtzuerhalten, sei in Kiel wie in Kopenhagen seit Jahren bekannt.

„Wir meinen es ernst“, so Søren Poulsgaard Jensen. Deshalb würde sich die Reederei vertraglich verpflichten, entstehende Umplanungskosten des Landes zu übernehmen, sollte Scandlines den Betrieb des Fährhafens innerhalb von fünf Jahren nach der Tunneleröffnung einstellen. Eine konkrete Summe nannte er aber nicht.

Die bisherigen Planungen sehen vor, die bestehende direkte Zufahrt zum Fährhafen Puttgarden zugunsten der Tunneleinfahrt umzuleiten. Um das finanzielle Risiko für das Land abzumildern, sei Scandlines zu einem Vertrag mit dem Land Schleswig-Holstein bereit.

Dafür nannte Søren Poulsgaard Jensen drei Eckpunkte. Erstens: eine absolut gleichberechtigte Anbindung des Fährhafens und des Belttunnels an die B 207. Zweitens: weitestgehende Vermeidung von Beeinträchtigungen des Fährbetriebs während der Belttunnel-Bauphase und des Ausbaus der B 207. Drittens: Übernahme der notwendigen Planungsmehrkosten des Landes gegenüber der jetzt vorliegenden Planung, wenn der Betrieb des Fährhafens innerhalb von fünf Jahren nach Tunneleröffnung eingestellt wird.

Der Zeitpunkt für die Offensiive ist nicht überraschend. Søren Poulsgaard Jensen: „Die im Koalitionsvertrag der neuen Landesregierung skizzierten Äußerungen zur Hafenanbindung stimmen uns optimistisch für den zukünftigen Dialog. Uns liegt viel daran, den Betrieb von Scandlines zum Wohle unserer 1500 Mitarbeiter und der regionalen Wirtschaft so langfristig und so gut wie möglich zu sichern.“

Gerd-J. Schwennsen

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