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Ostholstein Schadhafte Dämmung: Kirche in Burg gesperrt
Lokales Ostholstein Schadhafte Dämmung: Kirche in Burg gesperrt
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20:47 09.10.2017
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Burg a. F

Die Kirche kann vorerst nicht beheizt werden. Bereits am Sonntag fand der Gottesdienst im Evangelischen Gemeindehaus in der Breiten Straße statt. „Ausnahmsweise“ – wie es zunächst hieß. Doch es droht eine lange Sperrung.

Ab sofort ist die St.-Nikolaikirche in Burg gesperrt. Quelle: Foto: Schwennsen

Nach Auskunft von Kirchenkreis-Sprecher Marco Heinen ist das Problem erst kürzlich bei einer Besichtigung des Heizungssystems durch den Bauausschuss des Kirchengemeinderates aufgefallen. Das Dämm-Material befindet sich an den Zuleitungswegen von der Heizungsanlage zum Innenraum der Kirche. Heinen: „Es handelt sich dabei um einen handelsüblichen Mineraldämmstoff, wie er noch Ende der 90er Jahre vielfach verwendet wurde. In dieser Form wird er aber inzwischen als gesundheitsgefährdend eingestuft.“

Derzeit muss davon ausgegangen werden, dass Partikel dieser Mineralwolle durch die Warmluftkanäle der Heizung ins Kircheninnere gelangen können. Deshalb haben sich der Kirchengemeinderat und der Kirchenkreis Ostholstein kurzfristig dazu entschlossen, die Kirche umgehend zu sperren. Heinen: „Wir bitten um Verständnis für den gemeinsamen Entschluss, aus Fürsorge für die Mitarbeiter sowie für alle Gemeindemitglieder unverzüglich Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen.“

Noch weiß niemand, wie es genau weitergeht. In dieser Woche finden umfangreiche Messungen durch eine Spezialfirma statt. Sie sollen klären, ob und in welcher Konzentration die Luft in der Kirche belastet ist. Mit ersten Ergebnissen ist nicht vor Freitag zu rechnen. Parallel laufen bereits Planungen, den Schaden so schnell wie möglich zu beheben. Dazu Heinen: „Reicht es, ein Kupferrohr durchzuschlagen, das dann den Dämmstoff umfasst, oder muss dieser ganz raus?“ Ein Auftrag wurde daher noch nicht vergeben.

Ferner nimmt der Kirchengemeinderat Kontakte mit den Nachbargemeinden auf, um praktikable Lösungen zu finden. Denn die Auswirkungen sind „sehr unerfreulich“, gesteht Heinen ein. Die kurzfristige Sperrung betrifft nicht nur Gottesdienste, sondern auch schon seit langem geplante festliche Hochzeiten oder auch Beerdigungen. Sie können vorerst nicht mehr in der großen, über 750 Jahre alten St.-Nikolaikirche stattfinden.

Noch völlig unklar ist, wie lange die Sperrung andauert. Heinen: „Wir hoffen natürlich, dass wir zu Weihnachten wieder in die Kirchen dürfen.“ Läuft es ungünstig läuft, könnte die Sperrung bis ins neue Jahr hinein dauern.

Bisher ist die Problematik nur aus Burg bekannt. Der Leiter der Bauabteilung des Kirchenkreises, Matthias Höls, hat jedoch gestern Kirchengemeinden, die ebenfalls mit einer Warmluftheizung beheizt werden, um eine Sichtkontrolle der Lüftungskanäle gebeten.

Chorkonzert abgesagt

Eine erste bittere Konsequenz gibt es bereits für das große abendliche Chorkonzert, das am 13. Oktober zum Reformationsjubiläum stattfinden sollte. Die Kantorei an St.

Nikolai, drei Solisten und die Sinfonietta Lübeck wollten Felix Mendelssohn Bartholdys „Lobgesang-Sinfonie" aufführen. Das Konzert wird voraussichtlich auf den 21. April 2018 verschoben. Bereits erworbene Eintrittskarten behalten ihre Gültigkeit. Sie können aber auch im Kirchenbüro Burg zurückgegeben werden.

Gerd-J. Schwennsen

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