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Schätze der Gilde

LN SERIE: 825 JAHRE ST. JOHANNISGILDE Schätze der Gilde

Dieses Jahr feiert die Oldenburger Gilde Geburtstag - im vergangenen Jahr war es das Gildemuseum. Seit zwei Jahrzehnten werden im „Haus des Gastes“ auf dem Gelände des Wallmuseums die Schätze der St. Johannisgilde ausgestellt.

Festumzug im Miniatur-Format: Im Museum gibt es ein Modell des Gildeplatzes samt Zeltrunde, Vogelschießen und Marsch der Gildebrüder.

Quelle: Fotos: Jen

Oldenburg. Dieses Jahr feiert die Oldenburger Gilde Geburtstag – im vergangenen Jahr war es das Gildemuseum. Seit zwei Jahrzehnten werden im „Haus des Gastes“ auf dem Gelände des Wallmuseums die Schätze der St. Johannisgilde ausgestellt. Diverse Unikate können dort begutachtet werden. Allesamt Leihgaben der ältesten Toten- und Schützengilde Deutschlands – die zum Teil auch im aktiven Gildeleben noch regelmäßig eine Rolle spielen.

 

LN-Bild

Der „Goldene Apfel“ zählt zu den wertvollsten Schätzen der Gilde. Im Museum wird eine Nachbildung gezeigt, das Original ist im Tresor.

Quelle:

Öffnungszeiten

Das Gildemuseum kann zu den Öffnungszeiten des Wallmuseums besichtigt werden. Von April bis Juni sowie September und Oktober sind Besucher dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr willkommen. Ostermontag und Pfingstmontag ist ebenfalls in dieser Zeit geöffnet. Im Juli und August ist täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

„Hier gibt es nicht nur reine Ausstellungsstücke“, erklärt der 1. Ältermann Helmut Schwarze. Viele der präsentierten Schätze würden zu bestimmten Anlässen aus dem Museum geholt und genutzt. Etwa die Hauptlade mit Beliebung, Chronik und Klopfholz – das bei Versammlungen der Gilde eine ähnliche Funktion hat wie der Hammer vor Gericht.

1993 wurde der damalige 1. Ältermann Jürgen Dunker bei der Stadt vorstellig, weil „wir einfach keinen Platz mehr für unsere Unikate hatten“, wie er schon anlässlich des 20-jährigen Bestehens der Einrichtung erzählt hatte. Besonders freute er sich damals über die breite Unterstützung aus den eigenen Reihen: Jeden Sonnabend trafen sich zahlreiche Gildebrüder, um die Räume herzurichten.

Insgesamt etwa 40 Helfer bauten das Obergeschoss im „Haus des Gastes“ laut Dunker zu großen Teilen in Eigenleistung aus. Drei Jahre, nachdem die Idee geboren wurde, wurde das Gildemuseum dann offiziell eröffnet.

Bis dahin hatte der 1. Ältermann die Habseligkeiten der Gilde bei sich zu Hause aufbewahren müssen. Heißt: Der oberste Mann der Gilde brauchte stets ein großes Haus. Später zog die Sammlung um in einen großen Kellerraum. Fahnen oder Truhen mit antiken Trinkbechern bei Bedarf die Treppen hinauf und hinunter zu schleppen, war für die Zuständigen allerdings stets ein schweißtreibendes Unterfangen.

Dass die Stücke nun im Museum ihren Platz gefunden haben, ist nicht nur praktischer für die Gildemitglieder: Sie freuen sich auch, dass die Geschichte und die Traditionen der Organisation dadurch seither auch öffentlich präsentiert werden. Diverse Vitrinen beherbergen alte Fahnen und Abzeichen, an den Wänden hängen Fotos und Zeittafeln, es gibt historische Büchsen, lebensgroße Puppen in Gildekleidung sowie ein Modell des Oldenburger Schützenplatzes samt Vogelschießen und Gildeumzug in Miniaturformat.

Sogar ein originalgetreuer Drei-Zentner-Vogel aus Holz gehört zur Ausstellung. Anders als seine Artgenossen hat er es geschafft, dem Schicksal als Zielscheibe zu entgehen.

Ein weiterer Blickfang im Museum ist zudem der „Goldene Apfel“. Der Trinkbecher wurde der Gilde 1732 von Herzog Karl Friedrich gestiftet; er ist das wohl wertvollste Stück aus der Gilde-Schatzkammer.

Insofern bildet er eine Ausnahme: Gezeigt wird eine Nachbildung, die auch die aktiven „Dienste“ übernimmt. Das Original ist sicher verwahrt in einem Tresor.

 jen

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