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Ostholstein Scharbeutz greift hart durch gegen uneinsichtige Hundehalter
Lokales Ostholstein Scharbeutz greift hart durch gegen uneinsichtige Hundehalter
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21:22 05.07.2013
Von Christina Düvell-Veen
Morgens um kurz vor acht Uhr in Scharbeutz weiß Strandkorbvermieterin Ute Kasten: Die frei herumlaufenden Hunde sind jetzt schon wieder weg, die Urlauber kommen gleich. Fotos (3): Christina Düvell-Veen
Scharbeutz

Mitarbeiter des Ordnungsamtes und der Polizei in der Gemeinde Scharbeutz kennen gegenüber uneinsichtigen Hundehaltern kein Pardon mehr. Sie greifen hart durch und verhängen drastische Geldstrafen. Hintergrund sind zunehmende Beschwerden aus der Bevölkerung über Verstöße gegen das Gefahrhundegesetz, das Landesnaturschutzgesetz und die Gemeindeverordnung im Bereich des Strandes und der Promenade, berichtet der stellvertretende Ordnungsamtsleiter Michèl Soltmann. Der 33-Jährige sagt: „Auf vielen Schildern wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass Hunde auf der Promenade und in den Kurparkanlagen an der Leine zu führen sind.” Außerdem dürfen sie jetzt nicht an den Strand. Ausnahmen sind die zwei ausgewiesenen Abschnitte 4 und 31, die als Hundestrände zur Verfügung stehen. In den übrigen Strandbereichen sind Tiere in der Zeit vom 1. April bis 30. September nicht zugelassen. Gleiches gelte übrigens, so Soltmann, in den Nachbargemeinden Timmendorfer Strand und Sierksdorf.

In der Gemeinde Scharbeutz sind etwa 1000 Hunde amtlich registriert. In den Sommermonaten kommen dann noch zahlreiche Urlaubertiere hinzu.

Verstöße gegen den Paragrafen eins der Gemeindeverordnung über die Anleinpflicht von Hunden können mit einer Geldbuße von bis zu 1000 Euro geahndet werden. „Die meisten Hundehalter zeigen Verständnis, wenn wir sie ansprechen”, berichtet Soltmann. „Die habe ich gar nicht gesehen”, sei die am häufigsten zu hörende Ausrede, wenn auf die Hundeverbots-Schilder hingewiesen wird.

In diesem Jahr habe es von April bis Juni besonders viele Beschwerden gegeben, und ständig kämen neue hinzu, so Soltmann. „Die Anrufer fühlen sich gefährdet von den frei laufenden Hunden.” Die Gemeinde sei nicht nur dafür verantwortlich, das Gefährdungspotenzial zu minimieren. „Wir müssen auch die Hygiene am Strand sicherstellen”, so Soltmann. Dazu gehöre auch, dass die Hundehalter die Hinterlassenschaften ihrer vierbeinigen Freunde beseitigen. Das ist sowohl im Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz und in Paragraf vier der Satzung über die Straßenreinigung der Gemeinde Scharbeutz geregelt. Für die Beseitigung des Hundekots ist demnach der Tierhalter oder -führer verantwortlich. Können Verursacher benannt oder ermittelt werden, so kann die zuständige Ordnungsbehörde, den Bestimmungen des Ordnungswidrigkeitengesetz folgend, ein Bußgeld von bis zu 1000 Euro festsetzen.

Ganz vorschriftsmäßig schlenderten gestern Morgen Michael Fock (6) und die siebenjährige Labradorhündin „Cindy“ über die Scharbeutzer Promenade. „Wir kommen aus Timmendorfer Strand und wollen nach Grömitz“, so Fock. Für ihn sei es eine Selbstverständlichkeit, den Hund anzuleinen. Frei laufen könne „Cindy“ zu Hause auf dem eigenen Grundstück und im Klingberger Hundeauslauf.

Sehr einverstanden mit der Initiative der Gemeinde Scharbeutz ist auch Ute Kasten (56). Sie vermietet seit 38 Jahren Strandkörbe im Scharbeutzer Zentrum und ärgert sich ständig über frei laufende Hunde. „Herrchen oder Frauchen kommen mit den Tieren meistens ganz frühmorgens, wenn wir noch nicht hier sind“, weiß sie. Und wenn sie dann doch einmal jemandem begegnet, der sich nicht an die Vorschriften hält, und ihn darauf anspricht, gibt es nur ablehnende Antworten. „Entweder höre ich, dass die ja Hundesteuer und Kurabgaben zahlen, oder sie sagen mir, dass ihr Hund überhaupt nichts Verbotenes tut.“

Ute Kasten hat selber einen Vierbeiner, lässt ihn aber zu Hause. „Die Tiere gehören im Sommer einfach nicht an den Strand“, erklärt sie bestimmt. Dies gelte auch mit Blick auf die hygienischen Aspekte: „Es ist doch immer wieder so, dass besonders Rüden dort gegen Strandkörbe pinkeln, wo es andere vor ihnen schon getan haben.“ Und gerade dort, in der Nähe der Körbe, hielten sich oft spielende Kleinkinder auf.

Dass die Gemeinde Scharbeutz trotz dieser Maßnahmen alles andere als hundefeindlich ist, zeigt sich an dem großzügig angelegten Hundeauslauf in der Scharbeutzer Heide zwischen Scharbeutz und Klingberg. „Dort können sich alle Hunde austoben, und sie dürfen frei herumlaufen“, sagt Soltmann. Auch er ist alles andere als ein „Hundehasser“, denn: „Ich bin auf einem Bauernhof aufgewachsen und hatte dort immer Hunde um mich.“

Informationen gibt es im Internet unter www.gemeinde-scharbeutz.de.

Christina Düvell-Veen

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