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Ostholstein Scharbeutz ist im SUP-Fieber
Lokales Ostholstein Scharbeutz ist im SUP-Fieber
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20:49 24.06.2016
Agentur-Geschäftsführer Matthias Neumann (l.) zeigt TALB-Vorstand André Rosinski sein SUP-Brett.
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Scharbeutz

Alles ist gut vorbereitet: 175 Meter Zaun wurden gezogen und 165 Meter Gitter aufgestellt. 150 Werbe-Banner und 100 Flaggen wehen im Wind. 500 Meter Kabel versorgen alle Winkel auf dem Veranstaltungsgelände mit Energie, 35 Strahler beleuchten das Großereignis spätabends, und in 25 Zelten präsentieren Geschäftsleute ihre Angebote.

 

Vor Scharbeutz finden heute und morgen die SUP-Wettbewerbe statt. Quelle: Fotos: Christina Düvell-Veen

Auch die Sportler sind inzwischen da. Sie reisten aus aller Welt an. Die etwa 100 Stand-Up-Paddler (SUP), die sich zum Mercedes-Benz SUP World Cup 2016 in Scharbeutz angemeldet haben, kommen auch aus den USA, aus den skandinavischen Ländern und sogar aus Australien. Die kürzeste Anfahrt aber hat Noelani Sach. Die 18-Jährige lebt in Eutin. Sie ist dreimalige Gewinnerin der German SUP Challenge.

Morgen möchte sie den World Cup in Scharbeutz gewinnen.

Geschäftsführer Matthias Neumann von der Agentur Act Agency und sein Team sind seit Montag mit dem Aufbau an der Seebrücke und am Aktionsstrand beschäftigt.

Dafür, dass dieser erste SUP World Cup in Scharbeutz ein Erfolg wird, legt sich auch die Mannschaft von der Tourismus Agentur Lübecker Bucht (TALB) mit Vorstand André Rosinski mächtig ins Zeug.

„Dieser World Cup ist eine ganz besondere Veranstaltung. Es geht eine wahre Motivationswelle durch die Räume“, berichtete Rosinski. Dabei stelle der World Cup den Ort Scharbeutz aber nicht vor eine „noch nie dagewesene Herausforderungen“. Schließlich werde seit Jahren erfolgreich das Straßenkünstlerfestival mit etwa 50000 Besuchern pro Jahr organisiert. „Wir sehen für die Lübecker Bucht eine große Chance mit dieser tollen Veranstaltung“, blickt der TALB-Verantwortliche voraus. Auch Neumann ist vom Ablauf der Vorbereitungen begeistert. „Ich sage es aus vollem Herzen und ehrlich: Besser kann man sich eine Organisation nicht vorstellen.“

Im vergangenen Jahr habe seine Agentur zur Probe schon mal einen „kleinen, mini-mini SUP-Cup“ in Scharbeutz veranstaltet. „Damals war es ein Kreisligaspiel, jetzt haben wir hier die Champions League“, vergleicht er. Von der allerersten Idee bis hin zur Realisierung sei im Zusammenwirken mit TALB und Gemeindeverwaltung schon 2015 alles hervorragend gelaufen.

Neumann möchte Scharbeutz als SUP-World-Cup ebenso etablieren wie es ihm mit drei Veranstaltungen bereits gelungen ist – mit dem Windsurf-Worldcup auf Sylt und seinen jährlich 200000 Besuchern, mit dem großen Bachvolleyball-Turnier in Timmendorfer Strand und mit dem Kitesurf World Cup in St. Peter-Ording.

Aus Erfahrung verzichten die Veranstalter in Scharbeutz auf ein groß angelegtes Rahmenprogramm. Neumann: „Es hat sich immer wieder gezeigt, dass das SUP mit seinen Brettern und Paddeln Rahmenprogramm genug ist.“ Zumal die Sportart auch gut erklärt wird. In Scharbeutz wird der Schauspieler Marek Erhardt bei den Rennen das Mikrofon übernehmen.

Immer wieder sei zu beobachten, dass die Zuschauer nicht nur den Top-Athleten, sondern auch den vielen Hobbyfahrern zujubeln. SUP sei für Kinder ebenso geeignet wie für die „Golden Ager“, also für über 70-Jährige. „SUP ist ein sehr gelenkschonender Ausdauersport und total ungefährlich“, wirbt Neumann zum Mitmachen.

Die SUP-Geschichte

Die Anfänge des Stand-Up-Paddlings reichen bis in die 1950er-Jahre zurück. Damals standen polynesische Fischer auf ihren Kanus und paddelten über das Meer vor Tahiti. Hawaiianische Surflehrer übernahmen zunächst nur diese Haltung, weil sie wegen der überhöhten Position ihre Schüler besser beobachten und nach Wellen Ausschau halten konnten. Schließlich setzten sie auch noch ein Paddel ein, um schneller voran zu kommen. Dieses „Beach Boy Surfing“, wie es von der Bevölkerung genannt wurde, wurde bis zu Beginn der 1970er-Jahre praktiziert. Danach geriet es in Vergessenheit.

Ende des 20. Jahrhunderts kam das SUP auf Hawaii wieder groß in Mode. Dort „supten“ Sportler an Küstenabschnitten, an denen noch nie ein Surfer gesehen worden war. Schließlich schwappte die SUP-Welle nach Kalifornien über. Mittlerweile hat das SUP-Fieber auch Europa und Deutschland erreicht. SUP World Cups gab es bereits in Hamburg und auf Fehmarn.

 Christina Düvell-Veen

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