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Ostholstein Schashagen: Das Ende der Zimmervermittlung steht bevor
Lokales Ostholstein Schashagen: Das Ende der Zimmervermittlung steht bevor
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20:33 21.04.2016
Wolfgang Kopp erhält per Telefon fast keine Buchungsanfragen mehr. Quelle: Sebastian Rosenkötter

Das Aus der Zimmervermittlung der Gemeinde Schashagen scheint sicher. Am 28. April sollen die Mitglieder des Sozial- und Kulturausschusses darüber entscheiden, ob der Betrieb zum Jahresende aufgelöst wird. Je nach Votum würde ein seit den 70er Jahren bestehendes Angebot verloren gehen. „Da die Kosten für die Zimmervermittlung die Einnahmen übersteigen, ist eine Wirtschaftlichkeit nicht mehr gegeben“, heißt es in der Sitzungsvorlage.

Kita-Öffnungszeiten sind ebenfalls Ausschuss-Thema

Die Sitzung des Sozial- und Kulturausschusses beginnt am Donnerstag, 28. April, um 19.30 Uhr im Sportheim der Merkendorfer Mehrzweckhalle. Dann soll auch über die Erweiterung der Öffnungszeiten für die Kindertagesstätte Merkendorf, den Seniorenausflug 2016 sowie die DLRG-Saisonvorbereitung gesprochen werden. Die Veranstaltung ist öffentlich.

Wolfgang Kopp (CDU), der die Arbeit auf Honorarbasis seit 2007 innehat, erläutert, dass die Zahl der Vertragspartner stark zurückgegangen sei. Von ursprünglich mehr als 100 Vermietern würden gerade einmal noch 20 mit der Zimmervermittlung kooperieren. 18 weitere hätten kein Interesse. „Viele Vermieter haben aus Altersgründen aufgegeben, einige sind gestorben“, so Kopp.

Hinzu komme, dass sich das Buchungsverhalten deutlich gewandelt habe. Wolfgang Kopp erinnert sich genau, wie Anfragen per Brief oder Postkarte gestellt wurden. Doch die Zeit ist vorbei. Heute wird verstärkt über das Internet gebucht. Zudem setzen viele Vermieter auf größere Portale und Fachunternehmen.

Dies bestätigt auch Katja Lauritzen vom Ostsee-Holstein-Tourismus (OHT). „Durch die Zusammenschlüsse der LTO sind oftmals auch die Zimmervermittlungen (ZV) zusammengegangen“, so die Geschäftsführerin. Für viele Inhaber von Feriendomizilen habe dies den Vorteil, dass ihre Betten auch bei großen Internet-Vermittlern wie „Casamundo“ und „Best-Fewo“ eingestellt würden.

Als das Internet bei der Urlaubsplanung noch eine geringere Rolle spielte, wurden die Gastgeberverzeichnisse oft in Katalogform versandt. Wolfgang Kopp erzählt, dass die Gemeinde mal eine Auflage in Höhe von 2500 Exemplaren hatte. „Die waren alle weg. Das ist nun anders. Zuletzt wurden nur fünf angefordert“, schildert er die Veränderung. Um auf die Entwicklung zu reagieren, plädiert er nicht nur für ein Ende der Zimmervermittlung durch die Gemeinde, sondern für eine baldige Neugestaltung der Homepage. „Dort gibt es einen Buchungskalender und jeder Vermieter kann Bilder von seinem Objekt einstellen. Fast ausnahmslos alle Buchungen erfolgen über das Internet“, so Wolfgang Kopp.

Erhalten bleiben soll auch die Tourist-Information, die ebenfalls von Kopp betrieben wird und sich in der Brodauer Straße 12 in Bliesdorf befindet. „Die brauchen wir. In der Hauptsaison kommen tagtäglich Urlauber, die kurzfristig für eine Nacht eine Unterkunft suchen. Da helfen wir und sind natürlich Ansprechpartner“, erläutert Wolfgang Kopp.

Und das auch dann, wenn es die Zimmervermittlung irgendwann nicht mehr geben sollte. Schließlich gehe es darum, dem Gast zu zeigen, „dass wir für ihn da sind“.

Von Sebastian Rosenkötter

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