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Ostholstein Schietwetter an der Ostsee — Sommerferien ohne Gäste?
Lokales Ostholstein Schietwetter an der Ostsee — Sommerferien ohne Gäste?
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21:23 01.07.2013
Von Peter Mantik
Frederike Köller (19), Auszubildende im Grömitzer Hotel „Zur schönen Aussicht“, hängt das „Zimmer frei“-Schild nach draußen. Quelle: Foto: Louis Gäbler

Grillen mit Jacke, Spaziergang mit Windbreaker, Strandbesuch mit Regenhose für die Kinder, Gewitterspektakel in der Nacht: Der Sommer hat mit Beginn der großen Ferien einen bunten Strauß Wetter geschnürt. Die touristischen Auswirkungen in den Ostseebädern sind augenscheinlich: „Zimmer frei“.

„Bei dem Wetter wundert es mich nicht, dass Heiligenhafen verhältnismäßig leer ist. Wir haben auf jeden Fall wenige Tagesbesucher hier“, sagt Bürgermeister Heiko Müller, der dieser Tage viele „Zimmer frei“-Schilder sieht. Nicht umsonst will man in der Warderstadt neue Angebote schaffen und die Saison verlängern — mit 1400 neuen Betten (die LN berichteten), die es künftig auch erstmal zu füllen gilt. Claudia Drögsler vom Ostsee Holstein Tourismus (OHT) bestätigt die aktuelle Stimmungslage und erklärt: „Das Wetter macht es uns nicht leicht. Ein bombastischer Sommer von Anfang bis Ende hätte uns allen gut getan. Deshalb ist es umso wichtiger, sowohl ins Marketing als auch in die touristische Infrastruktur zu investieren.“

Mut macht immerhin, dass mäßige Sommer keine Seltenheit sind. 2012 musste ein „goldener Oktober“ kommen, um die Jahresbilanz zu retten. Aber so weit ist es ja noch nicht. Eine Buchungsabfrage des OHT zeigt, dass die Lage an der Küste schlechter sein könnte.

Blickpunkt Fehmarn: Im Juni sah es nicht gut aus. Eine hohe Nachfrage gibt es ab dem 13. Juli, wo für VierKopf-Familien kaum noch Unterkünfte mehr zu finden sind.

Blickpunkt Grömitz: Zwölfprozentiges Minus zum Vorjahr im Mai, seit Anfang Juni deutlich mehr Buchungen. Vom 20. Juli bis zum 10. August gibt es nur noch vereinzelt Möglichkeiten, eine Ferienwohnung zu buchen.

Blickpunkt Lübecker Bucht (Scharbeutz, Sierksdorf, Neustadt in Holstein): Gut gebucht, auch wenn Anfragen wegen der Witterung später eintrafen als in der Vergangenheit.

Blickpunkt Timmendorfer Strand: Die Buchungslage war im Juni schlechter als 2012. Im Juli dagegen sieht es gut aus. Der Tagesgast fällt bei diesem Wetter aber weg, das trifft auch Timmendorf.

Und was macht die innerdeutsche Konkurrenz? Während die Buchungslage an der Schlei recht dürftig ausfällt, jubelt Eckernförde über ein 40-prozentiges Plus gegenüber dem Vorjahr. Im Süden der Republik hat der Regen dagegen viele Urlauber gekostet. Simone Zehnpfennig von der Allgäu GmbH sagt: „Die Buchungslage ist schlecht. Zahlen haben wir noch nicht. Aber der nasskalte Juni hat viele Spontanurlauber gekostet.“ Auch seien weniger Gäste aus den Hochwasser-Katastrophengebieten gekommen. Die Menschen müssten sich jetzt um ihr Heim und ihre Existenz kümmern. An Urlaub sei da oft nicht zu denken.

Grundsätzlich gilt im Norden wie auch im Süden: Sommerurlaub ohne Sonne funktioniert ebenso wenig wie Skiferien ohne Schnee. Die Wetterprognose (Quelle: www.wetter.de) für die Küste macht da in der kommenden Woche wenig Hoffnung. Bis zum 8. Juli soll es nur 12 bis 20 Grad Celsius „warm“ und windig bleiben.

Stark betroffen von diesem Nichtsommer ist natürlich auch der Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) Schleswig-Holstein. Hauptgeschäftsführer Stefan Scholtis sagt: „Besonders der ländliche Raum leidet, wie auch alle Ausflugsbetriebe und die Außengastronomie. Die Leute fahren da erst gar nicht mehr hin.“ Es brauche nun einen dauerhaften Wetterumschwung, um zu retten, was bisher verloren scheint. Scholtis: „Unser Hauptproblem ist die Nässe, weniger die kühlen Temperaturen.“

Dafür funktionieren wetterunabhängig Veranstaltungen jeder Art — wie auch die Kieler „Regen“-Woche. Oder das erste Unterwasser-Radrennen der Welt in Großenbrode, das 2500 Schaulustige an den Strand lockte. Initiator Wolfgang Kulow verspricht: „Wir kommen nächstes Jahr wieder, ganz egal, wie das Wetter ist.“

Zwei Gewinner dieses anfänglichen Schietwetter-Sommers gibt es dann aber doch: die windabhängigen Surfer sowie Indooranbieter Ferienpark Weissenhäuser Strand. „Wir haben im 40. Betriebsjahr nun im vierten Jahr in Folge das beste Resultat überhaupt“, sagt Geschäftsführer David Depenau mit Blick auf seine Buchungslage. Wenigstens einer, der jubelt . . .

Achtung, Staugefahr! Urlauber rollen an
Sommerferien in Deutschland

Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland: alle ab 8. Juli;

Thüringen, Sachsen-Anhalt, Sachsen: alle ab 15. Juli;

Nordrhein-Westfalen: ab 22. Juli;

Baden-Württemberg: ab 25. Juli;

Bayern: ab 31. Juli;

Schleswig-Holstein, Berlin, Brandenburg, Bremen, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern: haben alle bereits Ferien.

Peter Mantik

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