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Ostholstein Schilder-Kuddelmudel: Ärger um Straßennamen
Lokales Ostholstein Schilder-Kuddelmudel: Ärger um Straßennamen
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21:45 31.08.2018
Die sanfte Korrektur: Aus der Klaus-Groth-Straße (Landkirchen) wurde die Ole Klaus-Groth-Straat. Burg behält den Namen. FOTOS (4): GJS
Ostholstein

Besonders betroffen ist die Insel Fehmarn. Denn 2003 wuchsen mit der Fehmarn-Fusion Burg und die 42 Inseldörfer zur neuen „Stadt Fehmarn“ zusammen. 15 Jahre danach beeinträchtigen die Folgen die 13000 Einwohner zählende Kommune noch immer. Viele Straßennamen waren doppelt vergeben. Kein Wunder: Allein sieben Mal gab es die Dorfstraße. Ebenso tauchten Mühlenstraße oder Bahnhofstraße mehrmals auf, egal ob die historischen Gebäude überhaupt noch standen. Ein richtiges Kuddelmuddel – mit zum Teil lebensgefährlichen Konsequenzen, wenn es im Notfall um jede Sekunde geht. „Es hat immer wieder Probleme gegeben“, sagt Martina Wieske vom Fachbereich Bauen und Häfen.

Ende 2015 vergab die Stadtvertretung Fehmarn neue Straßennamen. Das Problem war nur: Wo müssen welche Straßennamen weichen? Die Diskussion hält teilweise bis heute an. Aus einigen Dörfern gab es sogar kreative Vorschläge, aus anderen dagegen einen Sturm der Empörung. Denn den betroffenen Bürgern ging es nicht nur um lieb gewonnene Traditionen. Vor allem Geschäftsleute oder Vermieter beklagten sich, weil sie ihre Adressen, Prospekte und Kataloge aufwendig ändern müssen. Momentan steht noch eine Entscheidung für die „Fährhafenstraße“ in Puttgarden aus.

Im Zweifelsfall wurde von der Politik abgewogen und nachgezählt, wie viele Betroffene es in einer Straße gibt. Anfang 2017 hat der Bauhof damit begonnen, neue Schilder anzubringen – über dem alten Straßennamen, der durchgestrichen wurde. Die Stadt räumt eine Übergangzeit ein, die Kommune lässt die doppelten Straßennamen anderthalb bis zwei Jahre stehen. „Bis dahin haben dann auch die Navi-Betreiber die Umstellung vollzogen“, erläutert Wieske.

Die Kosten bleiben für die Stadt Fehmarn, die von den Rettungsdiensten in die Pflicht genommen wurde, überschaubar. Wieske: „Die Sicherheit geht vor.“

Luschendorfer Straße im Doppelpack

In der Gemeinde Scharbeutz gibt es eine Luschendorfer Straße und eine Luschendorfer Straße. Beide führen nach – Luschendorf. Doch die eine liegt jenseits der A 1 im Postleitzahlenbereich 23783, die andere in 23684. Unterschiede gibt es auch bei der Telefonvorwahl: Die einen Anlieger haben eine 04503 vor ihrer Telefonnummer, die anderen eine 04524. Denn die eine Luschendorfer Straße liegt im Zentralort Scharbeutz, die andere in der Dorfschaft Schürsdorf.

Eine andere Dopplung ist mittlerweile beseitigt worden: Es gab je eine Bahnhofstraße in Scharbeutz und in Haffkrug, beide in der Gemeinde Scharbeutz. Die Scharbeutzer heißt sei einigen Jahren Am Bürgerhaus. Auslöser für die Umbenennung waren unter anderem Probleme für den Rettungsdienst.

Endgültiges Aus

für Irrfahrten

Etwaige Irrfahrten, die so mancher Ortsunkundige in der Dorfstraße von Stockelsdorf hinter sich gebracht hat, sind inzwischen Geschichte. Es gibt mittlerweile nur noch eine Dorfstraße in der Großgemeinde Stockelsdorf – und zwar im Hauptort Stockelsdorf selbst. Einst hatte es in der Gemeinde vier Dorfstraßen gegeben: in den Ortschaften Dissau, Curau und Eckhorst sowie eine in Stockelsdorf selbst. Inzwischen wurde den drei Dorfstraßen in den Dörfern jeweils der Namenszusatz des jeweiligen Dorfes verpasst – zuletzt vor drei Jahren in Eckhorst. Das Rätselraten, welche der vielen Dorfstraßen gemeint sein könnte, ist damit endgültig vorbei.

Gjs, Sas, Dd

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