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Ostholstein Schimmel gefährdet Mitarbeiter in Neustadt
Lokales Ostholstein Schimmel gefährdet Mitarbeiter in Neustadt
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20:21 02.11.2017
Das Amts-Gebäude ist wahrlich kein Hingucker. Im Inneren gibt es zahlreiche Risse und Schimmel. Quelle: Fotos: Sebastian Rosenkötter

Der Zustand des Amtes dürfte kaum jemanden überraschen. Seit Jahren ist die marode Verfassung bekannt. Bereits im November 2014 berichteten die Lübecker Nachrichten über losen Putz, rissige Wände, abgesackte Böden und fehlende Isolation. Ebenfalls problematisch ist, dass die Mitarbeiter der Stadt nicht barrierefrei erreichbar sind. Die Treppen machen besonders älteren Bürgern und Eltern mit Kinderwagen zu schaffen. Die Politik war sich einig, dass etwas passieren muss. Doch die Zeit verging.

Das Amt für gesellschaftliche Angelegenheiten der Stadt Neustadt muss geräumt werden. Die Wände des Gebäudes in der Rosenstraße sind feucht. Mitarbeiter klagen über Husten. Bürgermeisterin Dr. Tordis Batscheider (SPD) spricht von gesundheitsgefährdendem Schimmel.

Im Herbst 2016 schlug die Verwaltung einen Neubau auf dem Klosterhof vor. In diesem könnten nicht nur die Mitarbeiter vom sogenannten Amt II einziehen, sondern auch die aus dem ebenfalls sanierungsbedürftigen Bauamt in der Kirchhofsallee sowie die Angestellten von Kultur-Service und Stadtwerke-Servicecenter. Alle bürgernahen Dienstleistungen wären somit an einem Platz. Einige Monate später, im Januar dieses Jahres, erteilte die Mehrheit der Stadtverordneten dem Vorhaben eine Absage. CDU, BGN und Grüne sprachen sich dafür aus, das Amt auf dem bisherigen Standort in der Rosenstraße zu erneuern. Die SPD war geteilter Meinung.

Nach dem Schimmel-Befall dürfte das Thema an Dringlichkeit gewinnen. Bereits am 8. November soll sich der Bau- und Planungsausschuss damit befassen. Nach LN-Informationen wurde bereits geprüft, ob das Postgebäude in naher Zukunft als Verwaltungsgebäude genutzt werden könnte. Das Ergebnis war negativ. Es steht nicht zur Verfügung.

Entschieden ist, dass 14 Mitarbeiter aus dem Amt II in ein Haus neben der Post ziehen werden, in dem in den vergangenen Jahren unter anderem Flüchtlinge und Obdachlose untergebracht waren. „Wir müssen noch einige Umbauarbeiten erledigen lassen. Zudem dauert es etwas, die Technik zu verlegen. Spätestens im Dezember wird der Großteil der Mitarbeiter umziehen“, so Dr. Tordis Batscheider.

Jedoch reiche der Platz nicht für alle aus. Für vier Angestellte müsse ein anderer Ort gefunden werden. „Der Hauptausschuss hat sich dafür ausgesprochen, andere Liegenschaften zu prüfen. Das Thema soll am 22. November erneut diskutiert werden“, sagt Batscheider.

Dass das Gebäude in der Rosenstraße saniert wird, gilt als ausgeschlossen. „Es muss abgerissen werden“, verdeutlicht die Bürgermeisterin.

 Von Sebastian Rosenkötter

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