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Ostholstein Schläge und eine fragliche Verlobung
Lokales Ostholstein Schläge und eine fragliche Verlobung
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22:16 26.09.2016

Ob Verlobungen in heutigen Zeiten altmodisch sind oder nicht, mag dahingestellt sein – sie stehen aber häufig hoch im Kurs, wenn in naher Zukunft eine Gerichtsverhandlung droht. Denn Verlobte des oder der Angeklagten haben das sogenannte Zeugnisverweigerungsrecht, müssen als Zeugen also nicht gegen den oder die Zukünftige/n aussagen. Ein Trick, der nicht immer gut ankommt und auch nicht immer funktioniert, wie sich gestern vor dem Eutiner Amtsgericht zeigte.

Dort musste sich der 27-jährige Dennis P. (Name geändert) wegen Körperverletzung verantworten. Er soll im angetrunkenen Zustand seine 35-jährige Lebensgefährtin Anja K. (Name geändert) aus dem Schlaf gerissen und ihr ohne Vorwarnung eine Kopfnuss verpasst haben, von der Anja K. ein blaues Auge davontrug. Nur wenige Wochen später soll Dennis P. seine Freundin mit Schlägen attackiert haben, bei denen sie Hämatome auf den Armen und Beinen erlitt. Anja K. hatte zu diesen Angriffen auch bei der Kripo ausgesagt, wollte ihre Aussage dann später jedoch zurückziehen. Das aber war nicht möglich – die Staatsanwaltschaft kann beziehungsweise muss trotz Rücknahme von Strafanträgen Taten weiter verfolgen.

Sie werde nicht gegen Dennis P. aussagen, da sie mittlerweile verlobt seien, erklärte Anja K. nun gestern. „Ich habe das Gefühl, dass Sie einfach nicht aussagen wollen“, hielt ihr Amtsrichter Otto Witt vor. „Nach dem Motto: Ich bin verlobt, und damit ist die Sache vom Tisch.“ So aber laufe das nicht. Schließlich einigte sich das Paar darauf, dass Dennis P. die Schläge einräumte, woraufhin Richter Witt das Verfahren einstellte. Dennis P. muss allerdings 50 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten.

latz

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