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Ostholstein Schlägt der Pieper Alarm, rast der Feuerwehr-Nachwuchs los
Lokales Ostholstein Schlägt der Pieper Alarm, rast der Feuerwehr-Nachwuchs los
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13:57 03.07.2016
Von der Scharbeutzer Drehleiter hat man einen guten Blick auf die jungen Einsatzkräfte. Quelle: Fotos: S. Rosenkötter
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Sierksdorf

Der laute Ton des Piepers versetzt die mehr als 30 Feuerwehrleute in Aufruhr. Sie stürmen zu ihren Fahrzeugen. Ein Einsatz. Was sie erwartet, ist nicht sofort klar. Endlich Action. Die Mädchen und Jungen wollen erleben, wie es im Ernstfall ist. Möglich macht dies der Berufsfeuerwehrtag der Jugendfeuerwehren. Mit dabei sind Kräfte von den Wehren Roge-Sierksdorf, Altenkrempe, Schönwalde und Wangels.

Viel Unterstützung

Der Berufsfeuerwehrtag konnte nur aufgrund zahlreicher Unterstützer durchgeführt werden. Die Teilnehmer bedanken sich bei den Wehren aus Altenkrempe, Schönwalde, Sierksdorf und Döhnsdorf/Weißenhaus für die Fahrzeuge. Zudem beteiligten sich nach Feuerwehrangaben folgende Unternehmen: Hansa-Park, VR Bank, Heinzmann Workfashion, Rewe am Rosengarten, Bäckerei Breede, Fleischerei Reis und Musik Royal.

24 Stunden dauert die Großübung. Los geht es am Freitagabend. Unweit des Sierksdorfer Feuerwehrhauses beziehen sie zwei Zelte. Feldbetten werden aufgebaut, Verhaltensregeln besprochen: Nicht zu laut sein. Auf die Gruppenführer hören. Auf die Jugendwarte hören. Klingt nach vielen Regeln und wenig Spaß. Doch das täuscht. Die Zehn- bis 18-Jährigen sind mit Begeisterung dabei.

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Jugendliche aus Sierksdorf, Altenkrempe, Schönwalde und Wangels waren 24 Stunden im Einsatz: Brände wurden gelöscht, Vermisste gefunden und Ölspuren beseitigt.

Das Abendessen fällt zunächst aus. 15 Minuten vorher dröhnt der Pieper. Im Hansa-Park werden vier Personen vermisst. Westernstadt und Indianerlager müssen durchsucht werden. „Die Gruppenführer entscheiden über das Vorgehen. Wir schauen zu“, sagt Torsten Kröger. Der Jugendfeuerwehrwart aus Sierksdorf ist einer von zahlreichen Betreuern, die sich bis gestern Abend um die jungen Einsatzkräfte kümmern. Er betont, dass er und seine Kollegen genau darauf achten, ob die Kinder und Jugendlichen das Gelernte umsetzen. „Wir wollen den Ausbildungsstand sehen, gucken uns das an und nehmen die Defizite mit“, erläutert Kröger. Je nach Bedarf könnten die Übungseinheiten in den kommenden Wochen verändert werden.

Matthias Tamm, Amtswehrführer des Amtes Ostholstein-Mitte, erläutert, dass die Kinder der vier beteiligten Wehren nicht in ihren gewohnten Gruppen eingesetzt werden. „Wir mischen sie. Das ist eine Herausforderung. Nicht alle kennen sich, trotzdem müssen sie zusammenarbeiten.“ Dass das gut gelingt, lässt sich immer wieder beobachten. Als am Sonnabendmittag eine Ölspur, dargestellt mit Milch, im Gewerbepark Neustädter Bucht beseitigt werden muss, klappt das Zusammenspiel ganz gut.

Richtig spannend wird es am Nachmittag. In Roge brennt es. Ein Haufen aus Zweigen und Ästen muss gelöscht werden. Die Jugendwehren bauen die Wasserversorgung auf, bekämpfen die Flammen. Bei einem anderen Einsatz müssen umgestürzte Bäume von einer Straße beseitigt werden. Hinzu kommen Theorieteile, bei denen es unter anderem um den Umgang mit einer Drehleiter geht. Nach 24 Stunden ist alles geschafft.

• Eine Galerie mit mehr Bildern gibt es auf www.LN-Online.de/Ostholstein.

 Sebastian Rosenkötter

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