Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Ostholstein Schlamm-Massen sorgen für Ärger in Timmendorf
Lokales Ostholstein Schlamm-Massen sorgen für Ärger in Timmendorf
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:10 18.10.2017
Die Fläche unter den Carports ist gepflastert – wovon derzeit allerdings kaum etwas zu sehen ist. Quelle: Fotos: S. Latzel
Timmendorfer Strand

Wenn Sand richtig nass wird, wird daraus Schlamm, jedenfalls für eine Weile – Schlamm, der sich seinen Weg bahnt und irgendwann liegen bleibt und wieder zu feuchtem Sand wird, der mitunter hartnäckig klebt. Diese Erfahrung haben einige Timmendorfer gemacht, die am Vogelsang in einem Mietshaus wohnen: Das Grundstück nebenan, an der schräg gegenüber verlaufenden Hauptstraße, ist Baustelle sowie höher gelegen, weshalb bei starkem Regen beachtliche Erdmassen herüberfließen.

Ein abgängiger Hang und damit kubikmeterweise Sand von einer benachbarten Baustelle machen Mietern am Vogelsang in Timmendorf zu schaffen. Sie klagen über verdreckte Carports und Autos – und über einen Bauherren, der bislang nichts unternommen hat.

„Beim letzten Mal lief Schlamm in den Keller. Dagmar Zimmermann

Firma Langbehn

Das berichtet Dagmar Zimmermann, Prokuristin der Firma Langbehn-Bau, deren Chef Heino Langbehn das verschmutzte Grundstück am Vogelsang gehört. „Im Juli ging der Ärger los“, sagt sie. Bei Regengüssen sei der Hang an der Grundstücksgrenze „runtergekommen“: „Mehrere vier bis fünf Meter hohe Zypressen sind umgekippt, und der Sand wurde rübergespült, auch unter den Carport, wo die Autos der Mieter standen.“ Der alarmierte Bauherr vom Grundstück Hauptstraße habe erklärt, dass er wegen des Regens nichts unternehmen könne, weshalb Langbehn schließlich die Feuerwehr gerufen habe. „Der Sand hat sich in den Bremsen und Reifen der Autos richtig festgesetzt“, sagt Dagmar Zimmermann. Teure Spezialreinigungen seien nötig gewesen.

Anschließend habe es zwei weitere „Sandschwemmen“ von dem Grundstück gegeben, das dadurch bekannt wurde, dass dort lange Zeit ein Bau als „halbes Haus“ stand. „Beim letzten Mal lief Schlamm in den Keller, und die Carports sind praktisch nicht mehr nutzbar“, sagt Dagmar Zimmermann. Sie schätzt, dass etwa zehn Kubikmeter Sand auf das Grundstück Vogelsang gespült worden sind, und sorgt sich um die Stabilität der Rohbauten nebenan: „Das direkt an der Grenze gelegene Haus steht auf Sand, der abgenagt wird wie das Brodtener Steilufer. Was ist, wenn eine Wand bricht?“

Sie habe sich ans Timmendorfer Ordnungsamt gewandt, berichtet Dagmar Zimmermann, „aber von dort hieß es, dass die Gemeinde erst dann zuständig sei, wenn der Sand auf die Straße fließt – aber nicht, wenn sich das alles auf zwei Privatgrundstücken abspielt“. Informiert worden ist auch der Fachdienst Bauordnung des Kreises. „Ein Ordnungsverfahren wurde eingeleitet“, heißt es von dort. Da das Verfahren aber laufe, könnten keine weiteren Auskünfte gegeben werden.

Langbehn hat mittlerweile einen Rechtsanwalt beauftragt, „der erhält aber keine Antwort von der Baufirma beziehungsweise dem Gesellschafter“, sagt Zimmermann verärgert. Auf LN-Nachfrage erklärte der Investor für das Grundstück Hauptstraße am Dienstag, er habe gerade seinen Tiefbauer beauftragt, „alles in Ordnung zu bringen“. Das Areal werde „saniert und neu bepflanzt“. Bis gestern Nachmittag tat sich allerdings nichts, sagt Dagmar Zimmermann. „Ich finde es gar nicht so schlimm, dass der Hang heruntergekommen ist – so etwas kann ja passieren“, meint sie. „Aber ich verstehe nicht, warum nichts unternommen wird, um das Ganze jetzt abzufangen.“

Sabine Latzel

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Ein 54-jähriger Neustädter ist angeklagt, im Januar dieses Jahres mehrere Brände gelegt zu haben. Die Staatsanwaltschaft Lübeck wirft Jürgen H. (Name geändert) vor, seine Wohnung in einer Obdachlosenunterkunft angezündet zu haben. Der Schaden: 180000 Euro.

18.10.2017

Ihre Flucht endete im tiefen Süden Frankreichs. Nur wenige Kilometer nördlich der französisch-spanischen Grenze nahe der Stadt Perpignan wurden im August 1942 einige ...

18.10.2017

Die Freiwillige Feuerwehr in Grömitz sucht nach wie vor dringend neue Mitglieder. Nachdem bereits im Sommer 500 Bürger von der Gemeinde angeschrieben wurden, gingen zuletzt weitere 1000 Briefe raus. Jetzt gibt es immerhin Interessenten, die sich die Arbeit der Wehr anschauen wollen.

18.10.2017