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Schlechtes Erntejahr für Ostholsteins Bauern

Ostholstein Schlechtes Erntejahr für Ostholsteins Bauern

Ständige Wetterkapriolen und dazu sinkende Preise auf dem Weltmarkt: Die Landwirte ziehen eine negative Bilanz.

Ein Feld zwischen Bliesdorf und Grömitz wird nach der Ernte umgepflügt, begleitet von vielen Möwen.

Quelle: Sebastian Rosenkötter

Ostholstein. Unstete Wetterlagen über das ganze Jahr, dazu aktuell der wochenlange Wechsel von Sonne und Regen – die Wetterkapriolen haben den Landwirten in Ostholstein ein schlechtes Erntejahr beschert. Nachdem bereits Gerste (minus 20 Prozent) sowie Raps (minus 30 Prozent und schlechter) den Bauern Sorgenfalten bereiteten, sieht es aktuell beim Weizen nicht viel besser aus.

„Der Weizen, der gedroschen wurde, liegt immerhin im Durchschnitt.“ Holger Schädlich, Kreisbauernverband

„Die Weizenschläge, die bereits gedroschen wurden, liegen immerhin im Durchschnitt“, erläutert Holger Schädlich, Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes. Beim übrigen Weizen müsse binnen der kommenden Woche – wenn das Wetter hoffentlich stabiler und sonniger wird – die Resternte eingeholt werden. „Steht der Weizen noch länger auf den Feldern, beeinträchtigt dies die Qualität der Frucht“, erklärt Schädlich. Noch seien die Qualitäten ausreichend, um ins Brot zu kommen. Nehmen sie aber weiter ab, würde der Weizen ins Futter gehen – und es seien nur noch schlechtere Preise erzielen als ohnehin schon.

Insgesamt gehe der Verband von einer leicht unterdurchschnittlichen Weizenernte aus – sowohl in der Quantität wie in der Qualität. Doch das helfe wenig. Schädlich: „Wir sind insgesamt unterdurchschnittlich in Masse und, was hinzu kommt, auch bei den Finanzen.“ Denn die Preise der drei Hauptfrüchte Gerste, Raps und Weizen seien im Keller, auch wenn sich die Preislage gerade ein wenig entspanne. Nach zwei guten Jahren folge aktuell ein schlechtes.

Die Ostholsteiner Landwirte seien damit aber nicht allein. Der Deutsche Bauernverband zieht für die gesamte Bundesrepublik ein ernüchterndes Erntefazit. Aufgrund der unbeständigen Witterungsbedingungen sei die Weizenernte in einzelnen Regionen Deutschlands maximal erst zu einem Drittel abgeschlossen. Es zeichne sich jedoch ab, dass die Erträge bei Winterweizen ähnlich wie bei der Wintergerste verbreitet um zehn bis 20 Prozent unter dem Vorjahr liegen. Um die Qualität des Winterweizens erhalten zu können, hoffen die Landwirte darauf, die Erntearbeiten bei trockener Witterung wieder zügig aufnehmen zu können.

Der Deutsche Bauernverband erklärt auch, warum es um die Preise aktuell nicht gut bestellt ist. „Die Ackerbaubetriebe produzieren und vermarkten ihre Erzeugnisse in internationalisierten Getreidemärkten, die sich zudem durch intensive Handelsbewegungen auszeichnen.“ Dadurch werde die Preisbildung auf dem heimischen Markt stark von den Weltmärkten, aber nur wenig vom hierzulande bestehenden Angebot beeinflusst. Maßgeblich seien die Ernten in der gesamten Europäischen Union (wie Frankreich, wo die aktuelle Ernte ebenfalls schlecht ausfiel) sowie in Russland, der Ukraine (beide liegen im Durchschnitt) und den Vereinigten Staaten. Eine Weltweizenernte auf dem Rekordniveau von 738 Millionen Tonnen und hohe Lagerbestände führen aktuell zu einer äußerst komfortablen Versorgungssituation und folglich zu Preisdruck. Die Erzeugerpreise zur Ernte betragen verbreitet 105 Euro bis maximal 130 Euro pro Tonne Wintergerste (Vorjahr: 150 Euro pro Tonne) und 130 Euro bis 150 Euro pro Tonne Winterweizen (Vorjahr: 157 Euro bis 165 Euro pro Tonne). In Verbindung mit den deutlich geringeren Erntemengen führe dies zu einer zusehends angespannten wirtschaftlichen Lage der Betriebe. Nicht allein in Ostholstein, sondern bundesweit.

Die offizielle Erntebilanz gibt der Deutsche Bauernverband am 19. August bekannt.

 Peter Mantik

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