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Ostholstein Zertifiziert: Zeitgemäße Museumsarbeit im Schloss
Lokales Ostholstein Zertifiziert: Zeitgemäße Museumsarbeit im Schloss
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16:29 29.11.2018
Das Schloss Eutin kann sich künftig zertifiziertes Museum nennen. Am 12. Dezember wird die Auszeichnung übergeben. Quelle: Ulrike Benthien
Eutin

 Darauf hat das Team um Brigitta Herrmann, Geschäftsführender Stiftungsvorstand Stiftung Schloss Eutin, zwei Jahre hingearbeitet: Vom 12. Dezember an kann sich das Schloss zertifiziertes Museum nennen. Vergeben wird die Auszeichnung vom Museumsverband Schleswig-Holstein und Hamburg.

2016 hatte Herrmann ihr Haus zur Zertifizierung angemeldet. „Damals stand das Gespenst im Raum, dass künftig womöglich nur noch zertifizierte Museen Fördermittel bekommen können. Aber wir haben uns damit auch selbst Druck gemacht“, sagt Brigitta Herrmann. Denn es waren im Schloss schon lange Verbesserungen geplant, die aber immer wieder aufgeschoben wurden. „Das waren beispielsweise die Kennzeichnung der Objekte, die in den Depots liegen und im Fall eines Feuers vorrangig in Sicherheit gebracht werden müssen, die Installation eines Besucherleitsystems und die einheitliche Beschriftung in den Räumen der Dauerausstellung“, erklären Herrmann und Susanne Petersen, Kuratorin der Stiftung.

Lange Vorarbeit des Schloss-Teams

Vier Module müssen Häuser, die sich ihre zeitgemäße Museumsarbeit bescheinigen lassen möchten, durchlaufen. Am Beginn steht ein Fragenkatalog zu Ausstellungen, Inventarisierung, Dokumentation und Vermittlung. Berater gehen danach mit dem Museumsteam das gesamte Haus ab und verschaffen sich einen Eindruck von den Gegebenheiten vor Ort. „Wir hatten Dr. Brigitte Heise, die ehemalige Leiterin des Lübecker Museums Behnhaus Drägerhaus, bei uns“, berichtet Brigitta Herrmann. Was bemängelt wurde, wurde aufgelistet und abgearbeitet. Daran sind neben Brigitta Herrmann und Susanne Petersen auch Museumspädagogin Ulrike Unger, Verwaltungsmitarbeiterin Susanne Zirkel und Hausmeister Woldemar Hartmann beteiligt gewesen. „Herr Hartmann ist ein intimer Kenner der Sammlung“, bescheinigt ihm seine Chefin.

Sieben Museen werden ausgezeichnet

Weitere Module sind Fortbildungsveranstaltungen für die Mitarbeiter sowie die Abgabe eines Museums- und Sammlungskonzeptes. Das alles hat die Stiftung wahrgenommen und erfüllt, sodass ihr das entsprechende Zertifikat zugesprochen wurde. „Es ist eine tolle Bestätigung für uns alle. Besonders freut es uns, dass wir am 12. Dezember auch noch Gastgeber sein dürfen“, sagt Brigitta Herrmann. Ausgezeichnet werden in der Feierstunde außerdem das Stormarnsche Dorfmuseum in Hoisdorf, das Sylter Heimatmuseum und das Altfriesische Haus in Keitum, das Landschaftsmuseum Angeln/Unewatt in Langballig, das Museum Eckernförde, das Industriemuseum Kupfermühle in Harrislee und das Jüdische Museum in Rendsburg.

Auf dem Weg zum zertifizierten Museum

Initiiert habe das Land den Prozess. „Es möchte, dass Museen zertifiziert sind“, sagt Brigitta Herrmann. So können die auch vom Museumsverband angestrebten Qualitätsstandards Sammeln, Bewahren, Dokumentieren, Forschen, Ausstellen und Vermitteln erreicht und gehalten werden. Ihr Team und sie würden die bevorstehende Auszeichnung als Anfang begreifen. „Wir wollen uns beständig weiterentwickeln. Außerdem versetzt sie uns in die Lage, uns in Sponsorenkreisen besser zu positionieren“, sagt Brigitta Herrmann.

Millionenschwere Sanierung

Mehr als zwei Millionen Euro werden Sanierungsarbeiten am Schloss kosten, die gerade begonnen haben. Das Fundament muss stabilisiert werden – die Feldsteine, auf denen das Schloss gegründet worden ist, waren 2007 in Bewegung geraten, als für einen längeren Zeitraum das Wasser aus dem Schlossgraben abgelassen worden war. Als Folge waren im gesamten Schloss Risse entstanden. Momentan werden mit Sand gefüllte Plastiksäcke, sogenannte Bigpacks, in den Graben gesetzt. „Es wird ein Wall angelegt, über den das für die Sanierung erforderliche Gerät auf die Schlossinsel gebracht werden kann“, sagte Brigitta Herrmann. Nach ihren Angaben erhält die Stiftung für die Gründungssanierung 1,9 Millionen Euro vom Land, weitere 200 000 Euro, um die Risse an der Außenfassade zu beseitigen.

In der Region sind bereits das Zeittor in Neustadt, die Galileo Wissenswelt auf Fehmarn und das Oldenburger Wallmuseum zertifizierte Museen.

Ulrike Benthien

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