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Ostholstein Schlussverkauf bei der Gartenschau
Lokales Ostholstein Schlussverkauf bei der Gartenschau
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11:20 26.01.2017
Noch zu haben: Stadtsprecherin Kerstin Stein-Schmidt und LGS-Geschäftsführer Martin Klehs zeigen die leuchtend weißen Autobahnschilder. Quelle: Fotos: Pet (2)
Eutin

Wie sehr viele Eutiner die Landesgartenschau ins Herz geschlossen haben, zeigt sich auch knapp vier Monate nach ihrem Ende. Das ausgediente Mobiliar geht weg wie das sprichwörtliche „geschnitten Brot“. Kaum hatte die LGS am Montagabend die Verkaufsliste der Überbleibsel von der Grünschau am Großen Eutiner See ins Internet gestellt, da griffen die wahren Liebhaber zu. „Ganz toll, die Nachfrage hat uns wirklich überrascht“, berichtet LGS-Geschäftsführer Martin Klehs. Bis gestern Mittag habe es mehr als 200 Anfragen gegeben, der überwiegende Teil des angebotenen Rest-Inventars sei bereits verkauft. „Keine Schnäppchenjäger, sondern echte Fans“, so beschreibt Klehs die Kundschaft.

Die wahren Fans schlagen sofort zu – Nur die Autobahnschilder sind bislang Ladenhüter.

Am stärksten gefragt waren die Sitzsäcke, die sechs angebotenen Exemplare waren im Nu weg. „Ein Stück Gartenschau für den eigenen Garten sichern“, mit diesen Worten hätten Käufer ihr Interesse erklärt, berichtet Klehs. Für Plakataufsteller, Standaschenbecher, Bänke, Holzhütten und auch Mülleimer fanden sich ebenfalls schnell Interessenten. Für den Ziegenstall, mit 3000 Euro der teuerste Nachlass des Gartenschau-Sommers, konnte sich allerdings bis gestern Mittag noch niemand erwärmen. Zu haben waren da auch noch Großblumentöpfe, die markanten Trennwände aus den Hausgärten, Fahrradständer oder Birken und Fächerahorn. Das Gros der Pflanzen und Knollen war bereits unmittelbar nach dem Ende der Gartenschau am 3. Oktober an die zahlreichen Helfer verschenkt oder anderweitig verkauft worden.

Noch im Angebot ist ein Dutzend wirklicher Unikate: Autobahnschilder unterschiedlicher Größe, die den Weg zum Eutiner Großereignis wiesen. In der Inventarliste werden keine Preise genannt. Klehs denkt an 20 bis 200 Euro je nach Größe, gibt aber zu verstehen, dass es Verhandlungsspielraum gibt. Die Schilder passen nicht überall hin, sie brauchen Fläche. Vielleicht findet sich ja ein Kleingartenverein, der seine Kolonie in eine Landesgartenschau aufwerten möchte. Jetzt gibt es die einmalige Chance.

Den Gartenschau-Abwicklern geht es nicht in erster Linie ums Geld. Sie wollen, dass überflüssiges Inventar weitergenutzt wird und nicht auf dem Müll landet. Das gilt auch für drei Plexiglas-Ausstellungsstelen, die in der Form an Litfaßsäulen oder Raucher-Kabinen erinnern, und sich gut als Mini-Gewächshaus eignen. 50 Euro werden für die 2,70 Meter hohen Säulen mit Deckenbeleuchtung aufgerufen. Wer in Gartenschau-Erinnerungen schwelgen will, kann das zunächst noch per Mausklick. Die Homepage mit der rosenbemalten Frau soll bis zum Jahresende aktiv bleiben.

Klehs: „Die Leute sollen sehen, wie schön es hier im Sommer war.“ Die Stadt Eutin will das auch in Buchform festhalten. Zum Sommer soll ein Heft mit den schönsten Gartenschau-Momenten und zur weiteren Stadtentwicklung erscheinen, erläutert Stadtmanagerin Kerstin Stein-Schmidt. Zuvor wird im Frühjahr die LGS-gGmbH aufgelöst und ihre Schlussbilanz präsentiert.

Auf der Ausverkauf-Liste steht auch Gartenschau-Maskottchen Käpt’n Eu – und zwar für 500 Euro. Ein Irrtum, wie Stein-Schmidt versichert. Der Plüschbär wird nicht ausgemustert, sondern neu eingekleidet. Statt Piratenhut und Augenklappe bekommt er Helm und Weste verpasst, um dann als Baustellenbär für die Innenstadt-Sanierung zu werben. pet

LN

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