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Ostholstein Schmallenberg-Virus: Immer mehr Fälle im Norden
Lokales Ostholstein Schmallenberg-Virus: Immer mehr Fälle im Norden
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16:19 07.02.2012
Ein wenige Minuten altes Lamm wird vom Muttertier nach der Geburt geputzt. Das für Schafe undRinder gefährliche Schmallenberg-Virus bereitet Tierhaltern zunehmend Sorge. Quelle: dpa
Neumünster

In Schleswig-Holstein wächst die Sorge um tote und missgebildete Lämmer durch das Schmallenberg-Virus. „Was wir jetzt sehen, ist die Spitze des Eisbergs“, sagte der Referatsleiter Veterinärwesen im Landwirtschaftsministerium, Martin Heilemann, am Dienstag in Neumünster.

Hier geht's zur Ausbreitungs-Karte des Friedrich-Löffler-Institus

„Das ist ein Ausschnitt aus dem Gesamtgeschehen, das aus dem vergangenen Herbst stammt.“ Trächtige Muttertiere seien vermutlich über Mückenstiche mit dem Erreger angesteckt worden und hätten ihren ungeborenen Nachwuchs infiziert. Wie viele kranke Tiere noch zur Welt kommen würden, sei derzeit unklar.

Die Frühjahrslammung habe gerade erst begonnen, meinte Heilemann. Er rechne damit, dass noch mehr Fälle bei Schafen und Rindern bekanntwerden. In Schleswig-Holstein wurde das Schmallenberg-Virus nach Angaben des Landeslabors in Neumünster bisher bei 36 Betrieben nachgewiesen. Bis auf einen Rinder-Fall waren ausschließlich Schafe betroffen. Bei 25 Höfen bestätigte sich der Verdacht nicht, die Tests verliefen negativ.

Die Untersuchungen zum Schmallenberg-Virus führt das Landeslabor seit rund zwei Wochen eigenständig durch. „Die Ergebnisse liegen dadurch viel schneller vor. Statt rund einer Woche dauert es jetzt in der Regel zwei bis drei Tage“, sagte Labordirektor Matthias Hoppe-Kossak. Für die Tests werden etwa den totgeborenen Lämmern und Kälbern Proben aus Großhirn, Kleinhirn und Milz entnommen. Dann wird untersucht, ob die Proben Erbmaterial des gefährlichen Erregers enthalten. „Das sind Routineverfahren“, meinte Hoppe-Kossak.

Für betroffene Betriebe bedeutet eine Infektion ihrer Lämmer teils erhebliche wirtschaftliche Einbußen. In Schleswig-Holstein gibt es etwa 2200 Schafhalter mit insgesamt 320 000 Schafen. Eine offizielle Meldepflicht für das Schmallenberg-Virus besteht derzeit noch nicht. Es gebe aber bereits ein technisches Meldesystem, das auch genutzt werde, sagte Heilemann. „Dadurch haben wir bundesweit einen guten Überblick.“ Das Schmallenberg-Virus müsse noch in den Katalog der meldepflichtigen Krankheiten aufgenommen werden. Das sei auf dem Weg.

Bundesweit sind nach Angaben des Friedrich-Loeffler-Instituts in Greifswald bisher mehr als 300 Betriebe vom Schmallenberg-Virus betroffen, Schaf-, Rinder- und auch einige Ziegenhalter. Für Menschen besteht nach Ansicht der Experten kein Risiko.

In diesem Jahr werde das Ausmaß der Erkrankungen wohl besonders groß sein, dann aber deutlich sinken, prophezeite Heilemann. Bei vergleichbaren Krankheiten würden Tiere oft eine Immunität gegen den Erreger entwickeln. Bei dem eisigen Winter sei auch damit zu rechnen, dass sich die Zahl der Insekten, die das Virus übertragen, drastisch reduziere. Außerdem arbeiteten Experten unter Hochdruck an einem Gegenmittel. „Ich erwarte, dass es im kommenden Jahr einen Impfstoff gibt, um die Tiere vor dem Virus zu schützen“, sagte Heilemann.

LN

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