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Ostholstein „Schneckenhaus“ — stark in Sprachförderung und Integration
Lokales Ostholstein „Schneckenhaus“ — stark in Sprachförderung und Integration
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21:15 03.05.2016
Das „Schneckenhaus“ gehört zu den „Sprach-Kitas“ im Land. Es freuen sich die neue Leiterin Ulrike Worbs (l.) und Beate Brandt. Quelle: Fotos: Benthien

Ihre „Überfliegerin im Haus“ nennt Beate Brandt, Geschäftsführerin des Kindertagesstättenwerks des Kirchenkreises Ostholstein, Petra Junge. Die Fachkraft für Sprache in der Kita „Schneckenhaus“ hilft Kindern auf spielerische Weise, sich die Welt der Worte zu erschließen. Drei Jahre lang — mit Beginn Januar 2016 — wird ihre halbe Stelle aus dem Bundesförderungsprogramm „Sprach-Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“ bezahlt. Wie sehr die Mädchen und Jungen von dieser Unterstützung profitieren, erfuhr gestern die SPD-Bundestagsabgeordnete Bettina Hagedorn bei ihrem Besuch.

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Ihre „Überfliegerin im Haus“ nennt Beate Brandt, Geschäftsführerin des Kindertagesstättenwerks des Kirchenkreises Ostholstein, Petra Junge.

Die Politikerin, begleitet vom Oliver Gutzat aus dem SPD-Ortsverein Eutin, sah sich in ihrer Einschätzung bestätigt, dass wie im Gesundheits- und Pflegebereich auch alle mit der Erziehung Beschäftigten ihrem Beruf nur mit viel „Herz und Idealismus“ nachgehen könnten. „Die Rahmenbedingungen müssen verbessert werden“, sagte Beate Brandt zustimmend und verwies darauf, dass im „Schneckenhaus“ im Bereich Ü 3 (ab drei Jahren bis zum Eintritt in die Schule) 22 Kinder von 1,5 Fachkräften betreut würden. Sie sei sehr dankbar, dass die jetzige Stelle von Petra Junge, die früher als Erzieherin zum Team gehörte, „on top“ sei, diese Mitarbeiterin also nicht in den Gruppendienst eingebunden sei. Mit dem Förderprogramm unterstützt das Bundesfamilienministerium die sprachliche Bildung in Kitas.

Bewerben konnten sich Einrichtungen, die von einem überdurchschnittlich hohen Anteil von Kindern mit besonderem sprachlichen Förderbedarf besucht werden. Im Neudorfer Kindergarten sind aktuell 68 Kinder angemeldet, es gibt eine Krippengruppe für 0- bis 3-Jährige und zwei Elementargruppen für 3- 6-jährige Kinder. „17,4 Prozent unserer Kinder haben einen Migrationshintergrund, hier sind sieben Nationen vertreten“, berichtete Beate Brandt der SPD-Abgeordneten. Hinzu komme ein hoher Anteil von Kindern aus bildungsfernen Familien, die von Haus aus wenig Unterstützung beim Spracherwerb hätten. Die Schulleiterin der Grundschule beklage, dass viele Erstklässler gar nicht wüssten, wie ein Buch aufzuschlagen sei, so Brandt. „Je früher Kinder daher am Förderprogramm Sprache teilnehmen können, desto besser.“

Schöne Erfolge würden mit dem Bücherrucksack erzielt, bemerkte Petra Junge. Wöchentlich dürfen die Kinder ihn befüllen und mit nach Hause nehmen. „So wissen wir, was die Kinder bewegt, und wir beziehen die Eltern mit ein. Manche fangen dadurch an, mit ihrem Kind ein Buch anzuschauen.“

25000 Euro beträgt die Förderung pro Jahr. In Ostholstein erhalten sie ebenfalls der „Kastanienhof“ in Oldenburg und der Kindergarten St. Martin Cleverbrück in Bad Schwartau.

ben

LN

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