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Ostholstein Schnelle Info: Notfalldosen für Ratekauer
Lokales Ostholstein Schnelle Info: Notfalldosen für Ratekauer
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20:38 19.10.2017
Heinz-Klaus Drews, Gabriele Priedemann und Irmgard Bartholomé (v. l.) mit den Notfalldosen, die ab Montag verteilt werden. Quelle: Foto: Christina Düvell-Veen
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Ratekau

„Im Notfall zählt jede Sekunde“, sagt die Ratekauer Behindertenbeauftragte Gabriele Priedemann. Daher war sie sofort Feuer und Flamme, als sie bei einem Besuch in Bremen von dieser Notfalldosen-Aktion hörte. Sie informierte sich näher, nahm die Idee mit nach Hause und trug sie gleich ins Rathaus. Dort stieß sie sofort auf offene Ohren.

Ab Montag im Rathaus erhältlich

Weitere Informationen rund um die Notfalldose geben die Ratekauer Behindertenbeauftragte Gabriele Priedemann unter Telefon 0171/1721332 oder per E-Mail an gabriele.

priedemann@t-online.de und Ilka Manthe, Mitarbeiterin der Gemeindeverwaltung, unter Telefon 04504/803 710 oder per E-Mail an imanthe@ratekau.de.

Kostenlos abgeholt werden können die Dosen ab Montag stets vormittags im Büro des Bürgermeisters.

Zunächst einmal wurden 1000 Dosen geordert, berichtete gestern der stellvertretende Bürgermeister Heinz-Klaus Drews (CDU). Bei Bedarf können sofort weitere bestellt werden. Die Dosen haben – abhängig von der Bestellmenge – einen Wert zwischen 1,20 und 1,50 Euro. Die in der Gemeinde lebenden Menschen bekommen sie kostenlos.

Gabriele Priedemann erläuterte: „Oft müssen Rettungskräfte beim Einsatz entscheidende Informationen aufwendig erfragen. Das kostet wertvolle Zeit.“ Immer mehr Menschen hätten zwar einen Notfall- und Impfpass, einen Medikamentenplan und eine Patientenverfügung. Jedoch sei es für die Retter in vielen Fällen schwierig herauszufinden, wo diese Daten aufbewahrt werden. Komplizierter werde es dann noch, wenn mehrere Personen in dem Haushalt lebten.

In Zukunft soll für jede im Haushalt lebende Person ein vorgedrucktes Notfall-Infoblatt ausgefüllt und mit einem Passbild versehen werden. Fragen nach Allergien, der Blutgruppe und Impfungen müssen ebenso beantwortet werden wie die nach Krankheiten oder Arzneitherapien, die Einfluss auf eine Notfallbehandlung haben könnten. Auskünfte über die Einnahme von Medikamenten sollen genauso angegeben werden wie die Adressen von Hausarzt oder Pflegedienst. Eine Rubrik ist überschrieben mit „Folgende Person verlässt sich auf meinen täglichen Kontakt und benötigt Pflege oder wird von der Kita/Schule bzw. Einrichtung abgeholt“. Wichtig für viele sind auch die Fragen „Haben Sie ein Haustier?“ und „Wer kann sich im Notfall um das Tier kümmern?“ Erwartet werden auch Hinweise auf eine Patientenverfügung und vor allem darauf, wer im Notfall kontaktiert werden soll.

Alle Info-Blätter werden dann in einer kleinen Dose aufbewahrt, die mit einem bestimmten Logo gekennzeichnet ist. Damit die Retter wissen, ob und wo solche Informationen im Haushalt existieren, soll ein Aufkleber mit dem Logo auf die Innenseite der Haustür und ein zweiter gut sichtbar außen auf die Kühlschranktür geklebt werden. Priedemann: „Küche und Kühlschrank lassen sich in der Regel immer schnell finden.“ Im Idealfall wird die Notfalldose in der Innentür des Kühlschrankes aufbewahrt.

Über diese zumindest in Ostholstein bislang einmalige Aktion werden in den nächsten Tagen auch alle Ärzte und die Pflegedienste in der Gemeinde informiert.

Die ersten 100 Dosen verteilte die Ratekauer Seniorenbeauftragte Irmgard Bartholomé bereits während einer Busfahrt für ältere Menschen durch die Kommune. Auch Bartholomé ist von der Aktion begeistert: „Bei geringen Kosten wird hier eine ganz große Wirkung erzielt.“

Christina Düvell-Veen

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