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Ostholstein Schnelles Internet: Egoh hofft auf Hilfe vom Bund
Lokales Ostholstein Schnelles Internet: Egoh hofft auf Hilfe vom Bund
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23:32 06.11.2013
„Die Investitionen bleiben nicht komplett bei den Gemeinden hängen.“ Claus-Peter Matthiesen, Egoh-Chef

Die Entwicklungsgesellschaft Ostholstein (Egoh) treibt die flächendeckende Versorgung des Kreises mit Glasfaser-Internetanschlüssen weiter voran. Wichtige Unterstützung könnte möglicherweise vom Bund kommen. Eine Milliarde Euro sollen pro Jahr bundesweit für eine Breitband-Initiative zur Verfügung gestellt werden, heißt es von den Verhandlungtischen der möglichen neuen Regierungspartner in Berlin. Geld, dass im Kreis Ostholstein gut gebraucht werden könnte. Immerhin werden die kreisweiten Investitionskosten auf mehr als 150 Millionen Euro geschätzt.

„Sollte der Bund tatsächlich eine namhafte Summe zur Verfügung stellen, würde das im Kreis sehr weiterhelfen“, sagt Egoh-Geschäftsführer Claus-Peter Matthiensen. Forderungen, lediglich nur bürokratische Hürden abzubauen, hält er für nicht ausreichend. „Diese bestehen vor allem im wettbewerbsrechtlichen Bereich. Und das haben wir weitgehend im Griff“, sagt Matthiensen.

CDU-Bundestagsabgeordneter Ingo Gädechens, der in Berlin gestern von Parteichefin Angela Merkel auf Fraktionsebene über den Stand der Koalitionsverhandlungen informiert wurde, sieht in der Unterstützung „gut investiertes Geld.“ Eine flächendeckende Grundversorgung mit Hochgeschwindigkeits-Internet sei zwar nicht ursächliche Aufgabe des Bundes, für die Zukunftsfähigkeit des ländlichen Raumes wie Ostholstein aber enorm wichtig, sagte Gädechens.

Derzeit erstellt der Tüv Rheinland im Auftrag der Egoh die technischen Vorplanungen für den flächendeckenden Ausbau. Diese sollen bis Anfang kommenden Jahres abgeschlossen sein. Kosten einschließlich der vorausgegangenen rechtlichen Prüfungen und der Machbarkeitsstudie: etwa 142 000 Euro. Im Frühjahr soll dann die Organisationsform eines möglichen kreisweiten Zweckverbandes geprüft und ein Businessplan erstellt werden. 130 000 Euro sind dafür maximal veranschlagt. Immerhin könnte dann eine Gründung erfolgen und anschließend der Betrieb und die Baumaßnahmen ausgeschrieben werden.

Bis Ende Oktober war außerdem die Telekom aufgefordert, rechtsverbindlich zu erklären, wo und wann im Kreis sie eine Glasfaserversorgung plane. Zunächst einmal erhalten aber alle Gemeinden Karten mit der für ihren Ort ausgearbeiteten Aufstellung der derzeitigen Internetabdeckung und einer Ausbauplanung. Darin sind nicht nur die voraussichtlich erforderlichen Leitungstrassen und technischen Einrichtungen detailliert verzeichnet, sondern auch die möglichen Investitionen abgeschätzt. Diese würden aber nicht komplett bei den Gemeinden hängen bleiben, erinnert Egoh-Chef Matthiensen. Durch die Beiträge der Verbraucher würde ein erheblicher Teil wieder zurückfließen. Dabei geht es dann auch um erforderliche Anschlussquoten. Die liegen voraussichtlich bei 60 Prozent.

Matthiensen warnt davor, die Bedeutung zu unterschätzen. Ein Glasfaseranschluss als Daseinsvorsorge werde künftig so wichtig sein wie Telefon und Fernsehen. Kaum jemand wolle heute darauf verzichten.

Neben Gewerbebetrieben seien bereits heute auch schon oft Selbstständige, die ihre Büros auch oft in ihren privaten Häusern oder Wohnungen in kleineren Gemeinden hätten, darauf angewiesen. Auch für ältere Menschen gewinnen schnelle Datenverbindungen immer mehr an Bedeutung.

Holger Marohn

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