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Ostholstein Schnuckeliges Schimpansenbaby und ein scheues Panther-Pärchen
Lokales Ostholstein Schnuckeliges Schimpansenbaby und ein scheues Panther-Pärchen
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22:22 28.06.2013
Von Peter Mantik
Schimpansen-Mama „Nina“ mit ihrem süßen Baby im Grömitzer Affenhaus. Auch Papa „Bubi“ ist stolz auf den Nachwuchs. Quelle: Foto: Peter Mantik

Die Arche Noah in Grömitz ist um drei tierische Attraktionen reicher. Neben einem Schimpansenbaby, das vor knapp einer Woche im großen Affenhaus von Mutter „Nina“

gesund auf die Welt gebracht wurde, öffnete Zoobetreiber Ingo Wilhelm gestern im Raubtierkäfig den Schieber, er trennt das Innen- und das Außengehege, für zwei schwarze Leoparden. Der Wuppertaler Zoo hatte die Tiere vor drei Tagen an die Grömitzer abgetreten.

„Wir haben dieses Jahr offenbar großes Glück. Das kleine Schimpansenmädchen erfreut uns ganz besonders. Und wer weiß, vielleicht haben wir ja auch mit dem Panther-Pärchen künftig Glück“, sagt Wilhelm. Während das Schimpansenbaby schon jetzt die große Attraktion im Affenhaus ist und die Besucher mit seinen kleinen Händchen und Füßchen begeistert, zieren sich die beiden Raubkatzen noch.

Zunächst geht der Schieber im rechten Innengehege nach oben. Für einen Moment zeigt sich ein grünes Auge in der Öffnung, verschwindet aber sofort wieder. Auf der linken Seite verhält es sich bei der Katze ganz ähnlich. Ein kurzer Blick, mehr nicht. Ein leeres Freigehege und das Warten auf Godot. „Die Tiere sind noch sehr ängstlich. Sie müssen erst das Innengehege als ihren Rückzugsort, als ihr sicheres Zuhause annehmen, um dann den Schritt ans Licht zu wagen“, erklärt Wilhelm die Psyche der beiden scheuen Schönheiten.

Auch wolle er die beiden Exil- Afrikaner, denn der natürliche Lebensraum der Großkatzen befindet sich in der Savanne des schwarzen Kontinents, nicht mit einem blutigen Stück Fleisch locken. Denn Wilhelm erläutert: „Sie sollen ihre Mahlzeiten im Innengehege erhalten. Sie kommen im Alltag nur freiwillig abends rein, wenn sie Hunger haben und sich dieser Automatismus eingespielt hat.“ Warten.

Wilhelm reicht Kaffee, zückt eine Zigarette. „So ist es bei den Tieren, man weiß nie, was als nächstes kommt.“ Der Blick durch die Gitterstäbe, im Hintergrund Kindergeschrei vom Spielplatz, Nieselregen setzt ein. Der richtige Zeitpunkt, um im Affenhaus das Schimpansenbaby zu besuchen.

Dort turnt Youngster „Siggi“, der Irrwisch der jetzt siebenköpfigen Gruppe, wild umher. „Nina“ und ihr Baby sitzen auf einem Baumstamm. Als die junge Mutter Wilhelm erblickt, kommt sie auf ihn zu, blickt durch die von Kinderfingern verschmierte Panzerglasscheibe. Doch beim Anblick der LN-Fotokamera schüttelt sie das Haupt, klopft mit dem Handrücken gegen die Scheibe. Paparazzi unerwünscht.

Wilhelm grinst, freut sich aber über die intakte Affengruppe. Die Harmonie zeigt sich auch daran, dass Papa „Bubi“ stets in der Nähe seiner Partnerin ist.

Wilhelms Frau Birgit hat sogar gesehen, wie er sich mit breitem Kreuz schützend vor „Nina“ postierte, um der jungen Mutter einige Momente der Ruhe zu gewähren. Denn natürlich erkundigen sich die Familienangehörigen nach dem Wohlergehen des Nachwuchses.

Nach dem erfreulichen Kurzbesuch startet Versuch zwei am Panther-Käfig. Wieder nichts. Die beiden Leoparden wollen sich nicht zeigen. Okay, dann eben Plan B. „Dann schauen wir doch mal vorsichtig rein ins Innengehege“, sagt Wilhelm. Vorhang auf zur Innenwelt des Zoos. Nur durch ein für die Öffentlichkeit nicht zugängliches Gitter von den Tieren getrennt, blicken wir in die Blockhütte hinein. Betriebshandwerker Detlev Wussow assistiert mit einem Baustrahler. Grüne Augen und blitzende Zähne empfangen die Störenfriede. Es ist die Katze, der Kater im zweiten Gehege hat sich in der Ecke verkrümelt, man erkennt nur den langen Schwanz schemenhaft auf dem Boden. Die junge Dame ist aufgeregt, faucht, hält aber ihre Position, springt nicht wie zu befürchten an die Gitterstäbe. Mit den Sekunden entspannt der Panthera pardus zusehends. Anstalten ins Tageslicht zu treten, machen die beiden schwarzen Raubkatzen aber immer noch nicht. Geduld ist gefragt, auch für die Zoobesucher. Die Zeit der Panther aber naht, ganz sicher.

LN-Leser gefragt
Name gesucht: Neuzugang für die Arche Noah. Das erst eine Woche alte Schimpansen-Baby braucht jetzt nur noch einen Namen, um so richtig im Affenhaus durchzustarten. Und da sind Sie, liebe LN-Leser, gefragt. Namensvorschläge können Sie auf der Internetseite (www.zoo-arche-noah.de) in der Rubrik Kontakt eintragen. Der beste Vorschlag wird in den LN veröffentlicht. Der Namensgeber darf mit der gesamten Familie gratis in den Zoo.

Peter Mantik

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