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Ostholstein Schöne Arien und fetzige Klänge zum Spielzeit-Ende
Lokales Ostholstein Schöne Arien und fetzige Klänge zum Spielzeit-Ende
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20:10 01.09.2018
Unterm bunt beleuchteten Zeltdach trieb Hilary Griffiths das Orchester zu Höchstleistungen an. Er dirigierte erstmals seit 2006 wieder in Eutin.
Eutin

An diesem Abend unter dem Motto „Hallo Weber, hello Bernstein!“ stimmte beinahe alles. Zwar gingen die ersten, pianissimo gespielten Töne des ersten Stücks, der Ouvertüre zu Carl Maria von Webers Freischütz, im Rascheln der Regenjacken unter. Es fielen doch tatsächlich zu Beginn des Programms ein paar Tropfen, etwas, was in dieser Spielzeit eine absolute Rarität war. Doch dann blieb es den Rest des Abends trocken, das Publikum still angesichts der Schönheit, des Schwungs und des Esprits des Programms.

Mit einem traumhaft schönen Gala-Abend haben die Eutiner Festspiele am Freitag ihre 68. Spielzeit beendet. Großer Star auf der Bühne im Schlossgarten war das Orchester unter der Leitung von Hilary Griffiths, der sich mit einer fulminanten Leistung auf dem Grünen Hügel zurückmeldete.

Das bewegte sich zwischen romantischer Oper und fetzigem Musical. Als herausragende Solisten erwiesen sich Mirka Wagner und Joslyn Rechter im Duett von Frau Fluth und Frau Reich aus der Oper „Die lustigen Weiber von Windsor“ von Otto Nicolai. Stimmen, die besser nicht hätten harmonieren können. Mirka Wagner überzeugte mit ihrem beweglichen und in jeder Tonlage gehaltvollen Sopran, Joslyn Rechter mit einem warmen und tiefgründigen Mezzosopran. Im Verlauf des Abends bewiesen sie ihre Wandelbarkeit, die ihren Höhepunkt in „I feel pretty“ aus der West Side Story fand.

Als Komödiant, ausgestattet mit einem Bariton, der jedem Tenor zur Ehre gereicht hätte, präsentierte sich auch Miljenko Turk. Stimmlich sicher in jeder Lage, garnierte er seine Auftritte mit beinahe pantomimisch anmutenden Gesten. Dagegen wirkten die Auftritte des vierten Solisten, Tobias Haaks (Tenor) etwas hölzern. Zwar sang er sich im zweiten Teil frei, während er im ersten Teil streckenweise Mühe hatte, sich gegen das Orchester durchzusetzen. Doch den rechten Musical-Schwung fand er nicht.

Überhaupt, das Orchester. Ein Paradebeispiel dessen, was ein Ensemble zu leisten in der Lage ist. Es lag nicht nur an der Akustik des Grünen Hügels und dem Zeltdach in Form eines Grammophontrichters, dass es mit einem brillanten Klang aufwartete. Durchhörbar und mit Ausnahme von wenigen Augenblicken ganz am Anfang stets ungemein präzise, präsentierte sich die Kammerphilharmonie Lübeck in Bestform. Eine Sternstunde war die West-Side-Story-Suite, von Eric Crees arrangiert für Blechbläser und Schlagwerk. Hilary Griffiths legte ein heißes Tänzchen mit seinem Orchester hin, führte es mit Hüftschwung und präzisem Dirigat durch die schwierigen Tempiwechsel und rhythmischen Feinheiten. Was für ein Spektakel.

Bleibt noch die wieder einmal gelungene Moderation von Rainer Wulff zu erwähnen, der sich geschickt zwischen Musikgeschichte und aktuellen Themen bewegte, und die Sachkunde des Eutiner Publikums.

Keine „Bravo“-Rufe in die letzten Töne, fast keine Frühklatscher und niemand, der schon beim Schlussapplaus von der Tribüne sprintete, um als erster auf dem Parkplatz zu sein. Was will der Festspielbesucher mehr?

Von Susanne Peyronnet

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