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Ostholstein Schöne Bescherung in der Kulturscheune
Lokales Ostholstein Schöne Bescherung in der Kulturscheune
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21:13 06.10.2016
Das Ensemble von links: Volker Paulsen (Großvater Jakob), Kirstin Schumacher (Trudi), Christiane Benn (Großmutter Ida), Detlef Storm (Herbert), Silke Krellenberg (Tochter Edith), Olaf Schmidt (Onkel Eugen), Paul und Pia Krellenberg (Freund Andrea und Enkeltochter Christine). Quelle: Fotos: Petersen

Weihnachten kann anstrengend sein. Jahr für Jahr die altbekannten Rituale: Tannenbaumschmücken, Festtagsbraten, Bescherung, das Zusammensein mit der lieben oder weniger lieben Familie. Und dann ist es noch ein Fest, bei dem die Freude quasi Pflicht ist. An diesen Tagen soll Harmonie herrschen, und sei sie bloß geheuchelt. Doch weil die Erwartungen so hoch, die Spannungen manchmal nur mühsam unterdrückt sind, geht es dann oft schief.

Niederdeutsche Bühne Süsel spielt passend zur nahenden Weihnachtszeit die Familienkomödie „Witte Pracht“.

Der Traum von fröhlicher Weihnacht, der in Turbulenzen unter dem Tannenbaum zerplatzt, ist schönster Komödien-Stoff. Mit „Witte Pracht“ spielt die Niederdeutsche Bühne Süsel jetzt ein bewährtes Stück dieser Art, von Stefan Vögel geschrieben und von Meinke Meiners vom Ohnsorg- Theater ins Plattdeutsche übersetzt. Es ist keine Schenkelklopfer-Komödie, sondern eine bitter-süße Familiengeschichte mit viel Witz und hübschen Pointen. Alles kommt auf den Tisch, alles wird entlarvt: Vorurteile, Verklemmtheiten, lange Verschwiegenes, große und kleine Fehler, persönliche Nöte. Nach dem reinigenden Gewitter rückt man wieder zusammen, jedenfalls zum Teil. Gute Unterhaltung ist also garantiert, zumal die Regie führende Ursel Wolgast eine ebenso flotte wie professionelle Inszenierung hinlegt.

Gleich die erste Szene gibt einen Vorgeschmack.

„Ist der Baum nicht wunderbar?“, fragt Großmutter Ida (perfekt gespielt von Christiane Benn) immer wieder Großvater Jakob, während sie letzte Hand an den roten Lametta-Schmuck anlegt. 364

Tage im Jahr fiebert sie einem glücklichen Weihnachtsfest mit Besuch von der Tochter und ihrer Familie entgegen. Sie ist eine Großmutter wie aus dem Bilderbuch, aufopfernd, ruhig, verständnisvoll. So lässt sie sich auch nicht vom Weihnachtsmuffel Jakob aus der Ruhe bringen (eine Paraderolle für Volker Paulsen, der hier so etwas wie der Henry Vahl der Kulturscheune Süsel ist). Und schon schneit sie herein, die liebe Familie, liegt sich in den Haaren, noch bevor der Weihnachtsbraten auf dem Tisch steht.

Enkel Sebastian (Paul Krellenberg, der 16-Jährige hat gleich eine Doppelrolle in diesem Stück) spielt dem griesgrämigen Opa seinen üblichen Streich. Enkeltochter Christine (die 13-jährige Pia Krellenberg) überrascht mit ungeahnten Enthüllungen. Jakob und sein von ihm verachteter Schwiegersohn (Detlef Storm) können sich nicht einmal über das Wetter unterhalten, hat doch Jakob sein ganzes Geld auf weiße Weihnachten verwettet und der Wetterbericht verheißt das Gegenteil. Tochter Edith (Silke Krellenberg) glaubt, ihr Mann habe eine Geliebte. Onkel Eugen (Olaf Schmidt) wird sentimental.

Trudi, die Freundin der Familie (Kirstin Schumacher), lernt überraschend ihren Vater kennen.

Seit August hat das Ensemble wöchentlich drei Mal geprobt. Alle sind Amateure, aber alle spielen mit hoher Professionalität. Beeindruckend sind vor allem auch die jungen Talente, Paul und Pia. Und mit viel Liebe zum Detail hat Ursel Wolgast das Bühnenbild gestaltet, eine gute Wohnstube im Harz, wo „Witte Pracht“ spielt. „Mir liegt viel daran, das schafft Atmosphäre“, sagt sie. Es ist ihr gelungen. Premiere ist an diesem Sonnabend, 8. Oktober, um 19.30 Uhr. Weitere Vorstellungen finden statt am 9., 23. und 30. Oktober um 18 Uhr sowie am 14., 15., 22. und 29.

Oktober um 19.30 Uhr. Zusätzliche Vorstellungen gibt es im Januar. Karten sind jetzt auch online unter www.theater-suesel.de zu haben.

pet

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