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Ostholstein Schranken-Freiheit kostet zehn Millionen
Lokales Ostholstein Schranken-Freiheit kostet zehn Millionen
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19:12 07.10.2016
Der beschrankte Bahnübergang am Ortseingang von Göhl soll verschwinden, fordert die Gemeinde. Quelle: Markus Billhardt

Neue Hoffnung in Göhl auf die Beseitigung des höhengleichen Bahnübergangs: Die Bahn hat jetzt einen Entwurf für eine mögliche Lösung vorgelegt. Danach würde die Landesstraße 59 verschwenkt und als Brücke über die – vier Meter tief in die Erde gelegte – Bahntrasse geführt. Geschätzte Kosten: zehn Millionen Euro. Tragen müssten die Kosten laut Eisenbahnkreuzungsgesetz zu gleichen Teilen Bund, Bahn und das Land als Baulastträger der betreffenden Straße.

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Göhl kämpft weiter für Beseitigung des höhengleichen Bahnübergangs – Bahn hat möglichen Entwurf vorgelegt.

Seit der geplante Verlauf der Schienenanbindung zur festen Fehmarnbeltquerung bekannt ist, kämpft die Gemeinde Göhl für eine Beseitigung des beschrankten Bahnübergangs am Ortseingang. Anderenfalls werden drastisch höhere Schließzeiten befürchtet, wenn nach der Eröffnung des Belttunnels deutlich mehr Züge auf der Strecke rollen. Bürgermeister Thomas Bauer (BGG) warnt insbesondere vor einer Behinderung von Rettungsdienst und Feuerwehr.

Die Bahn habe ihm signalisiert, dass sie zu einem Umbau bereit wäre, sagte Bauer in der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung. Entscheidend sei nun, was das Land dazu sage. Dort hatte man zuletzt keine Notwendigkeit für die Beseitigung des beschrankten Übergangs gesehen. Die Sicherheit werde durch eine Erhöhung der Schließzeiten nicht eingeschränkt; die erwarteten Zeiten seien anderenorts schon jetzt nicht unüblich, hieß es damals vom Verkehrsministerium (die LN berichteten).

Bauer hofft nun, das Land doch noch für einen Umbau gewinnen zu können. Ende des Monats habe er einen Termin mit dem Ministerium. Mit dabei sein sollen auch Vertreter des Kreises. Da Letzterer für den Rettungsdienst verantwortlich ist, erhofft sich der Bürgermeister von dieser Seite Unterstützung.

Die Bahn hat sich grundsätzlich für eine schrankenfreie Belttrasse ausgesprochen. „Eine Bahnstrecke ohne Schranken sorgt für mehr Sicherheit“, hatte Projektleiter Bernd Homfeldt erklärt. Wie sich das Unternehmen speziell bei der Göhler Thematik positioniert, wollte man dort gestern auf Anfrage allerdings nicht beantworten. Die Gespräche mit dem Land liefen, das Ergebnis sei offen.

Göhls Bürgermeister hat derweil schon angekündigt, „gegebenenfalls rechtliche Schritte einzuleiten“. Werde die Beseitigung des höhengleichen Bahnübergangs abgelehnt, werde die Gemeinde klagen.

Parallel dazu werde er versuchen, hochrangige Politiker als Unterstützer für die Göhler Forderung zu werben, erklärt Bauer. 1,77 Milliarden Euro will der Bund laut Verkehrswegeplan bis 2030 für die Hinterlandanbindung ausgeben – inklusive einer neuen Sundquerung rechnen Fachleute sogar mit Kosten von mindestens 2,2 Milliarden Euro. Angesichts dieser Summen „werden doch zehn Millionen Euro drin sein, damit wir nicht abgeschnitten werden“, so Bauer.

Sporthalle wird saniert

Die Sanierung der Sporthalle in Göhl ist aufwendiger als gedacht. Das erläuterte Bürgermeister Thomas Bauer (BGG) in der Sitzung der Gemeindevertretung. Die Kosten erhöhen sich von 137000 auf voraussichtlich 236200 Euro. Die Gemeinde nimmt dafür einen zinsgünstigen Kredit über 90000 Euro auf. Die Kommunalpolitiker haben einstimmig den mittlerweile dritten Nachtragshaushaltplan für das aktuelle Jahr beschlossen.

Die Sporthalle von 1974 entspricht nicht mehr den aktuellen energetischen Standards (die LN berichteten). Um die gewünschte Dämmung der Decke herzustellen, sollte zunächst ein neues Dach aufgesetzt werden. Jetzt hat sich laut Bauer jedoch herausgestellt, dass auch die Unterkonstruktion erneuert werden muss.

Im Einzelnen geplant sind nun ein neues Satteldach und eine neue Akustikdecke samt Beleuchtung. Auf der Längsseite des Gebäudes in Richtung Sportplatz soll zudem die Fassade gedämmt werden. Die große Fensterfront soll verschwinden; später soll nur noch ein schmales Lichtband im oberen Bereich eingebaut werden. Die Arbeiten sollen am 7. November beginnen. Ursprünglich sollte Sanierung schon nach den Sommerferien abgeschlossen sein.

Jennifer Binder

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