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Ostholstein Schülerreise ins „Reich der Mitte“
Lokales Ostholstein Schülerreise ins „Reich der Mitte“
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22:28 24.10.2013
Zur Reise durch das „Reich der Mitte“ gehörte auch ein Besuch der Chinesischen Mauer. Über 800 Treppenstufen mussten die Jungen und Mädchen sowie ihre Lehrer aus Malente dafür erklimmen. Quelle: Fotos: privat

Süße Nudeln zum Frühstück, Morgensport und ein Taifun: 20 Jungen und Mädchen der Malenter Schule an den Auewiesen brachten aus ihren diesjährigen Herbstferien ganz besondere Erlebnisse mit. Die 13- bis 16-Jährigen nahmen an einem einwöchigen Schüleraustausch mit der Shanghai Meilong Middle School sowie einer sechstägigen Reise durch China teil.

„Sie waren alle so herzlich und gastfreundlich“, erzählt Melissa (16) begeistert an den Aufenthalt bei ihrer chinesischen Gastfamilie. Bereits im Januar ist ihre Gastschwester in Malente gewesen, zusammen mit 26 weiteren Schülern der Meilong Middle School. Jetzt erfolgte der Gegenbesuch — Schulunterricht inklusive.

Der sei ganz anders gewesen als bei ihnen in Malente, erinnern sich Melissa und ihre Schulkameraden Jana, Nina (beide 16) und Maximilian (15). „Es gab zum Beispiel Morgensport. Das standen alle in Reih und Glied“, erzählt Maximilian. „Und im Unterricht haben alle immer stramm gesessen. Und wie gut die Englisch konnten...“, sagt Nina. Jana hat noch im Kopf, dass die Klassenräume kleiner waren als in ihrer eigenen Schule, die Klassen mit mehr als 35 Schülern aber zugleich größer. Von acht bis 17 Uhr haben die Jungen und Mädchen in der Meilong Middle School täglich Pflichtunterricht, mitunter sitzen sie aber noch länger in der Schule. „Und dann kommen noch zwei Stunden Hausarbeiten hinzu“, sagt Jana. „Da bleibt nicht viel Freizeit. Der Druck ist schon höher als bei uns“, ergänzen Maximilian und Nina. Sie seien ziemlich froh, dass es bei ihnen dann doch lockerer zugehe, sind sich die vier China-Reisenden einig.

Insofern scheint das Ziel des Austausches aufgegangen zu sein: „In erster Linie sollen die Schüler in den Familien die chinesische Kultur kennen und schätzen lernen, aber dadurch auch das eigene Land“, erklärt Astrid Fock, Leiterin der Schule an den Auewiesen. Ein wenig konnten die Jungen und Mädchen aus Malente dabei auch von den politischen Einschränkungen in China mitbekommen: Mal eben eine Nachricht über Facebook nach Hause schicken? Unmöglich. Das soziale Netzwerk ist in China verboten. Kontakt zu ihren Gastfamilien halten die Malenter daher auch per Mail.

Um einen möglichst umfassenden Eindruck von dem Land zu bekommen, weilten die Jungen und Mädchen aber nicht nur in den Familien. Vorab reisten sie zusammen mit Astrid Fock und zwei weiteren Lehrkräften durch China; schauten sich Peking mit der verbotenen Stadt und dem Platz des himmlischen Friedens an, eine Süßwasserperlenmanufaktur, eine Tee- und eine Seidenfabrik, einen buddhistischen Tempel, einen chinesischen Garten sowie die Chinesische Mauer. „Das ist so imponierend, auf der Mauer zu stehen“, sagt Maximilian. „ Und so anstrengend, da hochzugehen“, meint Nina und lacht.

Eines stand bei der Reise allerdings nicht auf dem Programm: Während ihres Aufenthaltes erlebten die Malenter auch einen Taifun mit. „Das war schon seltsam. Es hat geregnet, sich aber nicht abgekühlt“, erinnert sich Nina. Und irgendwie hätte sich der Regen auch anders angehört als zu Hause. „Und bei dem Wind konnte man keinen Schirm nutzen“, sagt Fock. Ordentlich nass seien sie daher alle geworden. Der Begeisterung über den China-Trip tut das jedoch keinen Abbruch. Selbst wenn sie froh sind, wieder zu Hause zu sein — und Nina sich über die frische Luft freut —, „die Reise hat sich gelohnt“, sind sich alle einig. Und wer weiß, vielleicht besuchen sie ja mal ihre Gastfamilien wieder, bringen ihnen Marzipan und Schokocreme mit.

Der Austausch soll auf jeden Fall weitergehen. In den Osterferien 2015 haben wieder Jungen und Mädchen der Schule an den Auewiesen ab der achten Klassen die Chance, von Malente nach China zu reisen.

Zahlen müssen dafür die Eltern. Bei 1200 Euro lag dieses Jahr der Eigenanteil an dem vom pädagogischen Austauschdienst geförderten Programm. Bereits im nächsten Juli kommen dann wieder Schüler aus Shanghai zu Besuch in den Norden.

„Die Schüler sollen die chinesische Kultur kennen und schätzen lernen, aber auch das eigene Land.“
Astrid Fock, Schulleiterin

Britta Kessing

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