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Ostholstein Schulfusion: Am 19. Januar entscheiden die Malenter
Lokales Ostholstein Schulfusion: Am 19. Januar entscheiden die Malenter
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22:28 31.10.2013
„Ein Bürgerentscheid ist Teil des Demokratieprinzips und kein Ausnahmezustand.“ Bürgermeister Michael Koch (CDU)
Malente

Jetzt sind die Malenter gefragt: Zum Sonntag, 19. Januar, werden sie an die Wahlurnen gerufen, um mit einem Bürgerentscheid über die Schulfusion zwischen Malente und Bosau zu entscheiden. Diesen Termin legte die Gemeindevertretung jetzt fest. Sie entschied außerdem darüber, in welcher Form die Abstimmungsberechtigten — das sind die Wahlberechtigten ab 16 Jahre, die abstimmen dürfen — über die Argumente der Befürworter und Gegner der Schulfusion informiert werden sollen.

Damit ist eine monatelange Debatte zunächst beendet. Nicht mehr die Kommunalpolitik, sondern die Malenter Bürger entscheiden nun darüber, welcher Weg richtig ist, um den Schulstandort Malente zu sichern. Denn das ist das Ziel sowohl der Befürworter wie auch der Gegner der Schulfusion, sagte Bürgermeister Michael Koch (CDU) in der Sitzung. Über den Weg zu diesem Ziel aber ist erbittert gestritten worden. CDU, SPD und FDP in der Malente Gemeindevertretung sehen in der organisatorischen Fusion der Malenter Schule an den Auewiesen und der Hutzfelder Heinrich-Harms-Schule den richtigen Weg, um die Malenter Schule trotz sinkender Schülerzahlen auf Dauer zu sichern. Während Malente noch lange nicht in die Nähe der kritischen Mindestzahl kommt, würde eine Fusion die Hutzfelder Schule vor dem Aus retten. Schon jetzt reißt die Schule die Hürde der Mindestschülerzahl.

Das sind die beiden Hauptargumente, die die Befürworter-Fraktionen anführen, und die den Malentern für ihre Abstimmung an die Hand gegeben werden. Jede Seite, Gemeindevertretung und Bürgerinitiative, bekommt genau eine Din-A-4-Seite, um ihre Positionen für die Wähler darzulegen. Die Befürworter aus der Politik bekommen aber real nur eine Dreiviertelseite, weil Grüne und Freie Wähler eine abweichende Meinung haben, die auf einem Viertel der Seite ausgebreitet wird: Die Hutzfelder Schule werde trotz der Fusion sterben, glauben sie, und dass die Fusion bedeute, dass Malente seinen Einfluss auf die eigene Schule verliere.

Auch die Bürgerinitiative, die den Bürgerentscheid per Bürgerbegehren durchgesetzt hat, hat eine Seite für ihre Argumente zur Verfügung. Die Initiatoren führen an, dass der Standort Malente bis 2030 gesichert sei, dass Schüler ab der 7. Klasse pendeln müssen, es aber keine Busverbindung gebe, sich Unterrichtsgestaltung und Schulalltag verschlechtern werden, es Umbrüche durch ein größeres Lehrerkollegium gebe und ein Sparmodell auf Kosten der Kinder umgesetzt werde. Zumindest das Argument, die Kinder müssten ab Klasse 7 pendeln, stimmt aber nicht. Schulrat Manfred Meyer hatte stets betont und bekräftigte es gestern gegenüber den LN: „Es wird keinen Schülertourismus von Malente nach Hutzfeld geben.“

Die Malenter bekommen das Schreiben mit den Argumenten mit der Wahlbenachrichtigungskarte zugestellt. Votieren am 19. Januar mindestens 1650 Stimmberechtigte beim Bürgerentscheid mit Ja, ist die Fusion vom Tisch.

Susanne Peyronnet

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