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Ostholstein Schulrat wirbt für Inklusion an Gymnasien
Lokales Ostholstein Schulrat wirbt für Inklusion an Gymnasien
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20:20 11.03.2016

Alle Menschen, ob mit oder ohne Behinderung, sollen uneingeschränkt am gesellschaftlichen Leben in der Region teilhaben können. Mit diesem Ziel hat der Kreis vor etwa einem Jahr das Projekt „Ostholstein, erlebbar für alle“ auf den Weg gebracht. In Workshops zu verschiedenen Schwerpunkten wurden Ideen entwickelt, wie Barrieren abgebaut werden können. Beim sechsten und letzten Forum ging es jetzt in Lensahn um das Thema „inklusive Gestaltung von Bildungseinrichtungen“. Als nächster Schritt sollen alle Ergebnisse zusammengefasst werden; voraussichtlich im Oktober will der Kreistag den sogenannten Aktionsplan Inklusion beschließen. Noch in diesem Jahr sollen erste Punkte umgesetzt werden.

„Die Eltern wünschen sich für ihre Kinder den Besuch einer Regelschule.“Manfred Meyer, Schulrat Ostholstein

Er hoffe, dass sich dann in Ostholstein einiges zum Besseren verändere, sagte Stefan Doose von der zuständigen Koordinierungsstelle beim Kreis, als er in Lensahn das weitere Vorgehen skizzierte. Mit Blick auf den inhaltlichen Schwerpunkt des letzten Forums betonte er: „Bildungseinrichtungen müssen sich neu aufstellen, sie müssen sich öffnen und weiterentwickeln.“ Der Prozess habe begonnen — doch „es muss weitergehen“.

Ähnlich sah die Einschätzung von Schulrat Manfred Meyer aus. Insbesondere Ostholsteins Grund- und Gemeinschaftsschulen seien beim Thema Inklusion „schon weit vorn“. Dennoch gebe es Handlungsbedarf.

Er hoffe vor allem, dass sich auch die Gymnasien künftig verstärkt auf eine gemeinsame Beschulung von Kindern mit und ohne Förderbedarf einließen. Der Trend zur gesonderten Schulform gehe stark zurück; die meisten Eltern wünschten sich für ihre Kinder den Besuch einer Regelschule.

Auch bei den Kitas ist das inklusive Konzept auf dem Vormarsch. Entsprechende Einrichtungen im Kreis — wie zum Beispiel der Kastanienhof in Oldenburg — verzeichnen seit Jahren steigende Anmeldezahlen. Auch Melanie Müller von der Bad Schwartauer Kita am Papenmoor berichtete beim Forum von sehr positiven Rückmeldungen seitens der Elternschaft.

Schwieriger gestaltet sich das Ganze bisher offenbar in der Erwachsenenbildung. Auch, weil lediglich zwei Volkshochschulen im Kreis (Eutin und Oldenburg) hauptamtlich geführt werden, wie Birte Petersen von der VHS Eutin erläuterte. Für eine kleine, ehrenamtlich geleitete Einrichtung sei es verständlicherweise nicht einfach, in Eigenregie barrierefreie Angebote zu entwickeln und umzusetzen.

Dahinter stehe ein erheblicher Aufwand — das habe man auch in Eutin festgestellt. Schon die Frage der Räumlichkeiten habe das Team vor Herausforderungen gestellt: Eine Rampe am Eingang zum Beispiel habe die Denkmalschutzbehörde verboten. Kooperationen mit anderen Einrichtungen seien geschlossen worden, um barrierefreie Kursräume zu haben. Auch leicht verständliche Anmeldeformulare hätten sie entwickelt.

Unverzichtbar seien auch Fortbildungen für Mitarbeiter, betonten sowohl Petersen als auch viele weitere Anwesende. Schulrat Meyer warb zudem für eine Zusammenarbeit der verschiedenen Fachkräfte. „Wir müssen Raum für einen regelmäßigen Austausch schaffen“, forderte er. Nur so könne es gelingen, inklusive Strukturen zu schaffen.

• Mehr : www.kreis-oh.de/inklusion.

Von Jennifer Binder

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