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Ostholstein Schulung für engagierte Flüchtlingshelfer
Lokales Ostholstein Schulung für engagierte Flüchtlingshelfer
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22:23 27.09.2016
Austausch und Schulung: Sophia Schutte (v.r.), Reinhard Sohns und Seminarleiterin Karin Schmidt (5.v.r.) mit den Teilnehmern. Quelle: Beke Zill

Katharina Osterfeld hört aufmerksam zu, als Schulungsleiterin Karin Schmidt im Gebäude der „Ostholsteiner“ in Eutin über die Möglichkeit eines Studiums für Flüchtlinge informiert. „Für uns Ehrenamtler ist es wichtig, viele Fakten zu bekommen, zu wissen, welche Stellen aktiv sind und gesetzliche Grundlagen zu kennen“, sagt die 28-Jährige, die ehrenamtlich einer afghanischen Familie Deutsch beibringt. Die Studentin und weitere 18 Teilnehmer, die sich in der Flüchtlingshilfe engagieren, werden werden in der Rolle von Lotsen und in interkultureller Kompetenz geschult, um ihnen in einem immer komplexeren Themengebiet die nötigen Infos für ihre Aufgaben bereitzustellen. „Die Helfer sind oft überfordert mit Situationen. Da ist es gut, eine Gliederung im Kopf zu haben“, sagt Eutins Flüchtlingskoordinatorin Sophia Schutte. Die kostenlose Qualifizierung bieten die Stadt Eutin, „Die Ostholsteiner“ und die Lebenshilfe Ostholstein an, finanziert wird sie durch die Aktion „Hand in Hand für Norddeutschland“.

„Es ist ganz wichtig, die Menschen zu stärken, die in diesem Feld arbeiten“, erklärt Karin Schmidt von der Lebenshilfe. Sie hilft den Teilnehmern nicht nur unter anderem bei Fragen zur Anerkennung von Berufsabschlüssen, berichtet über den Umgang mit minderjährigen Flüchtlingen und spricht über den Umgang mit einer fremden Kultur. Die Leiterin schafft auch die Möglichkeit des Austausches und zeigt Wege auf. Die häufigsten Fragen, die gestellt werden, sind die zum Verfahren bei Behörden. Die Überwindung der Bürokratie ist nach Sophia Schuttes Meinung oft eine Katastrophe. Umso wichtiger, dass Haupt- und Ehrenamtler unter anderem in rechtlichen Grundlagen geschult werden.

Um auch Menschen mit Behinderungen einzubinden, sind Fahrradtouren und Führungen durch Eutin mit ihnen und Migranten geplant. Denn auch sie können Helfende sein, erklärt „Die Ostholsteiner“-Geschäftsführer Reinhard Sohns sein Engagement in dem Projekt. „Unter den Flüchtlingen gibt es auch Menschen mit Behinderungen. Sie sind Teil unserer Gesellschaft“, sagt Sohns. Im Oktober wird es weitere Schulungen in Ratekau geben. Auch im nächsten Jahr planen die Flüchtlings-Koordinatoren Seminare. „Es gibt auf jeden Fall Bedarf“, erklärt Schmidt.

 bz

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