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Ostholstein Schulzentrum, nein danke: Rektoren gegen Standort-Fusion
Lokales Ostholstein Schulzentrum, nein danke: Rektoren gegen Standort-Fusion
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22:05 14.10.2015
Bleibt das Freiherr-vom-Stein-Gymnasium in der Adolf-Friedrich-Straße? Quelle: Fotos: Binder
Oldenburg

Wie geht es weiter mit Oldenburgs Schulen? Bis Ende des Jahres sollen die Ergebnisse einer Untersuchung vorliegen; dann soll sich entscheiden, ob die Gebäude saniert oder neu gebaut werden. Auch eine Zusammenlegung von Standorten ist nach wie vor im Gespräch. Die Schulleiter reagieren auf diese Möglichkeit allerdings mit Skepsis.

„Wir möchten unbedingt an unserem jetzigen Standort bleiben“, sagt Elke Hansen-Wohlfahrt, Rektorin der Grundschule am Wasserquell. Ein zentraler Standort würde „viele Nachteile mit sich bringen“, ist sie überzeugt, „alles wäre anonymer und unübersichtlicher“. Sie hoffe deshalb, dass die Grundschule in jedem Fall von einer räumlichen Zusammenlegung ausgenommen sei: Gerade für ganz junge Schüler sei es „wichtig, eine vertrauliche Atmosphäre zu erhalten“ — das funktioniere nur in einem kleinen System.

André Bigott, Leiter des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums, lehnt die Zentrierung mehrerer Schulstandorte ebenfalls ab. Auch er warnt davor, dass „ein großer Komplex Anonymität suggerieren“ würde. Das wirke allem entgegen, was das Gymnasium sich bisher als Ziel gesetzt habe: „Wir möchten, dass sich die Schüler mit ihrer Schule identifizieren, dass sie gerne herkommen und sich einbringen“, so Bigott. Solch ein Schulklima aufzubauen, sei in einem großen System sehr schwierig.

Ekkehard Klahre, Rektor der Wagrienschule, steht der Möglichkeit einer Zusammenlegung offener gegenüber — „sofern die Systeme eigenständig bleiben“. Er habe bereits an einem Schulzentrum gearbeitet und damit gute Erfahrungen gemacht. Wenn die jeweiligen Einrichtungen ihren eigenen Trakt hätten, sich jedoch Fachräume, teure Gerätschaften oder Sporthallen teilten, habe das natürlich in finanzieller Hinsicht Vorteile für die Stadt. Auch sei es einfacher, wenn der Schulbus nur einen Ort anfahren müsse. Wichtig sei allerdings, dass der Standort zentral bleibe, betont Klahre, „eine Schule irgendwo auf der grünen Wiese wäre nicht gut“. In Zentrumsnähe ein ausreichend großes Gelände zu finden, könne jedoch schwierig werden, vermutet der Schulleiter.

Im Dezember sollen die Ergebnisse der sogenannten Wirtschaftlichkeitsstudie vorliegen, die die Stadt vor einem Jahr in Auftrag gegeben hat. Fachleute prüfen derzeit, wie marode die Schulgebäude sind, und ob es Sinn macht, sie zu erhalten (die LN berichteten). Laut Bauamtsleiter Stefan Gabriel haben Experten die Räumlichkeiten begutachtet; zudem würden sie massenweise Unterlagen zu vergangenen baulichen Maßnahmen und Untersuchungen auswerten. Die Schulleiter wurden jetzt zudem aufgefordert, eine Art Bedarfsplan zu erstellen, der aufzeigen soll, wie viele Räume in welcher Größe und mit welcher Ausstattung für den Schulbetrieb benötigt werden.

Welche Empfehlung die Fachleute am Ende geben werden, ist laut Bauamtsleiter Gabriel bisher nicht abzusehen. Noch sei „völlig offen“, wohin die Reise geht.

Jennifer Binder

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