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Ostholstein Schwangere notfalls per Hubschrauber zur Entbindung
Lokales Ostholstein Schwangere notfalls per Hubschrauber zur Entbindung
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22:36 07.03.2014
Künftig überflüssig: Der Kreißsaal an der Oldenburger Sana-Klinik wird im August geschlossen und die Räume anders genutzt. Quelle: Fotos: Holger Marohn
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Oldenburg

Die Sana-Klinik und Vertreter der Ersatzkassen haben gestern in Oldenburg ihr neues Sicherheitskonzept für die Geburtshilfe in Ostholstein vorgestellt. Danach sollen Schwangere nach der Schließung der Geburtsstation in Oldenburg zum August dieses Jahres aus dem Kreisnorden notfalls per Hubschrauber nach Eutin geflogen werden. Grund ist, dass eine Geburtshilfe für Sana am Standort Oldenburg aufgrund der rückläufigen Geburtenzahlen sowohl nicht mehr wirtschaftlich als auch nicht mehr den medizinischen Vorgaben entsprechend zu betreiben ist. Neben der Möglichkeit des Hubschraubertransportes soll in Eutin auch eine Art Schwangeren-WG entstehen.

„Die Sicherheit vor, während und nach der Geburt steht für uns an oberster Stelle“, verteidigte Klinik-Chef Dr. Stephan Puke gestern in Oldenburg die Entscheidung zur Schließung der Oldenburger Station. Schon jetzt würden viele werdende Eltern selbst bei absehbar normalen Geburten die Sicherheit eines Perinatalzentrums wie dem der Sana Klinik Eutin oder des UKSH in Lübeck suchen.

So seien von 549 Geburten im Einzugsgebiet der Oldenburger Klinik im Jahr 2012 nur 218 in der Oldenburger Sana-Klinik entbunden worden. Im vergangenen Jahr waren es sogar nur noch 180. Während beispielsweise in der Klinik Eutin je Woche rund 19 Kinder geboren worden, sind es in der Klinik Oldenburg nur noch drei Kinder pro Woche. Die Folge: Durch die geringen Geburtenzahlen, die mangelnde Attraktivität für Fachpersonal und der dadurch verursachte Fachkräftemangel führen dazu, dass künftig in Oldenburg die strukturellen Qualitätsanforderungen nicht mehr vollständig gewährleistet werden können, so Puke.

Mit einem neuen Sicherheitskonzept — für die Klinik in Eutin — will die Sana dieser Entwicklung nun Rechnung tragen. Zentraler Punkt: Soweit von Medizinern oder Hebammen mögliche Risikosituationen erkannt werden, können die werdenden Mütter aus dem Kreisnorden bereits Stunden, Tage oder auch Wochen vor dem erwarteten Geburtstermin in die Klinik nach Eutin kommen. Übergangsweise stehen ihnen dann so genannte Boarding-Zimmer als Unterkünfte zur Verfügung. Mittelfristig sollen in einem Gebäude neben der Klinik spezielle Appartements eingerichtet werden. Die Schwangeren haben dort dann auch Zugriff auf ein spezielles Notrufsystem und die Klinik ist in unmittelbarer Nähe. Das Boarding werde für die werdende Mutter kostenfrei sein, so Puke. Vorbild seien bereits bestehende Sicherheitssysteme in Skandinavien.

Sollte es dennoch zu Notfällen im Kreisnorden kommen, steht ein Rettungshubschrauber künftig auch nachts zur Verfügung, um die Schwangeren in die Klinik zu fliegen. Dabei handelt es sich um den in Rendsburg stationierten „Christoph 42“. Das Fluggerät vom Typ BK 117, eine Gemeinschaftsproduktion von Messerschmitt-Bölkow-Blohm und Kawasaki, ist der einzige Hubschrauber in Schleswig-Holstein, der nachts im Einsatz ist und als fliegende Intensivstation ausgerüstet ist. Innerhalb von 20 bis 25 Minuten soll er jeden Punkt auch auf der Insel Fehmarn erreichen können. Auch die bereits vorhandenen Rettungsteams sollen speziell für das neue Konzept trainiert werden.

Holger Marohn

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